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Interview

St.Galler Leiterin der Dargebotenen Hand: «Frauen fällt das Reden leichter»

Die St.Gallerin Judith Eisenring leitet seit Dezember 2018 die Geschäftsstelle der Dargebotenen Hand Ostschweiz und Fürstentum Liechtenstein. Die ehemalige Hebamme und Genossenschafterin der Genossenschaftsbeiz «Schwarzer Engel» spricht über die Arbeit in der Telefonseelsorge.
Rossella Blattmann
Judith Eisenring ist auf der Suche nach neuen Freiwilligen. (Bild: Ralph Ribi)

Judith Eisenring ist auf der Suche nach neuen Freiwilligen. (Bild: Ralph Ribi)

Warum braucht es die Dargebotene Hand?

Judith Eisenring: Weil es viele Menschen gibt, die in ihrem Alltag nicht zurechtkommen. Auch bei der Regionalstelle Ostschweiz und Fürstentum Liechtenstein verzeichnen wir einen Anstieg: 2017 hatten wir insgesamt 18'954 Telefonanrufe und 836 Onlineanfragen via Mail oder Chat. Im vergangenen Jahr hatten wir 20'483 Telefon- und 971 Onlineanfragen. Dieser Anstieg zeigt: Die Dargebotene Hand braucht es heute mehr denn je, in St.Gallen und in der ganzen Schweiz.

Was sagen Sie zu dieser Entwicklung?

Es ist immer gut, wenn sich jemand bei uns meldet. Dieser Mensch hat erkannt, dass er Unterstützung braucht. In diesem Sinne wünsche ich mir, es würden mehr unser Angebot nutzen. Wir garantieren, dass alle anonym bleiben. Vielleicht liessen sich auf diese Weise Tragödien verhindern.

Zum Beispiel?

Der Mann, der vor einem Monat nach einem Ehestreit das Haus der Familie angezündet hat und sich später das Leben nahm... Was wäre passiert, wenn er sich Hilfe gesucht hätte?

Die Dargebotene Hand ist vor allem als Telefonseelsorge bekannt. Rufen mehr Frauen oder Männer an?

2018 waren 70 Prozent der Anrufenden bei der Regionalstelle Ost Frauen, 30 Prozent Männer.

Warum ist das so?

Männer haben weniger gelernt, zu ihren Gefühlen und Problemen zu stehen. Zudem fällt Frauen das Reden leichter. Auch das Geschlecht der Freiwilligen beeinflusst ein Gespräch.

Inwiefern?

Ein männlicher Anrufer geht davon aus, wenn ein Mann den Telefonhörer abnimmt, auf mehr Verständnis zu stossen. Und Frauen schätzen es, wenn ein Mann sie ernst nimmt. Es kann wiederum aber auch hilfreich sein, wenn eine Frau einen Mann berät. Sie sehen es: Das andere Geschlecht hat oftmals einen anderen, hilfreichen Blick auf die Probleme.

Hinweis

Hinweis Am Donnerstag, 29. August, 18 Uhr, findet in St.Gallen ein Informationsabend über die Ausbildung zum freiwilligen Mitarbeitenden bei der Dargebotenen Hand statt. Anmeldung und weitere Informationen online unter www.ostschweiz.143.ch.

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