Kommentar
Energiezukunft der Stadt St.Gallen: Fossile Brennstoffe sind von gestern

Der Hauseigentümerverband der Stadt St.Gallen hat Vorbehalte gegen das neue Energiegesetz. Er verkennt aber, das Alternativen zu Öl- oder Erdgasheizungen je länger, je günstiger werden und Hauseigentümer, die das neue Energiegesetz umgehen, ökologisch unverantwortlich handeln.

Daniel Wirth
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Daniel Wirth, Leiter Stadtredaktion St.Gallen

Daniel Wirth, Leiter Stadtredaktion St.Gallen

Der St.Galler Kantonsrat befasst sich aller Voraussicht nach in der Septembersession in erster Lesung mit einem Nachtrag zum Energiegesetz. Mit der Revision will St.Gallen die Klima- und Energiepolitik umsetzen, die der Bund den Kantonen vorgibt – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es zeichnet sich ab: Den Linken und Grünen geht das neue Energiegesetz zu wenig weit, dem Hauseigentümerverband und Teilen der Bürgerlichen ist es dagegen zu restriktiv. Gut möglich also, dass das Stimmvolk in einem Referendum darüber befinden wird.

Es gehört zum demokratischen Prozess, dass ein Gesetzesentwurf vom Parlament kontrovers diskutiert wird. Der Hauseigentümerverband der Stadt St.Gallen hat Vorbehalte gegen das neue Energiegesetz. Er führt die spezielle topografische Lage der Stadt ins Feld und die vergleichsweise vielen alten Liegenschaften auf Stadtgebiet. Sie auf ihre Energieeffizienz hin zu sanieren, sei sehr teuer.

Der HEV verkennt aber: Alternativen zu Öl- oder Erdgasheizungen werden je länger, je günstiger. Hauseigentümer, die das neue Energiegesetz umgehen und heute noch eine Öl- durch eine Ölheizung ersetzen, handeln ökologisch unverantwortlich und ohne Rücksicht auf nächste Generationen. Fossile Brennstoffe sind nur noch eines: von gestern.