Kommentar

Für die Marktplatz-Neugestaltung braucht es eine breite Allianz

Das Projekt für den St.Galler Marktplatz ist breit abgestützt. Trotzdem darf sich der Stadtrat nicht zurücklegen.

Daniel Wirth
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Daniel Wirth, Leiter Stadtredaktion.

Daniel Wirth, Leiter Stadtredaktion.

Ralph Ribi

Ein Komitee bekämpft den Verpflichtungskredit von 27,7 Millionen Franken für die Neugestaltung von Marktplatz und Bohl, über den die Stimmberechtigten der Stadt am 17. Mai abstimmen werden. An der Spitze des Komitees steht die SVP-Stadtpartei, deren Fraktion schon in der Debatte im Stadtparlament kritisierte, das Projekt sei massiv zu teuer.

Die SVP wollte den Kredit um rund ein Viertel auf 21 Millionen Franken kürzen, scheiterte aber mit ihrem Antrag. Von daher ist es nur konsequent, dass die Partei oder Teile von ihr die Marktplatz-Vorlage jetzt bekämpft – auch wenn die Argumente wenig Tiefgang haben. So ist es ziemlich billig zu behaupten, das St.Galler Projekt sei zu teuer und dabei den Zürcher Sechseläutenplatz und den Bundesplatz in Bern als Vergleiche herbeizuziehen.

So oder so: Auch die dritte Vorlage zur Neugestaltung von Marktplatz und Bohl erfährt nach den Abstimmungsniederlagen 2011 und 2015 Widerstand. Es liegt nun am Stadtrat, die Vorlage engagiert und geschlossen zu verteidigen, damit nicht schon wieder alles umsonst sein wird. Zur Erinnerung: Der Projektidee ging ein aufwendiges Partizipationsverfahren voraus. Wer wollte, konnte sich einbringen.

Das Projekt ist breit abgestützt. Gleichwohl darf sich der Stadtrat nicht zurücklehnen. Bauchefin Maria Pappa geniesst Vertrauen in der Bevölkerung. Ihr ist zuzutrauen, dass sie das Projekt ins Ziel bringt. Dennoch sind ihre Stadtratskollegen aufgefordert, ebenfalls mitzuhelfen, ein Desaster zu verhindern. Ein erneutes Nein wäre ein miserables Zeichen für die Gallusstadt.

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