Lömmenschwiler Familie schafft es mit ihrem Dörrbetrieb ins Fernsehen: «Ich stand für die Dreharbeiten oft am Herd»

Die Familie Oeler führt in Lömmenschwil einen eigenen Dörrbetrieb. Darauf wurde sogar die Serie «zu Tisch» des deutsch-französischen Kultursenders Arte aufmerksam. Die Folge wird am Samstagabend ausgestrahlt. Jacqueline Oeler, die Bäuerin auf dem Hof, gibt Auskunft über ihren Fernsehauftritt.

Fabian Egger
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Jacqueline Oeler, wie kamen Sie dazu, Teil einer deutschen Fernsehsendung zu werden?

Jacqueline Oeler, Bäuerin aus Lömmenschwil

Jacqueline Oeler, Bäuerin aus Lömmenschwil

Hanna Leissner, die Regisseurin von «zu Tisch», nahm über Dominik Flammer von der Agentur «Public History» Kontakt zu uns auf. Flammer vermittelt uns gelegentlich an Veranstaltungen, von denen er denkt, dass wir hinpassen würden. In diesem Fall kam er wohl auf uns, weil wir einer der letzten Betriebe sind, der das Obst noch mit einem Holzofen dörrt. Hanna Leissner wollte die Sendung im vergangenen Herbst aufnehmen, und da die Obsternte damals sehr schlecht ausfiel, hatten wir auch Zeit dafür.

Wie muss man sich die Dreharbeiten vorstellen?

Das Team von Arte kam für sechs Tage zu uns auf den Betrieb und filmte jeweils von morgens bis abends, teilweise zwölf Stunden lang. Es ist so, wie man es sich ungefähr vorstellt. Man dreht alltägliche Szenen, die dann mit etwas zusätzlichem Dialog aufgepeppt werden. Es kam natürlich immer wieder vor, dass Szenen wiederholt werden mussten. Insgesamt war es eine interessante, aber auch anstrengende Zeit.

Was wird am Samstag effektiv in der Sendung ausgestrahlt?

Das weiss ich selber auch nicht so genau. Welche Szenen es schlussendlich in die Folge schafften, ist mir nicht bekannt. Generell stand ich aber oft am Herd, da es in «zu Tisch» natürlich ums Kochen geht. Auch das gemeinsame Essen steht im Vordergrund. Einmal waren alle Leute, die uns bei der Obsternte geholfen hatten, zu einem Fondueplausch zu Besuch. Ein anderes Mal filmten sie auch den Chor meines Mannes. In der Vorschau zur Sendung sieht man mich, wie ich gemeinsam mit meinen Kindern einen «Schlorziflade» zubereite.

Was erhoffen Sie sich von der Sendung?

Wir hoffen, dass wir mit der Sendung etwas Werbung machen können. So sehen die Leute, dass es so etwas, wie wir es machen, überhaupt noch gibt. Möglicherweise kann ich dann etwas häufiger Dörrobst verschicken. Dann vielleicht sogar an Kunden in Deutschland.

Sie sagten, dass Sie einer der letzten Betriebe seien, der das Obst mit einem Holzofen dörre. Ist es keine Option auf eine modernere Variante umzusteigen?

Nein, für meinen Mann und mich hat diese Tradition eine gewisse Bedeutung. Auch wenn der Aufwand mit einem Holzofen definitiv grösser ist als beispielsweise mit der elektronischen Variante. Schlussendlich erhalten wir mit dem Dörren im Holzofen ein absolut natürliches Produkt.