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Für die VBSG geht es wieder bergauf: 2018 haben wieder mehr Fahrgäste die St. Galler Busse benützt

Die Verkehrsbetriebe St. Gallen haben ihre Talfahrt gestoppt: Nachdem sie seit dem Rekordjahr 2013 stets Fahrgäste verloren hatten, konnten sie 2018 wieder eine Zunahme verzeichnen. Die Gründe für beides sind aber schwer auszumachen.
David Gadze
Die Verkehrsbetriebe St. Gallen haben 2018 25,3 Millionen Fahrgäste transportiert. Das ist knapp ein Prozent mehr als im Vorjahr. (Bild: Urs Bucher, 13. April 2019)

Die Verkehrsbetriebe St. Gallen haben 2018 25,3 Millionen Fahrgäste transportiert. Das ist knapp ein Prozent mehr als im Vorjahr. (Bild: Urs Bucher, 13. April 2019)

Die Verkehrsbetriebe St. Gallen haben im vergangenen Jahr einen Anstieg von Fahrgästen verzeichnet. Sie haben insgesamt knapp 25,3 Millionen beziehungsweise täglich 69'300 Personen transportiert. Das sind rund 200'000 oder knapp ein Prozent mehr als 2017. Nach der Talfahrt, die nach dem Rekordjahr 2013 eingesetzt hatte, geht es für die VBSG also wieder bergauf. Seit 2013 waren die Zahlen jedes Jahr rückläufig und erreichten 2017 den tiefsten Stand seit 2010.

Unternehmensleiter Ralf Eigenmann freut sich zwar über die Wende. Er will den letztjährigen Anstieg jedoch nicht isoliert betrachten, sondern beurteilt die Zahlen aus einer langfristigen Perspektive. Die Zunahme entspreche trotz der Rückgänge zwischen 2013 und 2017 letztlich dem langjährigen Mittel.

Postautos schöpfen Fahrgäste ab

Den einen Hauptgrund gebe es weder für die positiven noch für die negativen Veränderungen, sagt Eigenmann. Es sei immer ein «Set von Gründen». Welcher sich wie stark ausgewirkt habe, darüber könne er nur mutmassen. So seien in den vier Jahren vor 2018 die Winter – die wichtigste, weil fahrgaststärkste Zeit für Transportunternehmen – ziemlich mild gewesen. Gerade im städtischen Nahverkehr habe das beispielsweise zur Folge, dass man länger Velofahren könne. Auch E-Bikes spielten eine Rolle.

Und schliesslich habe der Umbau des Bahnhofplatzes zwischen 2015 und 2017 die VBSG Fahrgäste gekostet. Denn an den kombinierten provisorischen Haltestellen für VBSG-Busse und Postautos an der St.-Leonhard-Strasse hätten die Passagiere in der Regel das vorderste Transportmittel nehmen können. Dieser Effekt sei nun auch auf dem neugestalteten Bahnhofplatz zu spüren. Indem die Postautos nicht wie früher etwas abseits des Bushofs stehen, sondern teilweise auch an den gleichen Perrons halten wie die VBSG-Busse, nutzten mehr Fahrgäste als vor der Umstellung die gelben Busse auch innerhalb der Stadt.

Es mangelt an separaten Busspuren

Um die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs in der Stadt St. Gallen zu steigern, brauche es vermehrt eine Busbevorzugung, sagt Eigenmann. Es mangle noch an zu vielen neuralgischen Stellen an separaten Busspuren, die die Zuverlässigkeit des öffentlichen Verkehrs steigern würden. Trotz der Zunahme an Fahrgästen ging der Verkehrsertrag der VBSG von knapp 28 Millionen Franken im Jahr 2017 auf rund 26,9 Millionen (2018) zurück. Dabei handelt es sich um Einnahmenanteile am Tarifverbund Ostwind. Wie hoch diese ausfallen, berechnet sich nach einem Verteilschlüssel, der auf diversen Faktoren beruht. Ende 2017 sei beispielsweise der Schaffhauser Tarifverbund Flextax in den «Ostwind» integriert worden, sagt Eigenmann.

«Er liefert nun ebenfalls die Schoggi zum Kuchen, isst aber gleichzeitig auch mit.»

Aber auch die Fahrgastrückgänge der Vorjahre wirken sich gemäss Eigenmann negativ aus: Die VBSG wurden aus diesem Grund zurückgestuft.

Kostendeckungsgrad soll möglichst hoch sein

Wie das «interne» Ergebnis aussehen würde, wenn die VBSG nicht sämtliche Einnahmen jeweils an den «Ostwind» abliefern würden, kann Eigenmann nicht sagen. «Wir führen keine Parallelbuchhaltung.» Wichtig sei, dass die VBSG den hohen Kostendeckungsgrad, der 2018 von rund 68 auf 64 Prozent gesunken ist, erhalten könnten.

«Wir wollen nicht Gewinne erwirtschaften, sondern einen effizienten und kostengünstigen öffentlichen Verkehr bereitstellen.»

Zumal sich der Kostendeckungsgrad in den kommenden Jahren verschlechtern werde. Denn den VBSG stehen grosse Investitionen bevor: Sie müssen grosse Teile der Autobusflotte und später auch die Trolleybusse durch neue Fahrzeuge ersetzen und zusätzliche Abschnitte des Liniennetzes elektrifizieren. Zudem ist ein neues Depot geplant.

Deshalb sei auch das Unternehmensergebnis von knapp 1,1 Millionen Franken – eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr – nicht entscheidend. Wichtiger sei, die öffentliche Hand durch einen möglichst hohen Kostendeckungsgrad zu entlasten. Dadurch ermögliche man wieder Leistungsausbauten. Nur: Ob es diese dann in der Stadt St. Gallen oder anderswo im «Ostwind» gibt, bestimmt letztlich der Kanton (beziehungsweise die «Ostwind»-Kantone) als Besteller des Angebots. Für Ralf Eigenmann ist das kein Problem:

«Wir müssen schauen, dass das Gesamtsystem möglichst effizient ist. Dann steigen auch die Fahrgastzahlen, und am Ende profitieren alle davon.»

Hinweis:
www.stadtsg.ch/gb18

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