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Erst gründete er die Jubla Abtwil, dann das Open Air St. Gallen

Jungwacht-Blauring Abtwil-St.Josefen feiert Ende Monat das 50-Jährige. Schon bei der Gründung dabei war Open-Air-Vater Freddy Geiger.
Meret Bannwart
Die Jubla hat weniger Mitglieder als früher und das Leitungsteam ist jünger geworden. Bild: PD

Die Jubla hat weniger Mitglieder als früher und das Leitungsteam ist jünger geworden. Bild: PD

Am Waldrand eine Hütte bauen, auf einer Wiese Kräuter für einen Zaubertrank sammeln, mit dem Velo an den nächstgelegenen Bach fahren, im Tiefschnee den Dorfhügel hinunterschlitteln oder in einer Sommernacht eine Pyjama-Party veranstalten – all dies unternehmen Kinder in der Jubla, also in Jungwacht und Blauring, gemeinsam. Bereits seit 50 Jahren besteht die Jubla Abtwil-St.Josefen. Ende Monat feiert sie ihr Jubiläum.

Auch die Jubla hat mit der Konkurrenz zu kämpfen

Einiges hat sich verändert in den letzten 50 Jahren. Ein grosser Unterschied zu früher ist laut der Scharleiterin Verena Keller, dass aus zwei Vereinen inzwischen einer geworden ist. Abtwil und St.Josefen waren früher getrennt, genauso wie Mädchen und Knaben. Auch sei heute im Vergleich zu früher das Leitungsteam viel jünger. Ausserdem habe man weniger Kinder, die bei der Jubla dabei seien. «Dies liegt wahrscheinlich vor allem am grossen Freizeitangebot, das es heute gibt», sagt die Scharleiterin. Andererseits könne es sein, dass es vor 50 Jahren für einen Buben cooler gewesen sei, Jungwächtler zu sein, während man heute lieber Fussball spiele.

Gemäss Verena Keller sind Angebot und Aktivitäten noch die Gleichen wie damals. «Wir gehen immer noch viel in den Wald, klettern, schwimmen, basteln und treten in Geländespielen gegeneinander an.» Man sei ein Jugendverein, der für Kinder eine sinnvolle und schöne Freizeitbeschäftigung biete, ohne jeglichen Leistungsdruck. «Es ist uns ein Anliegen, dass ein Kind, Kind sein kann und diesem Vorsatz sind wir auch all die Jahre treu geblieben.»

Bei der Jubla erlebten die Kinder sozialen Zusammenhalt und gegenseitigen Respekt. Man lerne, andere zu führen, selber geführt zu werden, Vorbild zu sein und zusammen an einem Strick zu ziehen. Auch auf die Jubiläumsfeier am Samstag den 30. November haben die Mitglieder gemeinsam hingearbeitet. Am Nachmittag kann man in Gruppen beim Spielturnier gegeneinander antreten, später gibt es ein Abendessen für alle im Oberstufenzentrum in Abtwil. Darauf ist eine kleine Party geplant mit Musik verschiedener Bands.

Der Pfarrer stiftet als Präses das erste Zelt

Der Ursprung von Jungwacht und Blauring Abtwil-St.Josefen geht auf das Jahr 1966 zurück. Die drei jugendlichen Abtwiler Freddy «Gagi» Geiger, Christoph Thür und Luzius Thür wollen in die Jungwacht. Da diese aber in Abtwil nicht existiert, sammeln sie während dreier Jahre Erfahrung in der städtischen Jungwacht Neudorf. Im Jahr 1969 suchen sie dann in ihrer Ursprungsgemeinde nach Gleichgesinnten, um auf eigene Faust eine Gruppe zu gründen.

Freddy "Gagi" Geiger. (Bild: Urs Jaudas, 2011)

Freddy "Gagi" Geiger. (Bild: Urs Jaudas, 2011)

Der damalige Pfarrer der örtlichen Katholischen Kirche, Max Zeller, wird zum Präsens ernannt und sponsert auch gleich das erste grosse Zelt. Da die drei Abtwiler selber damals erst etwa 14 Jahre alt sind, werden Erwin und Monique Gehr die ersten Scharleiter von Jungwacht und Blauring Abtwil. Fortan treffen sich die Mädchen im Blauring und die Knaben in der Jungwacht samstags getrennt zu ihren Gruppenstunden. Zwei Jahre später folgt bereits das erste grosse gemeinsame Jubla-Sommerlager. Mit über 50 Kindern geht es nach Ramosch im Engadin.

Eine wichtige Lebensschule für den Open-Air-Gründer

Freddy «Gagi» Geigers Erfahrung mit Zeltstädten kommt ihm später zugute: Er ist nicht nur Gründungsmitglied der Jubla, sondern organisiert später auch das erste St.Galler Open Air. Er habe aus der Jubla Vieles mitgenommen, das ihm später geholfen habe, sagt Geiger heute: «Man lernt Disziplin, exakte Planung, das Arbeiten im Team und Kameradschaft, Verlässlichkeit, den Durchhaltewillen um eine Idee zu vertreten wie auch umzusetzen und einfach vorne hinzustehen.» Für ihn sei die Jungwacht eine sehr wichtige Lebensschule gewesen.

Am liebsten erinnere er sich an die vielen wunderschönen Ferienlager zurück, in denen man gemeinsam Land und Leute kennen lernte. Wie auf Wolke Sieben seien sie jeweils von Pfarrer Zeller im luftgefederten DS21 Citroën durchs Land chauffiert worden. Auch an den Austausch mit Vikar Ivo Fürer, dem späteren Bischof, denkt Geiger gerne zurück, dieser gab den Buben viele wertvolle Tipps. In Hinblick auf die Zukunft sagt Geiger: «Ich wünsche mir, dass die Jubla auch in der heutigen Zeit eine wichtige Komponente ist und bleibt.»

www.jwabtwil.ch

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