Freizeit
Film ab! Diese Blockbuster und Arthouseperlen zeigen die Open-Air-Kinos in St.Gallen und am See im Sommer 2021

Sommer bedeutet auch Kino unter freiem Himmel. Dieses Jahr zieht sich ein Film wie ein roter Faden durch alle Programme von Kinok, Solarkino und Open-Air-Kino in Arbon.

Marlen Hämmerli
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Das Open-Air-Kino des Kinok St.Gallen findet auch dieses Jahr in der Rondelle der Lokremise statt.

Das Open-Air-Kino des Kinok St.Gallen findet auch dieses Jahr in der Rondelle der Lokremise statt.

Bild: PD

Hysterie ist typisch weiblich? Nein, finden die Organisatoren des St.Galler Programmkinos Kinok und treten den Gegenbeweis an. Diesen Sommer zeigt das Kinok in seinem Open-Air-Kino «Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs» – so das Thema der Reihe. «Die Filmgeschichte ist voll von Männern, die an ihre Grenzen geraten. Es ist ein Muster von Komödien», sagt Sandra Meier, Leiterin des Kinok.

Das Open-Air-Programm umfasst 15 Filme. Es ist eine bunte Mischung aus europäischen und US-amerikanischen Streifen sowie aus Klassikern und neuen Filmen. «Vertigo», «Groundhog Day», «American Beauty», aber auch den diesjährigen Oscargewinner «Drunk» oder «Crazy, Stupid, Love», um nur einige Titel zu nennen.

Das Kinok führt sein Freiluftkino wie gewohnt in der Rondelle der Lokremise durch. Die Open-Air-Filme werden zwischen 15. Juli und 14. August gezeigt, jeden Donnerstag, Freitag und Samstag mit Beginn um 21.45 Uhr. Bei Regen wird in den Kinosaal gezügelt.

Woody Allen in der Midlife-Crisis und Louis de Funés als Gastrokritiker

Den Anfang macht am 15. Juli Woody Allen in «Annie Hall». Als Komiker Alvy Singer steckt er nach der Trennung von seiner Freundin in einer Midlife-Crisis. In weiteren Filmen spielen Cary Grant, Billy Murray, Jean-Pierre Leaud, Heiner Lauterbach oder auch die französischen Komikerlegende Louis de Funés die Hauptrolle. Er verkörpert am 12. August in «L'aile ou la Cuisse» einen Gastrokritiker, der mit vollem Einsatz die französische Küche gegen Fast Food verteidigt.

Zum Abschluss am 14. August zeigt das Kinok eine Vorpremiere: «Les 2 Alfred». Ein Langzeitarbeitsloser hat zwei Monate, um seiner Frau zu beweisen, dass er auf die beiden kleinen Kinder aufpassen und gleichzeitig finanziell unabhängig werden kann.

«Drunk» im Solarkino

Auch das Solarkino hat «Drunk» im Programm, was für den Verein etwas Besonderes ist. «Wir haben noch nie einen jahresaktuellen Film gezeigt», sagt Präsident Denis Haramincic. Dazu kommt es aber nun wegen der Coronapandemie. Die weltweit geschlossenen Kinos haben dazu geführt, dass es bei den Programmplänen grössere Verschiebungen gegeben hat.

Ebenfalls von 2021 ist «Volevo Nascondermi», der von Antonio Ligabue handelt, dem italienischen Van Gogh. Ligabue hat bis 19 in der Ostschweiz, auch in St.Gallen, gelebt, bevor er ausgeschafft wurde.

Das Solarkino tourt jeweils durch die Ostschweiz und in St.Gallen durch die Stadt. Für den Eröffnungsabend baut der Verein Leinwand und Liegestühle traditionellerweise auf dem Gallusplatz auf.

Das Solarkino tourt jeweils durch die Ostschweiz und in St.Gallen durch die Stadt. Für den Eröffnungsabend baut der Verein Leinwand und Liegestühle traditionellerweise auf dem Gallusplatz auf.

Bild: Adriana Ortiz Cardozo

Für das Solarkino ist es die zehnte Saison. Zu diesem Geburtstag sind einige kleine Überraschungen fürs Publikum geplant. Im zehnten Sommer gewinnt das Solarkino zudem einen neuen Standort dazu: St.Margrethen. Dort steht es seit Mittwoch. Am Donnerstag zieht das Solarkino dann weiter nach Rorschach, wo es am Abend «Gli Anni Piu Belli» zeigt. Ab 31. Juli sind dann wieder in St.Gallen Filme mit Solarenergie zu sehen.

Insgesamt führt das Solarkino dieses Jahr über 25 Filmabende durch. «So viele wie noch nie», sagt Haramincic. Als Vergleich: Zählt man die neun bisherigen Saisons zusammen waren es 98 Abende. «Wir sind ein kleiner, ehrenamtlich organisierter Verein und werden Ende Jahr über die Bücher, ob es nicht zu viel war oder strukturelle Anpassungen nötig werden.» Mit mehr Planungssicherheit würden aber über 25 Abende eine Option bleiben.

Open-Air-Kino am See

Natürlich findet dieses Jahr auch wieder das grosse Open-Air-Kino in Arbon und Kreuzlingen statt. Dabei wird in Arbon ebenfalls «Drunk» gespielt. Und ein Blick aufs Programm zeigt: Auch hier wirkt sich die Pandemie aus. So stammen gleich ein paar Filme von 2018, darunter «A Star Is Born» und «Bohemian Rhapsody». Gezeigt werden aber auch der Dokumentarfilm «Nomadland» und das Drama «The Father», die wie «Drunk» dieses Jahr bei der Oscarverleihung gewonnen haben.

Auch bei der Kapelle Wilen in Rorschacherberg gibt es dieses Jahr Open-Air-Filme. Die ökumenische Kommission Wilen-Wartegg organisiert es wie üblich gemeinsam mit dem Cevi-Kino. Gezeigt werden am 19. August «Antoinette», am 20. August «Als Hitler das rosa Kaninchen stahl» und am 21. August «Der geheime Garten».

Solarkino hält auf dem Areal Bach

In St.Gallen spielt das Solarkino an insgesamt sieben Abenden einen Film ab, zwischen 31. Juli und 14. August. Stationen sind Kreuzbleiche, Gallusplatz, Drei Weieren, Unterer Brühl und neu das Areal Bach. Falls es an einem Abend regnet, wird der Film auf ein Ersatzdatum verschoben.

Besonders ist zudem dieses Jahr, dass das Solarkino Yoga anbietet. Ja, richtig gelesen. Als Begleitprogramm zu «Sein – gesund, bewusst, lebendig» ist für 6. und 7. August, 19 bis 20 Uhr, eine Kundalini-Lektion geplant, durchgeführt von Shuniya Yoga.

Wegen Corona musste der Verein das Programm relativ kurzfristig zusammenstellen. Vor dem ersten Lockerungsschritt sei eine Planung nicht möglich gewesen. Haramincic vom Solarkino sagt: «Die vergangenen sechs, sieben Wochen waren eine ziemliche Hauruckübung, die ohne Routine und Abläufe aus den Vorjahren kaum möglich gewesen wäre.»

Nun aber, besonders mit den neuesten Lockerungen, steht dem Filmgenuss unter freiem Himmel nichts mehr im Weg.

www.kinok.ch, www.solarkino-sg.ch, www.open-air-kino.ch