"Es geht um Gossau" - Weshalb Alex K. Fürer das Alterszentrum der Sana Fürstenland AG bekämpft

Alex K. Fürer hat wieder Einsprache gegen das Bauprojekt der Sana Fürstenland AG eingereicht. Es sei Zeit, dass eine unabhängige Instanz den Fall beurteile. Bei der Sana bleibt man optimistisch.

Adrian Lemmenmeier
Drucken
Teilen
Alex K. Fürer hält das Projekt der Sana Fürstenland AG für überdimensioniert. (Bild: Thomas Hary)

Alex K. Fürer hält das Projekt der Sana Fürstenland AG für überdimensioniert. (Bild: Thomas Hary)

Es überrascht nicht: Alex K. Fürer und die KFK Immobilien AG haben gegen die Pläne für den Bau der Sana Fürstenland AG erneut Einsprache eingereicht. Dies, nachdem die Stadt die Sondernutzungspläne «Sana Fürstenland» und «Lindenbergbach» sowie den Teilstrassenplan «Kirchstrasse-Säntisstrasse» im November neu aufgelegt hat. Zuvor hatte das kantonale Baudepartement die früheren Pläne wegen teils schwerer Verfahrensmängel zurückgewiesen.

Was eher überrascht: Alex K. Fürer ist nach seiner Einsprache vor die Medien getreten. Er wolle sich nicht verstecken, sondern seine Motive öffentlich darlegen, sagte er am Dienstag an einer Presseorientierung.

Zu gross und am falschen Ort

Ihm und der KFK Immobilien AG, die von den Erben von Fürers verstorbenem Bruder Norbert geführt wird, gehe es nicht darum, sich gegen den Volksentscheid aus dem Jahr 2013 zu wehren. Damals stimmten 78 Prozent der Stimmberechtigten für die Gründung der Sana Fürstenland AG und für ein neues Pflegeheim mit 90 bis 100 Betten in Gossaus Zentrum.

Auch gehe es nicht um persönliche Interessen wie etwa die viel zitierte Säntissicht aus Fürers Wohnung. «Es geht um Gossau», sagte Fürer. Bei der Volksabstimmung sei nicht bekannt gewesen, wo genau einst gebaut werde und wie gross das Gebäude werden soll. Das Pflegezentrum Fürstenland, das einst anstelle des Andreaszentrums entstehen soll, sei aber überdimensioniert. Ein solcher «Klotz» passe in keiner Weise ins Ortsbild. Um dies zu veranschaulichen, hatte Fürer eigens ein Modell des Pflegeheims anfertigen lassen.

Fürer ist ausserdem der Ansicht, dass der Bedarf an Pflegebetten abnehme. «Die Leute lassen sich heute länger zu Hause pflegen.» Den Bedarf könnten auch Gossaus private Anbieter decken, so Fürer. «Aber Gespräche mit diesen Institutionen haben nie stattgefunden.» Ausserdem führe ein Pflegezentrum dieser Grösse zu mehr Verkehr.

Fürer empfiehlt der Sana Fürstenland AG, das Projekt zu überdenken. Vorerst gehe es ihm aber darum, dass mit dem kantonalen Baudepartement bald eine neutrale Instanz das Vorhaben beurteile. Er wolle das Projekt nicht um jeden Preis verzögern. «Sollten die Argumente des Kantons stichhaltig sein, lasse ich mich gern überzeugen.» Andere Einsprachen sind nicht eingegangen, bestätigte Urs Salzmann, Kommunikationsbeauftragter der Stadt auf Anfrage.

«Eine unverständliche Handlung»

Kathrin Hilber, Verwaltungsratspräsidentin der Sana Fürstenland AG, ist ob der Situation enttäuscht. Die Einsprachemöglichkeit sei zwar Teil des Rechtsstaates, aber Fürers Vorgehen sei «eine unverständliche Handlung». Auch habe man in keiner Weise vor, das Projekt zu überdenken. «Wir haben 13 Standorte prüfen lassen. Jener an Stelle des Andreaszentrums hat sich als der Beste erwiesen.» Man sei aber optimistisch, dass das kantonale Baudepartement zu Gunsten der Sana Fürstenland AG entscheiden werde. Doch im Moment könne man nichts tun als abwarten.

Mehr zum Thema: