Andwilerin holt Gold an den Schweizer Berufsmeisterschaften

Martina Wick hat an den Schweizer Berufsmeisterschaften die Goldmedaille geholt. Als Nächstes will die Restaurationsfachfrau aus Andwil die Weltmeisterschaften in Russland gewinnen.

Marco Cappellari
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Martina Wick hat sich intensiv auf die Schweizer Berufsmeisterschaften vorbereitet. Irgendwann einmal möchte die Andwilerin ein eigenes Restaurant führen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Martina Wick hat sich intensiv auf die Schweizer Berufsmeisterschaften vorbereitet. Irgendwann einmal möchte die Andwilerin ein eigenes Restaurant führen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Am Samstag ist Martina Wick zur besten Restaurationsfachfrau der Schweiz gekürt worden. An den Swiss Skills – den Schweizer Berufsmeisterschaften in Bern – setzte sie sich gegen elf Mitbewerber in ihrer Kategorie durch. Ob Servietten falten, Getränke mixen oder vor den Gästen Speisen am Guéridon zubereiten, die Andwilerin bewältigte die Serviceaufgaben besser als alle anderen. «Natürlich ging ich nach Bern mit dem Ziel, zu gewinnen», sagt Wick. Allerdings war nicht von Anfang an klar, wohin ihr Weg sie führen würde. Denn Wick hat viel geschnuppert, bevor sie ihren Beruf gefunden hat. Die 20-Jährige, die auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, versuchte sich unter anderem als Kauffrau und als Augenoptikerin, bevor sie ihre Wahl traf. Schliesslich absolvierte Wick gleich zwei Lehren – zuerst eine dreijährige Kochlehre, anschliessend zwei weitere Jahre als Restaurationsfachfrau.

«Ich bin irgendwie da reingerutscht», sagt Wick. Es sei ihre Mutter gewesen, die sie auf die Idee brachte, eine Schnupperlehre als Köchin im Restaurant Ilge in Arnegg zu absolvieren. Der Job gefiel ihr, sie unterschrieb den Vertrag. «Und das, obwohl ich früher nie gerne in den Kochunterricht gegangen bin.» Als die «Ilge» ein Jahr später schliessen musste (Unsere Zeitung berichtete), wurde Wick vom Restaurant Schlössli in St. Gallen übernommen. Drei Jahre später, gegen Ende ihrer Kochlehre, sprach sie ihr neuer Chef darauf an, dass er sie in der Rolle der Restaurationsfachfrau sehe. Eine zweite Ausbildung wollte Wick eigentlich nicht beginnen, doch sie schnupperte abermals und begeisterte sich für die Lehre, die sie schliesslich bis zur Goldmedaille an den Schweizer Berufsmeisterschaften führte.

Zur Vorbereitung nach Weissbad

Der Erfolg kam nicht von ungefähr, Martina Wick hat sich intensiv auf den Wettbewerb vorbereitet. Dank des Wettbewerbprogramms wusste sie im Voraus, welche Aufgaben auf sie zukamen. Wick wusste, dass sie noch Know-how im Barbereich aufzuholen hatte. Ihr Freund – ebenfalls Restaurationsfachmann – empfahl ihr den Chef de Bar des Hotels Hof Weissbad. So ging Wick kurzerhand den ganzen August über ins Appenzellische, um sich auf die Berufsmeisterschaften vorzubereiten.

Der Aufwand machte sich bezahlt und so durfte Wicks Fanclub, bestehend aus Freunden, Kollegen und Familie, am vergangenen Samstag jubeln. Das Fest folgte tags darauf. Auf ihren Lorbeeren ausruhen möchte sich Wick aber nicht. Zwar will sie erst einmal im Ausland Englisch lernen, im Januar beginnt aber bereits die nächste Trainingsphase: Denn als Schweizermeisterin ist Martina Wick automatisch für die WorldSkills 2019, die internationalen Berufsmeisterschaften im russischen Kazan qualifiziert. Die Vorbereitungen werden noch intensiver sein als für die Schweizer Meisterschaften. «Ich freue mich darauf, mich mit Berufskollegen aus aller Welt zu messen», sagt Wick. Noch sei sie nicht nervös. «Das kommt noch.»