Frisbees statt Stöckchen: Am Wochenende findet im Gründenmoos der Final der Swiss Discdog Challenge statt

Über 100 Teams messen sich am Wochenende in der Swiss Discdog Challenge. Zeitgleich findet im Gründenmoos die Bumerang-EM statt.

Livia Grob
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Madeleine Thürlemann trainiert mit ihrem Hund im Gründenmoos. (Bilder: Lisa Jenny (8. August 2019))

Madeleine Thürlemann trainiert mit ihrem Hund im Gründenmoos. (Bilder: Lisa Jenny (8. August 2019))

Im Gründenmoos fliegen dieses Wochenende keine Bälle durch die Luft und es sind auch keine Goalies, die danach hechten. Nein, es sind Hunde: Diesen Samstag und Sonntag, 10 bis 17Uhr, findet in St.Gallen der Final der Hundefrisbee-Turnier-Serie statt. Die Zuschauer können den Hunden gratis bei ihrer Performance zuschauen.

Insgesamt sieben Discdog-Turniere wurden in der Schweiz und in Italien dieses Jahr durchgeführt. Die gesammelten Punkte werden mit den verdoppelten Punkten aus der Finalrunde verrechnet und ergeben das Endresultat. «So bleibt es bis zum Schluss spannend. Man weiss nie, wer gewinnen wird», sagt Madeleine Thürlemann, Titelverteidigerin der Swiss Discdog Challenge.

St.Gallen ist eine Discdog-Vorreiterin

Der Sport stammt ursprünglich aus den USA, wo in der Pause eines Footballspiels ein Fan mit seinem Hund Frisbee-Kunststücke vorführte. So wollte er auf den bis dahin unbekannten Sport aufmerksam machen. Seit 2007 gibt es auch in der Schweiz Discdog-Begeisterte – St.Gallen hat landesweit eine Vorreiterrolle inne.

2013 fand im Gründenmoos die Europameisterschaft statt, ein Jahr später wurde gleichenorts die erste Weltmeisterschaft ausserhalb der USA ausgetragen. Und dieses Wochenende findet zum vierten Mal der Final der Swiss Discdog Challenge statt. Über 100 Teams haben sich angemeldet.

Der Höhepunkt ist die Freestylerunde

Die Teams messen sich in drei Disziplinen. «Toss and Fetch», also werfen und fangen, heisst die erste. Diese Würfe müssen die Hunde zielgenau in den verschiedenen Punktezonen fangen. Bei den Langdistanzwürfen müssen die Scheiben ebenfalls gefangen werden – hierbei spielt die Distanz eine Rolle.

Doch der Höhepunkt des Discdog-Wettkampfs ist stets die Freestylerunde. Besitzer und Hund führen zwei Minuten lang eine Kür mit Musik auf. Der Hund springt vom Körper des Menschen ab, fängt Frisbees und zeigt Tricks. «Das ist der spektakulärste Teil für die Zuschauer», sagt Thürlemann. In der Kür dürfen bis zu zehn Frisbeescheiben benutzt werden.

«Wenn ein anderer Hundeführer einen der Tricks erklärt haben will, ist das kein Problem», sagt sie. Es herrsche keine Rivalität zwischen den Teams. Schliesslich haben alle «de Plausch» an diesem Sport und den Tieren. «Wir sind wie eine Familie.» Viele der Teilnehmer schlagen am Rand der Wiese ihre Zelte auf. Abends sitze man noch zusammen und lasse den Turniertag Revue passieren. Man kenne sich meist schon von früheren Wettkämpfen; die Discdog-Szene ist noch nicht sehr gross.

Für Samstag verspricht das Wetter Regen. «Das macht uns nichts aus, wir sind wasserfest», sagt Madeleine Thürlemann und lacht. Als echte «Hündeler» sei man bei Wind und Wetter draussen. Und für die Zuschauer gebe es genug Platz unter der überdachten Tribüne.

www.swissdiscdog.ch

Im Gründenmoos findet auch die Bumerang-EM statt

Diese Tage werden im Gründenmoos auch Bumerangs geworfen: Vom 8. bis 11. August messen sich rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in verschiedenen Disziplinen. Die Bumerangwerfer teilen sich dabei die Wiesen im Gründenmoos mit dem Hundefrisbee-Finale. Unter anderem Sportler aus der Schweiz, Spanien, Belgien, Frankreich und den USA nehmen an der Europameisterschaft teil.

Zu Beginn des Wettkampfs steht die Disziplin Weitwurf an. Laut Swiss Boomerang Federation gelten Sportlerinnen und Sportler, die den Bumerang über 120 Meter werfen, als gut. Beim Weitwurf muss der Bumerang, anders wie bei den restlichen Disziplinen, wegen der Verletzungsgefahr nicht gefangen werden. Bei anderen Disziplinen zählt beispielsweise die Wurfgenauigkeit, die Zahl der Fänge oder die Flugdauer.

Organisiert werden die Bumerang-Europameisterschaften von der 1987 gegründeten Swiss Boomerang Federation. Deren Ziel ist es, unter anderem den Sport bekannter zu machen, Wettkämpfe durchzuführen oder den Nachwuchs zu fördern.