FUSSBALL
Reform der Spielklassenstruktur: Besseres Niveau, aber höhere Kosten und mehr Absteiger in der 2. Liga interregional

In der übernächsten Saison spielen bedeutend weniger Mannschaften in der 2. Liga interregional. Anstatt in 6 Gruppen mit 14 Teams wird die Meisterschaft ab 2023/24 in 4 Gruppen mit je 16 Equipen ausgetragen. Das hat nachhaltige Folgen.

Daniel Good
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Rorschach-Goldach (blau) und Frauenfeld spielen in der 2. Liga interregional.

Rorschach-Goldach (blau) und Frauenfeld spielen in der 2. Liga interregional.

Bild: Michel Canonica

Ziel der Reform ist die Förderung des Nachwuchses im Land. Die Promotion League und die 1. Liga werden um insgesamt acht Mannschaften aufgestockt, damit mehr U-Auswahlen auf höherem Niveau spielen können. Per Saldo ergibt dies ab 2023 zwölf Teams weniger in der 2. Liga interregional. Das hat auch zur Folge, dass mehr Mannschaften absteigen. In der Übergangssaison 2022/23 wird in drei 16er- und zwei 14er-Gruppen gespielt.

Weniger Derbys und mehr Reisen

Weniger Gruppen und mehr Begegnungen bedeuten für die Vereine der fünfthöchsten Spielklasse, dass die Kosten steigen werden. «Für Reisen fallen sicher grössere finanzielle Aufwände an. Auf die Anzahl Spiele gibt es wohl auch weniger Derbys», sagt Markus Hundsbichler, der Präsident des FC Rorschach-Goldach, der in der 2. Liga interregional spielt.

Markus Hundsbichler, Präsident des FC Rorschach-Goldach

Markus Hundsbichler, Präsident des FC Rorschach-Goldach

Bild: PD

Sportlich werde es auf dieser Stufe nach der Spielklassenstruktur sicher anspruchsvoller. «Man muss dann auch sehen, wie sich der Spielermarkt entwickelt. Zudem stellt sich die Frage, wer bereit ist, den höheren Aufwand auf sich zu nehmen. Es gibt mehr Termine und wohl auch einen höheren Trainingsaufwand», so Hundsbichler.

Hundsbichler gehörte im Erstliga-Komitee zur Arbeitsgruppe, die sich mit der Reform der Spielklassenstruktur beschäftigte. «Die Neuerungen sind sicher eine Herausforderung. Aber es geht in erster Linie darum, jungen Spielern mit Potenzial mehr Einsätze auf höherem Niveau zu verschaffen.» Und:

«Als Vereinspräsident sehe ich diese Entwicklung nicht negativ.»

Aus der Region spielen neben Rorschach-Goldach auch Widnau, Kreuzlingen, Calcio Kreuzlingen, Frauenfeld, Bazenheid, Wil II und Amriswil in der 2. Liga interregional. Das sind acht Mannschaften.

Auswirkungen auf den Profifussball?

Die neue Spielklassenstruktur auf mittlerer Ebene kann nur ein erster Schritt im Schweizer Fussball sein. Es ist wohl absehbar, dass mittelfristig auch die Challenge und Super League - die Profiligen im Land - mehr Mannschaften umfassen werden. Bis heute sind es je zehn.

Hundsbichler denkt auch, dass in der 2. Liga regional in Zukunft nicht mehr 12, sondern 14 Mannschaften in einer Gruppe spielen sollten. Das wäre eine Angelegenheit für den Ostschweizer Fussballverband (OFV).

Der regionale Fussballverband liess als Reaktion auf die Reform verlauten, dass sich für die vom OFV organisierten Meisterschaften der Männer keine Änderungen bei den Auf- und Absteigern ergeben. Der OFV schreibt in seinen offiziellen Mitteilungen: «Es gelten weiterhin die gültigen Modalitäten. Für die danach kommenden Spielzeiten ab Saison 2022/23 werden die Auf-/Abstiegsmodalitäten neu geregelt bzw. angepasst.»

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