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Pension nach 39 Jahren bei einem Gossauer Unternehmen

Fast vier Jahrzehnte hat Walter Schefer für ein Gossauer Holzwerkstoffunternehmen gearbeitet. Als Lastwagenfahrer lernte er die Schweiz kennen, später das Fabrikareal wie seine Westentasche.
Nina Rudnicki
Erst war er auf den Strassen, dann auf dem Firmenareal unterwegs: Nach 39 Jahren verlässt Walter Schefer die Gossauer Braun AG. (Bild: Urs Bucher)

Erst war er auf den Strassen, dann auf dem Firmenareal unterwegs: Nach 39 Jahren verlässt Walter Schefer die Gossauer Braun AG. (Bild: Urs Bucher)

«Frei und unterwegs sein, das habe ich während meines Arbeitslebens am meisten gemocht», sagt Walter Schefer. 39 Jahre hat der 65-Jährige beim Gossauer Holzwerkstoffunternehmen Braun AG gearbeitet. Nun wird er pensioniert.

Auf die Frage, wie frei sein zu jemandem passt, der immer bei der selben Firma gearbeitet hat, lacht er zuerst. Dann erzählt er von seinen Anfangsjahren beim Unternehmen, als er als Lastwagenfahrer in der ganzen Schweiz unterwegs war. Langweilig war ihm dabei nie. «Ich fand es immer spannend, andere Regionen kennen zu lernen», sagt er. «Und auf den Raststätten traf ich häufig andere Fahrer, die ich kannte.»

Vor seiner Zeit bei der Braun AG fuhr Walter Schefer für verschiedene Auftraggeber auch Routen durch Europa. Die Strecke durch Italien war damals seine Lieblingsroute. «In den 1970er-Jahren durften wir dort so schnell fahren und so viel laden, wie wir wollten. Es gab keine Vorschriften. Ich fühlte mich grenzenlos», sagt er.

Lieber im Lastwagen denn an der Werkbank

Für den Beruf des Chauffeurs entschied sich Walter Schefer nach seiner Lehre als Schreiner.

«Ich mochte das Schreinern überhaupt nicht und habe nie in diesem Bereich gearbeitet.»

Früher habe es keine Schnupperlehren gegeben und so habe sein Vater diesen Beruf für ihn ausgesucht. Nach der Lehre sparte Walter Schefer für die Fahrprüfung als Lastwagenfahrer. Kurz darauf konnte er bei einem Unternehmen als Aushilfe anfangen, weil dort ein Fahrer sein Billett verloren hatte. Eine der ersten Fahrten führte ihn nach Zürich. «Das war für mich eine neue Welt. Ich kannte bis dahin ja gar nichts», sagt Walter Schefer, der in Bühler aufgewachsen und in St. Gallen Lehrling gewesen war.

«Ich kann es empfehlen, nicht wechselhaft zu sein»

Nach 25 Jahren auf der Strasse unterwegs wechselte Walter Schefer in den Gebäudeunterhalt. «Irgendwie bin ich da hineingerutscht. Ein Betriebsmechaniker fiel aus und ich sprang ein», sagt er.

«Am Ende war ich für alles zuständig, was anfiel. Dazu gehören Reparaturen an den Lastwagen, im Gebäude und an den Maschinen.»

Als besonders aussergewöhnlich empfindet es Walter Schefer nicht, ein Leben lang für dasselbe Unternehmen zu arbeiten. «Mehrere meiner Arbeitskollegen sind seit zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren hier angestellt. Im vergangenen Jahr wurde zudem ein Kollege pensioniert, der auch 39 Jahre für diese Firma gearbeitet hat», sagt er. Es habe alles seine Vor- und Nachteile. Dann fallen Walter Schefer aber nur die Vorteile ein: Als langjähriger Mitarbeiter kennt man alles und geniesst gewisse Privilegien. «Wenn ich jetzt darüber nachdenke, dann kann ich es jedem nur empfehlen, nicht zu wechselhaft zu sein», sagt er.

Auf Wanderschaft, Velo-oder Skitour

Nach seiner Pensionierung möchte Walter Schefer einige Arbeiten an seinem Haus in St. Gallen vornehmen. Und genau wie früher als Chauffeur ist er auch in seiner Freizeit gerne unterwegs. Beim Wandern, Töff-­, Velo- oder Skifahren hat er immer einen Ausgleich zur Arbeit gefunden.

«Ich freue mich darauf, dass ich nach der Pensionierung nun noch mehr Zeit dafür habe», sagt er. Dann gebe es auch noch seine Frau, seine Kinder und Enkelkinder. Letztere sind allerdings noch zu klein, um die Abenteuer ihres Grossvaters als Lastwagenchauffeur zu verstehen. «Aber in ein paar Jahren erzähle ich ihnen gerne, wie es damals war.»

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