Für ihre Volksinitiative will die IG Sport Gossau einen Sprint hinlegen

Schon Ende dieses Monats will die IG Sport Region Gossau die Unterschriften für ihre Initiative beisammen haben.

Johannes Wey
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Eine Volksinitiative verlangt, dass für das neue Hallenbad auch ein Aussenbecken geplant wird.

Eine Volksinitiative verlangt, dass für das neue Hallenbad auch ein Aussenbecken geplant wird.

Visualisierung: PD

Darum geht es:

  • Die Stadt Gossau soll Ende 2021 über ein neues Hallenbad abstimmen.
  • Das Stadtparlament hat entschieden, dass bei dieser Abstimmung ein beheiztes Aussenbecken kein Thema sein soll.
  • Die IG Sport Region Gossau wehrt sich dagegen mit einer Volksinitiative.
  • Um  Zeit zu sparen, soll die Initiative bereits diesen März im Parlament behandelt werden.
  • Dafür muss die IG Sport die nötigen Unterschriften aber in nur einem statt innerhalb von drei Monaten sammeln.

Der Gossauer Stadtrat hat die Volksinitiative «Aussenbecken» der IG Sport Region Gossau für zulässig erklärt. Nun haben die Sportvereine bis Ende März Zeit, die nötigen 700 Unterschriften für deren Zustandekommen zu sammeln.

Damit will die IG Sport erwirken, dass die Option für ein mögliches Aussenbecken gemeinsam mit dem Baukredit für das neue Hallenbad an die Urne kommt.

Ziel sei, dass die aus Sicht der IG Sport nötigen Entscheidungsgrundlagen ausgearbeitet werden und das Volk über das Aussenbecken entscheiden könne, sagt Markus Mauchle. Der ehemalige Stadtparlamentarier ist bei der IG Sport für Abstimmungen zuständig.

Markus Mauchle von der IG Sport (rechts) überreicht dem Gossauer Stadtpräsident Wolfgang Giella (links) das Initiativbegehren zum Aussenbecken.

Markus Mauchle von der IG Sport (rechts) überreicht dem Gossauer Stadtpräsident Wolfgang Giella (links) das Initiativbegehren zum Aussenbecken.

Johannes Wey (3. Dezember 2019)

Obwohl sie bis im März Zeit hätten, wollen die Sportvereine die Unterschriften bereits bis Ende Januar zusammenbringen, trotz Jahreswechsel und Ferienzeit, sagt Mauchle. Er spricht von einer «Herkulesaufgabe».

Im Januar eingereicht, im März im Parlament

Grund dafür ist nicht etwa sportlicher Ehrgeiz, sondern Eile: Kommt die Volksinitiative bis Ende Januar Zustande, kann der Stadtrat das Geschäft schon im Lauf des Februars vorbereiten. Die Initiative käme dann am 3. März ins Stadtparlament. Und wenn dieses seine Meinung gegenüber der letzten Sitzung ändert, würde die Episode die Planungen für das Hallenbad nicht verzögern.

«Dass ein Anliegen so schnell vorangetrieben wird, das gab es in Gossau noch nie», sagt Mauchle. Zumal zwischen dem Einreichen des Initiativbegehrens und dem Beginn der Unterschriftensammlung auch noch die Festtage lagen.

Diesbezüglich windet Mauchle auch der Stadtkanzlei ein Kränzchen, die die Zulässigkeit der Initiative in dieser Zeit bestätigt hat. Nun habe man sich bereits mit der Stadt abgesprochen und sich darauf geeinigt, dass die Unterschriften fortlaufend zur Prüfung weitergereicht werden.

«Wir wollen die Stadtkanzlei mit unserem Anliegen nicht quälen.»

Die Initiative solle zwar so schnell, aber auch so verträglich wie möglich vorangetrieben werden.

IG Sport hofft auf Meinungsumschwung

Kommenden Mittwoch will die IG Sport die Präsidentinnen und Präsidenten der Sportvereine informieren und mobilisieren. Dann soll auch das Vorgehen für die Unterschriftensammlung festgelegt werden. «Wir wollen alle Kanäle anzapfen und alles mögliche Unternehmen», sagt Mauchle.

Die IG hofft nach wie vor, dass das Parlament seine Meinung ändert und dem Projektierungskredit für die Option Aussenbecken im zweiten Anlauf zustimmt. Aus seiner Sicht wäre das ein zweiter Schwenk, zurück zur ursprünglichen Haltung: Vor zwei Jahren hatte das Parlament beschlossen, sich im Rahmen des Projektwettbewerbs die Option Aussenbecken offen zu halten.

Im Gegensatz zu damals stimmte die SVP-Fraktion diesen Dezember aber gegen das Aussenbecken, was letztlich den Ausschlag gab. Für Präsident Markus Rosenberger ist die Ausgangslage klar und eine weitere Prüfung nicht nötig.

Eine Volksabstimmung würde die Planung bremsen

Trotzdem hofft die IG Sport, die Gegner des Aussenbeckens umstimmen zu können, bis ihre Initiative im Parlament behandelt wird. Die IG setzt darauf, zusammen mit einem Sachverständigen von den Fraktionen angehört zu werden.

Denn nur wenn das Parlament Ja sagt, kann die Idee eines Aussenbeckens weiterverfolgt werden, ohne dass es bei der Planung des Hallenbads zu weiteren Verzögerungen kommt.

Bei einem Nein des Parlaments wäre eine Volksabstimmung frühestens am 7. Mai möglich, teilt die Stadtkanzlei mit. Dadurch würde die Planung des neuen Hallenbads Buechenwald um zwei Monate verzögert.

In ihrer Mitteilung lässt die Stadtkanzlei allerdings offen, welche Auswirkungen das auf den Termin für die Volksabstimmung über den Baukredit für das Hallenbad hätte. Dieser ist bislang auf frühestens Ende 2021 angesetzt.

Gossauer Steuerfuss sinkt, Aussenbecken säuft ab

In einer Marathonsitzung hat das Gossauer Stadtparlament das Budget und den Projektierungskredit für den Masterplan Sportanlagen beraten. Ein beheiztes Aussenbecken beim neuen Hallenbad bleibt chancenlos – vorerst.
Johannes Wey