Für mehr Menschlichkeit in der Coronakrise: Leonarda Wagner will sich im Gemeinderat für Soziales und Kulturelles in Steinach einsetzen

Leonarda Wagner möchte sich im Steinacher Gemeinderat engagieren. Der Entscheid dazu fiel während der Coronakrise, obwohl sie sich nie als Politikerin gesehen habe.

Lisa Wickart
Drucken
Teilen
Das politische Herz der parteilosen Leonarda Wagner gehört den sozialen und kulturellen Aspekten in Steinach.

Das politische Herz der parteilosen Leonarda Wagner gehört den sozialen und kulturellen Aspekten in Steinach.

Bild: Lisa Wickart

«Eigentlich habe ich mich nie als Politikerin gesehen», sagt Leonarda Wagner. Die gebürtige Zürcherin hat sich bisher nie für ein politisches Amt interessiert. Das hat sich nun jedoch geändert. Wagner hat sich dazu entschlossen, als Parteilose für den Steinacher Gemeinderat zu kandidieren. Als selbstständige Finanzberaterin bringe sie Kompetenzen, wie Kenntnisse über Finanzen und Recht, sowie konzeptionelles Denken und Präsentierfähigkeiten mit. «Ich möchte Gemeinderätin werden, damit ich eine Unterstützung für Steinach sein kann», sagt sie.

Ausschlaggebend für ihre Kandidatur sei die Erwartung gewesen, dass sich nur wenige zur Wahl stellen würde. «Ich habe mit Leuten aus dem Gemeinderat gesprochen und wir sind davon ausgegangen, dass kaum jemand kandidieren wird», sagt die 58-Jährige. Das habe sie auf die Idee gebracht, sich zur Wahl zu stellen. Als in den letzten Monaten immer mehr Kandidaten dazu gekommen seien, habe sie ihre Entscheidung hinterfragt:

«Ich habe mir überlegt, die Kandidatur zurückzuziehen.»

Sie habe nie einen Kampf um einen Sitz gewollt. Wagner blieb trotzdem bei ihrer Kandidatur. Im Gespräch mit den anderen Kandidaten habe sie eine wichtige Erkenntnis gewonnen. Stets habe es sich um Wirtschaft und Geld gedreht – die Menschlichkeit habe gefehlt: «Mein Herz gehört dem Sozialen und Kulturellen.»

Mehr kulturelle Projekte für Steinach

Als Beispiel nennt Wagner die Theaterbühne. In Zukunft würde sie gerne bei der Organisation von ähnlichen, kulturellen Projekten mitarbeiten. Sie sieht darin mehr als nur Unterhaltung. Sie sagt:

«Wir müssen den Leuten die Möglichkeit geben, mit anderen zusammenzukommen und Teil einer Gemeinschaft sein zu können.»

In schwierigen Zeiten, wie der Coronapandemie, sei es wichtig, die Leute im sozialen Netz aufzufangen. In wirtschaftlichen Krisen werde gespart, insbesondere an Arbeitsplätzen. «Aber die Kollateralschäden an der Psyche oder Gesundheit werden vernachlässigt», so Wagner. Falls sie gewählt werden sollte, würde sie gerne in der Bibliotheks-, Jugend-, Hafen- oder Sportplatzkommission mitarbeiten, «Bereiche, in denen ich mich sozial engagieren kann», wie sie sagt.

Vom Pfäffikersee an den Bodensee

Leonarda Wagner lebt seit zehn Jahren mit ihrem Ehemann in Steinach. Sie habe sich in der Gemeinde am Bodensee schnell wohl gefühlt: «Ich bin am Pfäffikersee aufgewachsen und liebe das Wasser.» Wagner ist leidenschaftliche Sängerin und seit ihrem Zuzug im Kirchenchor. Seit zwei Jahren ist sie Teil der Geschäftsprüfungskommission der Katholischen Kirchgemeinde Steinach. Sie engagiert sich zudem als Ortvertreterin der Winterhilfe St.Gallen und als Vorstandsmitglied in der Stadtmusik Arbon.

Mehr zum Thema