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Fremdenhass: Rorschacher Wirtin wird beschimpft und bedroht

Nikol Bohunicky wird seit einiger Zeit von einem Mann bedrängt, weil sie keine gebürtige
Schweizerin ist. Dagegen möchte sie vorgehen und macht die üblen Anschuldigungen auf Facebook öffentlich.
Ines Biedenkapp
Nikol Bohunicky wurde vor ihrer Bar Perron von einem Mann bedroht, der sich als «Einziger Schweizer am Hafen» bezeichnet. Bild: ibi

Nikol Bohunicky wurde vor ihrer Bar Perron von einem Mann bedroht, der sich als «Einziger Schweizer am Hafen» bezeichnet. Bild: ibi

«Ich bin heute dermassen verzweifelt und traurig, dass ich nicht anders kann, als meine Erlebnisse mit euch teilen zu müssen», fängt Nikol Bohunicky, Geschäftsführerin des Cafés und der Bar Perron, ihren Facebook Eintrag an.

Der Beitrag bezieht sich auf einen Vorfall, der sich am Mittwochabend im «Perron» an der Hafenmeile ereignet hat. Eigentlich war es ein normaler Abend. Bohunicky war gerade draussen, unterhielt sich mit ihren Gästen und rauchte eine Zigarette, als ein Mann, der sich selbst als «der einzige Schweizer im Hafen» bezeichnete, ankam und laut aufforderte, sie alleine sprechen zu wollen.

Nicht der erste Vorfall

Anfangs hat die Gastronomin die aggressive Aufforderung des Mannes versucht zu ignorieren, doch er wurde zunehmend herausfordernd und suchte auch Streit mit den anwesenden Gästen. Dazu begann er, Bohunicky zu bedrohen und wüst zu beschimpfen. Sie musste sich unter anderem folgenden Satz anhören: «Wenn du nicht befolgst, was ich dir sage, dann sorge ich dafür, dass du von hier verschwindest.» Auch beleidigte er sie bezüglich Herkunft und Geschlecht. «Er war kurz davor, handgreiflich zu werden», schreibt sie in ihrem Post weiter. Doch es war nicht der erste Vorfall.

In den vergangenen Monaten kam der Mann immer wieder pöbelnd zum «Perron» und schimpfte über Ausländer. Am Mittwoch trieb er es auf die Spitze: Sie hätte in der Schweiz nichts zu sagen. Dabei lebt die gebürtige Slowakin seit sieben Jahren hier, hat sich integriert, spricht fliessend Deutsch und fühlt sich wohl. Sie kam durch die Familie ihres Mannes in die Schweiz, mit dem sie seit elf Jahren zusammen ist. Vor vier Jahren machte sie sich selbstständig. Hatte bisher keine Probleme. Anfang des Jahres erfüllte sie sich einen Traum und übernahm die Leitung des «Perron» an der Hafenmeile.

Die Aggression lässt ihr keine Ruhe

«Solche Bemerkungen haben mich verletzt und beleidigt», sagt Nikol Bohunicky. «Ich habe mich ehrlich gesagt geschämt, als ich mir all diese Beschimpfungen vor meinen Gästen anhören musste, denn eigentlich dachte ich, dass ich mich gut integriert hätte.»

Derzeit überlege sie, ob sie zur Polizei gehen soll, um eine Anzeige zu erstatten. «Solange es nur gegen mich ginge, könnte ich es noch ignorieren, aber mittlerweile geht er gegen meine Gäste vor und das geht zu weit», sagt Bohunicky. In der Gastronomie brauche man zwar ab und zu ein dickes Fell, doch eine solche Anfeindung habe sie bisher noch nicht erlebt. Eigentlich wollte sie erst einmal über den Vorfall schlafen und einige Tage abwarten, doch die Aggression, mit der sie angegangen wurde, lässt ihr keine Ruhe mehr. «Ich mache mir Gedanken, ob der Herr nur ein Einzelfall war, oder ob die Stimmung gegenüber uns ‹Ausländer›, die in der Schweiz arbeiten und leben, so feindlich geworden ist», schreibt sie weiter in ihrem Post.

Sie möchte Facebook daher nutzen, um mit den Menschen der Region in Kontakt zu kommen. «Ich fände es schade, wenn man Leute einfach ausschliesst», sagt sie. «In der Schweiz hatte ich bisher nie Probleme. Wenn sich die Situation jetzt ändern würde, wäre dies bedauerlich.»

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