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Fragen im St.Galler Stadtparlament: Wann kommt der Pförtner?

Bald nehmen die Appenzeller Bahnen ihre Neubaustrecke von St.Gallen nach Teufen in Betrieb. Die Pförtneranlage, die künftig den Autoverkehr und den Stau an der Stadtgrenze im Riethüsli managen soll, ist dann allerdings noch nicht betriebsbereit.
Reto Voneschen
Gemeinsam wollen Stadt und Kanton St.Gallen sowie Ausserrhoden den Stau auf der Teufener Strasse künftig in die Liebegg (im Bild) verlagern. Dafür ist eine Pförtneranlage in Planung, die nur so viele Autos passieren lässt, wie die Strasse zu schlucken vermag. (Bild: Urs Bucher - 15. September 2016)

Gemeinsam wollen Stadt und Kanton St.Gallen sowie Ausserrhoden den Stau auf der Teufener Strasse künftig in die Liebegg (im Bild) verlagern. Dafür ist eine Pförtneranlage in Planung, die nur so viele Autos passieren lässt, wie die Strasse zu schlucken vermag. (Bild: Urs Bucher - 15. September 2016)

Ab dem 7. Oktober verkehren die Appenzeller Bahnen (AB) fahrplanmässig durch den neuen Ruckhaldetunnel. Mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember nehmen sie die Durchmesserlinie zwischen Appenzell, Gais, St.Gallen und Trogen in Betrieb. Für den Eisenbahnverkehr zwischen St.Gallen und den Appenzeller Hügeln sind diese Neuerungen ein Quantensprung.

Von Teufen mit dem Zug direkt ins Stadtzentrum

Das soll, so die Hoffnung von Verkehrspolitikern und Verkehrsplanern, unter anderem zusätzliche Pendlerinnen und Pendler zum Umsteigen vom Auto auf den Zug bewegen. Gründe, die für ein Umsteigen sprechen, gibt es mit dem neuen Bahnkonzept einige.

Darunter ist ein dichterer Takt oder die Tatsache, dass man ab dem 9. Dezember mit dem Bähnli beispielsweise von Teufen ohne Umsteigen direkt ins St. Galler Stadtzentrum fahren kann.

Ein anderes Argument fürs Umsteigen ist die heutige Verkehrssituation auf der Teufener Strasse. Sie ist in Stosszeiten verstopft; Autofahrer brauchen oft viel Geduld, wenn sie hier vorwärts kommen wollen.

ÖV und Stadtquartiere leiden unter dem Stau

Der Stau, den vor allem Pendlerinnen und Pendler werktags produzieren, ist allerdings nicht nur für sie selber lästig. Er ist auch ein Problem für die Stadt und ihrer Bevölkerung. Unter anderem, weil darin auch der auf der Strasse verkehrende ÖV zwischen Hauptbahnhof und Riethüsli zu oft stecken bleibt.

Feierabendverkehr auf der Teufener Strasse. (Bild: Benjamin Manser - 8. Februar 2016)

Feierabendverkehr auf der Teufener Strasse. (Bild: Benjamin Manser - 8. Februar 2016)

Dieses Problem wollen Kanton und Stadt St. Gallen sowie Ausserrhodern gemeinsam angehen. Mit einer Pförtneranlage in der Liebegg. Dieses Lichtsignal soll den Stau aus städtischen Wohngebieten im Riethüsli und am Bernegghang an den Stadtrand verlegen. Der Pförtner in der Liebegg ist ein Puzzlestein für ein Verkehrsmanagementsystem für die Stadt St. Gallen.

Städtische Politiker wollten 2016 rasch handeln

Das Gesamtkonzept dieses Systems wurde 2016 durch Vertreter der Kantone St.Gallen und Ausserrhoden sowie der Stadt vorgestellt. Das löste Diskussionen über den idealen Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Anlage in der Liebegg aus. Von links und aus der politischen Mitte kam die Forderung, dies müsse angesichts der prekären Verkehrsverhältnisse auf der Teufener Strasse möglichst rasch geschehen.

