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Glosse

Für eine attraktive S-Bahn St.Gallen: Die Zugverbindung nach Zürich in Winkeln kappen

David Gadze
Der Regioexpress von und nach Konstanz hält derzeit auch am Bahnhof Haggen - und ermöglicht so fast den ganzen Tag einen Viertelstundentakt. (Bild: David Gadze/13. August 2019)

Der Regioexpress von und nach Konstanz hält derzeit auch am Bahnhof Haggen - und ermöglicht so fast den ganzen Tag einen Viertelstundentakt.
(Bild: David Gadze/13. August 2019)

In Haggen lebt sich’s ziemlich feudal. Nicht nur wegen der idyllischen Lage, sondern auch wegen der guten Anbindung mit dem öffentlichen Verkehr. Drei Buslinien fahren ins Quartier im Westen der Stadt St.Gallen. Dazu verfügt man über eine hervorragende S-Bahn-Verbindung vom und zum St.Galler Hauptbahnhof. Auch unter der Woche kommt man noch mitten in der Nacht aus dem Stadtzentrum nach Hause. Und tagsüber fahren die Züge ungefähr im Viertelstundentakt.

Das sind Zustände, von denen man rund um den nahe gelegenen Bahnhof Bruggen oder in Winkeln nur träumen kann. Im Vergleich zu Haggen befindet man sich dort eisenbahntechnisch in der Steinzeit; der Halbstundentakt ist das höchste der Gefühle. Dafür sorgt in Winkeln die Raffinesse der Fahrplanplaner, die Züge ganz grossstadtmässig im Abstand von wenigen Minuten fahren zu lassen – allerdings bloss zwei, quasi hintereinander, dafür rund 30 Minuten keinen mehr.

Die komfortable Situation in Haggen hat einen bestimmten Grund: die Streckensperrung zwischen St.Gallen und Herisau infolge der Sanierung des Sitterviadukts. Deshalb wenden seit den Sommerferien alle Züge, die vom Hauptbahnhof her kommen, am Bahnhof Haggen. Also auch der Regioexpress von und nach Konstanz, der sonst dort durchbraust und dessen Halt die Stadt und das Quartier bisher erfolglos gefordert haben.

Ab übernächster Woche ist der S-Bahn-Zauber in Haggen allerdings wieder vorbei. Dann fahren die Züge zwischen St.Gallen und Herisau wieder normal. Mit anderen Worten: Das Quartier verliert seinen lieb gewonnen zusätzlichen Halt. Was auch deshalb schmerzt, weil es eine frische Wunde aufreisst. Es ist noch kein Jahr her, seit Haggen den Viertelstundentakt zu Spitzenzeiten aufgeben musste.

Für den Stadtrat, der vom Kanton schon länger eine Verbesserung der S-Bahn-Verbindungen innerhalb der Stadt fordert, eröffnet die zu Ende gehende Streckensperrung aber ganz neue Perspektiven: Kappt man die Zugstrecke in Richtung Zürich nach Winkeln und lässt die Züge dort wenden, erhält St.Gallen auf einmal eine S-Bahn, die diesen Namen auch verdient.

Und keine Angst, liebe Zürcher: Nach St.Gallen kommt man auch auf der Autobahn. Auch mit dem Bus. Dafür, dass Bund und SBB die Bahnausbauten in der Region St.Gallen seit Jahren vernachlässigt haben, während andernorts Milliarden flossen, wäre die Endstation Gossau aus Westen nur konsequent.

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