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Auf zur nächsten Reise: Wittenbachs Gemeindepräsident Fredi Widmer tritt ab

Acht Jahre hat Fredi Widmer die Gemeinde Wittenbach präsidiert. Heute gibt er sein Amt ab – mit gemischten Gefühlen und Reiseplänen.
Adrian Lemmenmeier
Fredi Widmer im Wittenbacher Gemeindehaus. (Bild: Benjamin Manser)

Fredi Widmer im Wittenbacher Gemeindehaus. (Bild: Benjamin Manser)

Wenn Fredi Widmer am Freitag seine Büroschlüssel übergibt, macht er das mit gemischten Gefühlen. «Einerseits bin ich erleichtert», sagt der abtretende Gemeindepräsident. «Andererseits habe ich diese Arbeit immer sehr gern gemacht.» Von nun an leitet Vizepräsident Bruno Brovelli die Geschicke der Gemeinde ad interim. Der im November gewählte Oliver Gröble tritt das Präsidium am 1. Februar an.

Vermissen werde Widmer einiges. Das Argumentieren, das Schmieden von Kompromissen oder die gute Gesprächskultur im Gemeinderat zum Beispiel. «Wir waren uns oft einig.» Und wenn es wirklich Konflikte gab und man abstimmen musste, sei der Gemeinderat daraufhin immer ein Bier trinken gegangen. «Eigentlich gut, waren nicht immer alle gleicher Meinung.»

Vom Milizpolitiker zum Profi

Die acht Jahre als Gemeindepräsident habe er genossen, sagt Widmer. «Ich konnte mein Hobby mit dem Beruf verbinden.» Sein Hobby war die Politik, die Widmer zuvor schon acht Jahre als Kantonsrat mitgestaltet hatte. Bei der Verkleinerung des Parlaments 2008 reichte es dem CVP-Mitglied allerdings nicht für die Wiederwahl. Er wolle nun statt Politik mehr Sport betreiben, sagte Widmer damals dem «Tagblatt». Es kam anders: Widmer entschied 2011 die Wahl ins Wittenbacher Gemeindepräsidium knapp für sich. Und für seine Leidenschaft – das Langstreckenlaufen – blieb weniger Zeit.

Jetzt will der 65-Jährige wieder mehr Sport treiben. «Ich will öfter mit der Wittenbacher Mountainbike-Gruppe unterwegs sein und meine Kondition aufbauen.» Ansonsten hegt Widmer für die ersten Tage seiner Pensionierung keine grossen Pläne. «Ich werde zu Hause mein Büro besser ausstatten.» Derzeit fehlt noch ein Farbdrucker. Im Frühling will er dann mit einem Freund für einen Monat verreisen, wohin sei noch nicht klar.

Es sei ihm im Leben immer wichtig gewesen, Spielraum zu haben, sagt Widmer. «Ich wollte immer selber entscheiden, wann ich den Kaffee trinke.» Die Stelle als Gemeindepräsident habe ihm das ermöglicht. Ebenso die Leitung der Klinik Stephanshorn, die Widmer inne hatte, bis die Klinik 2010 von der Hirslanden-Gruppe übernommen wurde.

Meilensteine und eine Enttäuschung

Zusammen mit dem Gemeinderat habe er Wittenbach durchaus geprägt, sagt Widmer. Das Fernwärmenetz, die Ausgliederung des Alterszentrums Kappelhof oder die Umgestaltung des Zentrums nennt er als Meilensteine. Ein grosses Anliegen sei ihm ausserdem die Einheitsgemeinde gewesen. «Dass sie nicht zustande gekommen ist, war eine Enttäuschung.»

Wichtig für Wittenbachs Zukunft findet Widmer, dass sich die Gemeinde weiterhin mit gesellschaftlichen Fragen auseinandersetze. «Vor lauter Infrastruktur- und Bauprojekten fehlt den Behörden manchmal die Zeit für Themen wie dem Kinder- und Jugendleitbild oder dem Familienzentrum.» Sollte die Gemeinde dabei auf Freiwillige angewiesen sein, dürfte sie irgendwann wohl auch auf Widmer zählen. Aber frühestens in einem Jahr: «Bis dahin übernehme ich kein weiteres Ehrenamt.»

Zünd verlässt den Gemeinderat

Wechsel  Auch Thomas Zünd (SP) legt sein Amt als Gemeinderat auf Ende Jahr nieder. Silvia Schlegel (SP) wird ihn ersetzen. Als einziges Mitglied, das links der Mitte politisiere, sei er im Wittenbacher Gemeinderat schon ab und zu in der Minderheit gewesen, sagt Zünd. «Aber wir haben meistens Kompromisse gefunden.» Auf Zünds Initiative hatte Wittenbach etwa die Arbeitsgruppe Integration wiedereingeführt. Auch hatte er sich dafür eingesetzt, dass die Kommission Alter und Pflege nach der Ausgliederung des Alterszentrums Kappelhofs durch eine neue Alterskommision ersetzt wurde. Den Gemeinderat verlasse er mit einem guten Gefühl. «Ich konnte meine Haltung immer ungeschönt einbringen.» Zünd sass von 1999 bis 2001 und von 2013 bis 2018 im Wittenbacher Gemeinderat. Dazwischen leitete er das Alterszentrum Kappelhof. Dort ist der 66-Jährige weiterhin in der Baukommission des Hauses 4 tätig. (al)

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