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Für einen helleren Eindruck von Gossau: Die Bahnhofunterführung soll freundlicher werden

Der Gossauer Stadtpräsident will die Bahnhofunterführung aufhellen. Ob das geht, entscheidet die SBB-Denkmalpflege.
Perrine Woodtli
Die Bahnhofunterführung in Gossau. (Bild: Urs Bucher (14. Oktober 2019))

Die Bahnhofunterführung in Gossau. (Bild: Urs Bucher (14. Oktober 2019))

Eine Bahnhofunterführung ist selten ein gemütlicher Ort. Kahle Wände, niedrige Decken und kaltes Neonlicht. In der Nacht gehen viele Passanten eher zügig durch den dunklen Gang. Auch die Unterführung am Bahnhof Gossau ist nicht unbedingt eine Wohlfühlzone. Das möchte die Stadt nun ändern.

An einem Stadtapéro des Gossauer Stadtrates vor knapp einem Jahr regte ein Bürger an, die dunkle Bahnhofunterführung aufzuhellen. Eine Idee, die bei Stadtpräsident Wolfgang Giella auf Anklang stiess. «Als ÖV-Nutzer war der Bahnhof Gossau einer meiner ersten Eindrücke der Stadt. Der Bahnhof ist auch eine Visitenkarte eines Ortes», sagt Wolfgang Giella, der vorher in Chur lebte.

«Ich fand die Kritik an die Personenunterführung nachvollziehbar.»

Für einen «wichtigen Wirtschaftsstandort, wie Gossau einer sei», wünschte er sich schon einen «etwas helleren Ersteindruck».

Wolfgang Giella, Stadtpräsident Gossau, (Bild: Benjamin Manser)

Wolfgang Giella, Stadtpräsident Gossau, (Bild: Benjamin Manser)

Diesen Wunsch hegen offenbar noch mehr Gossauerinnen und Gossauer. Der Stadtrat habe immer wieder E-Mails und in Umfragen deutliche Hinweise erhalten, dass man die Unterführung als «unangenehm» empfinde, sagt Giella.

Neuer Anstrich muss abgeklärt werden

In die Quere könnte der Stadt die Denkmalpflege der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) kommen. Die SBB haben eine eigene Fachstelle für Denkmalpflege. Diese ist zuständig für den Umgang mit dem baukulturellen Erbe der SBB und vermittelt zwischen den Interessen der SBB und den Schutzinteressen.

Sie unterstützt zudem die Planungs-, Projektierungs- und Ausführungsabteilungen bei der Erarbeitung bewilligungsfähiger Lösungen im Umgang mit schutzwürdigen Objekten und Arealen. «Die Fachstelle erarbeitet dafür die historischen und ortsbaulichen Grundlagen und koordiniert diese mit den zuständigen Behörden für Denkmalpflege, Ortsbildschutz und Unesco-Welterbe», sagt SBB-Mediensprecher Raffael Hirt.

Der Bahnhof Gossau aus dem Jahr 1913 ist schützenswert (siehe Infokasten). Bei schutzwürdigen Bahnhöfen erhalten die SBB den Bahnhof als Ganzes. Teil davon sei auch das Farb- und Lichtkonzept innerhalb und ausserhalb der Gebäude sowie in der Personenunterführung, sagt Hirt.

«Deswegen bedarf eine solche Anpassung vertiefter Abklärungen. Neue Lampen und anders gestrichene Wände verändern schliesslich das Bild eines Bahnhofs.» Solche Abklärungen treffen die SBB bei allen allfälligen Anpassungen schützenswerter Bahnhöfe.

Giella und SBB treffen sich Ende Monat

Am 31. Oktober treffen sich Stadtpräsident Wolfgang Giella und die SBB-Denkmalpflege, um eine allfällige Aufhellung der Gossauer Bahnhofunterführung zu besprechen. «Ich hoffe, dass man die gegenseitigen Anliegen kennen lernt und versucht, im Rahmen des Möglichen eine Lösung zu finden», sagt Wolfgang Giella.

Falls die SBB einer Aufhellung zustimmen würden, werden diese laut Raffael Hirt gemeinsam mit Vertretern der Stadt Gossau nach einer Begehung vor Ort die nächsten Schritte definieren.

Bahnhof ist geschützt

Der Bahnhof Gossau wurde vor 106 Jahren erbaut. Obwohl in der Schutzverordnung der Stadt Gossau von 1984 ein Eintrag zum Bahnhof und seinen Nebengebäuden fehlt, gilt der Bahnhof als schützenswert. Zum einen sind die historischen Bauten im Inventar der schützenswerten und erhaltenswerten Kulturobjekte der Stadt Gossau aufgelistet. Zum anderen ist der Bahnhof durch das kantonale Baugesetz geschützt. Dieses besagt, dass bedeutende Ortsbilder sowie künstlerisch oder geschichtlich wertvolle Bauten oder Bauteile zu erhalten sind. Zudem gehören die Bauten den SBB. Sie sind als Inhaberin zu Schonung von Ortsbild und Kulturdenkmälern verpflichtet. (woo)

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