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Frauengeschichten gesucht - Frauennetz Gossau startet Jubiläumsprojekt

2021 kann das Frauennetz Gossau seinen 20. Geburtstag feiern. Dazu wurde ein Jubiläumsprojekt gestartet: Frauengeschichten aus dem 20. Jahrhundert sollen sichtbar gemacht werden.
Herbert Bosshard
Brigitte Eigenmann – Künzle (links) und Brigitte Hollenstein – Gemperle verantworten das Projektes 2021 des Gossauer Frauennetzes. (Bild: BOS)

Brigitte Eigenmann – Künzle (links) und Brigitte Hollenstein – Gemperle verantworten das Projektes 2021 des Gossauer Frauennetzes. (Bild: BOS)

Die Geschichte der Stadt Gossau ist in Büchern, Broschüren, Zeitungen und mit Postkarten sehr gut dokumentiert. Verschiedene Historiker wie Paul Staerkle, Karl Schmuki, Karl Eschenmoser oder Wolfgang Göldi haben sie in mehreren Büchern und in den Oberberger Blättern festgehalten. Lokalredaktoren und Private haben weitere Zeitdokumente und Bilder gesammelt.

Aber: Die Gossauer Geschichtsschreibung scheint von Männern dominiert. «Die vorliegenden Bücher und Beiträge über die Geschichte von Gossau haben Männer für Männer über Männer geschrieben», fasst Brigitte Eigenmann ihre Eindrücke zur Gossauer Geschichtsschreibung zusammen. «Die Frauen fehlen in unserer Geschichtsschreibung fast vollständig», so die Vize-Präsidentin des Gossauer Frauennetzes weiter. «Das hängt wohl damit zusammen, dass die Frauen früherer Generationen mehrheitlich für das ‹Innere› zuständig waren und somit in der Öffentlichkeit kaum sichtbar wurden.»

Viel für die Gesellschaft geleistet

«Dabei haben Frauen gerade im 20. Jahrhundert für die Gesellschaft sehr viel geleistet», erklärt Brigitte Hollenstein, Gründungspräsidentin des Frauennetz Gossau. «Sie waren in verschiedenen Berufen tätig, sie versorgten und pflegten die oft kinderreichen Familien, sie waren Stütze in Gewerbebetrieben, führten eigenständig Gaststätten und Pensionen, waren Wohltäterinnen, Pflegerinnen von Eltern und Gründerinnen sozialer Institutionen. Sie leisteten ihren Einsatz während der intensiven Zeit der beiden Weltkriege, als ihre Männer im Aktivdienst waren.»

Die Gossauer Frauen haben in der Geschichte der Stadt Gossau durchaus Spuren hinterlassen, sind Brigitte Eigenmann und Brigitte Hollenstein überzeugt. Und diese Spuren will das Frauennetz auffinden und aufzeigen. So ist im Jahresprogramm 2019 neben den «normalen» Aktivitäten unter dem Arbeitstitel «Gossauer Frauengeschichten im 20. Jahrhundert» das Jubiläumsprojekt 2021 aufgeführt. Brigitte Eigenmann formuliert das Ziel wie folgt: «Im Hinblick auf unser 20-Jahr-Jubiläum im Jahr 2021 wollen wir starke Frauengeschichten aus dem 20. Jahrhundert sichtbar machen und damit zur Ergänzung der Gossauer Geschichte beitragen. Brigitte Eigenmann und Brigitte Hollenstein haben die Leitung des Jubiläumsprojektes übernommen. In einer ersten Phase haben sie zusammen mit 21 anderen Gossauer Frauen begonnen, nach Frauengeschichten zu suchen. Das 23-köpfige Recherche-Team durchforstet Text- und Bildarchive, Zeitungen, Bücher und Nachrufe. Daneben führen die Frauen Interviews mit Zeitzeuginnen und sammeln sogenannte «Müttergeschichten». Beraten und unterstützt werden sie bei ihren Recherchen von Lokalhistoriker Karl Schmuki, Vadiana-Archivar Wolfgang Göldi und Staatsarchivarin Regula Zürcher.

Aufruf an Gossauerinnen und Gossauer

Überdies rufen Brigitte Hollenstein und Brigitte Eigenmann «alle Gossauerinnen und Gossauer» auf, sie bis im Herbst dieses Jahres bei der Suche nach Frauen-Spuren in der Gossauer Geschichte des 20. Jahrhunderts zu unterstützen. Was aus dem Sammelsurium entstehen soll, ist noch nicht fix. Klar ist hingegen, dass alle Unterlagen digitalisiert und archiviert werden.

Konkret gesucht sind nun persönliche Nachrufe, Fotos, Bilder, Briefe, Tagebücher, Totenbildchen, Gebetsbüchlein, Zeitungsausschnitte und Interview-Partnerinnen. Gesammelt wird das Material von Brigitte Hollenstein, Florastrasse 9, 9200 Gossau (b.hollenstein@praxisnah.ch).

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