In der Antwort auf einen Vorstoss von CVP-Stadtparlamentarier Beat Rütsche liess die Stadtregierung wissen, dass eine Inbetriebnahme des Pförtners vor Ende 2018 nicht möglich sein werde. Politiker, die damals aufs Gas drücken wollten, gaben sich mit der Antwort zufrieden: Der Zeitpunkt der gleichzeitigen Inbetriebnahme der AB-Neubaustrecke und des Pförtners mache ja durchaus Sinn.

Diskussionen von einst nicht vergessen

Inzwischen sind zwei Jahre ins Land gezogen und die fahrplanmässige Inbetriebnahme von Ruckhaldetunnel und Neubaustrecke nach Teufen durch die AB steht unmittelbar bevor. Einer im Stadtparlament hat in dem Moment tatsächlich die Debatten von 2016 nicht vergessen.

Peter Olibet, St.Galler SP-Stadtparlamentarier. (Bild: PD)

Peter Olibet, St.Galler SP-Stadtparlamentarier. (Bild: PD)

Peter Olibet erkundigt sich jetzt in einer Einfachen Anfrage, wann denn nun die Pförtneranlage in der Liebegg eröffnet werde. Zudem will der SP-Parlamentarier wissen, welche zusätzlichen Massnahmen die Stadt plant, um Pendler zum Umsteigen auf Bus und Bahn zu bewegen.

Zuständig ist das Ausserrhoder Tiefbauamt

Zuständig für Antworten zum Pförtner in der Liebegg ist nicht die städtische Verkehrsplanung. Sie verweist auf das Tiefbauamt des Kantons St.Gallen. Von dort werden die per Mail gestellten Fragen ans Ausserrhoder Tiefbauamt in Herisau weitergeleitet. Es hat nämlich die Federführung in der Lieb­egg. Dies, weil sich diese Pförtneranlage auf Ausserrhoder Gebiet befinden wird.

Die Antworten von Kantonsingenieur Urban Keller auf die Medienfragen sind kurz und bündig. Das Projekt für die Pförtneranlage Liebegg steht heute auf der Stufe «Studie». Es gibt dafür noch nicht einmal ein Vorprojekt. Mit der öffentlichen Auflage der Pläne für das Vorhaben ist daher nicht vor Sommer 2019 zu rechnen.

Information der Bevölkerung versprochen

Wenn das Projekt spruchreif ist, werde man die Bevölkerung von Teufen umfassend darüber informieren, verspricht der Ausserrhoder Kantonsingenieur. Er appelliert gleichzeitig an die Betroffenen, sich die Argumente für das Verkehrsmanagement anzuhören, bevor man sich eine endgültige Meinung dazu bildet. Bessere oder alternative Vorschläge zur Lösung der Verkehrsprobleme auf der Teufener Strasse seien «ebenfalls immer willkommen», schreibt Kantonsingenieur Urban Keller.

Zur Einsprache gegen die Pförtneranlage in der Liebegg berechtigt werden – wie immer – alle sein, die durch das Projekt berührt sind und ein eigenes schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder einer Änderung daran haben. Aufgrund der Gerichtspraxis dürften nach Meinung von Urban Keller jene, die nicht in der Lieb­egg auf Teufener Gemeindegebiet wohnen, sondern nur hier regelmässig auf der Strasse unterwegs sind (oder im Stau stehen), vermutlich nicht zu den Einspracheberechtigten gehören.

Kritik aus Teufen und aus der Stadt St.Gallen

Es ist zu vermuten, dass das Einspracheverfahren tatsächlich zu einer Hürde für die geplante Pförtneranlage Liebegg wird. Darauf deuten kritische Stimmen zum Projekt hin.

Einerseits kommen sie aus dem Appenzellischen. Man werde sich auf jeden Fall dagegen wehren, wenn Appenzeller Autofahrer mit der Pförtneranlage diskriminiert oder schikaniert würden, hiess es beispielsweise aus Teufen. Skeptisch zeigte sich auch die Ausserrhoder FDP gegenüber dem Konzept mit der Pförtneranlage.

Von St.Galler Bürgerlichen wiederum wurde im Kantonsrat ein Vorstoss eingereicht, in dem der Kanton aufgefordert wurde, zu verhindern, dass die Stadt auf Kantonsstrassen Hindernisse aufbaue.

www.regio-stgallen.ch/ verkehrsmanagement.html

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