St.Gallen: Fortimo baut jetzt für sich selber

Die Immobilienentwicklerin Fortimo Invest AG baut im Neudorf ihr eigenes Heim. Die Anlagekosten betragen rund 50 Millionen Franken. In wenigen Wochen ist Spatenstich.

Daniel Wirth
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Das geplante Neudorf-Center im Osten der Stadt. (Bild: Visualisierung: Fortimo Group AG)

Das geplante Neudorf-Center im Osten der Stadt. (Bild: Visualisierung: Fortimo Group AG)

Neudorf-Center nennt sich das geplante Geschäftshaus. Es kommt zwischen Rorschacher Strasse und der parallel zur Autobahn A1 verlaufenden Lerchentalstrasse zu stehen, zwischen der Auto Zollikofer AG und der Weinhandlung Martel AG. Bauherrin ist die Fortimo Group AG. Die als Familienunternehmen von Remo und Philipp Bienz geführte Immobilienentwicklerin baut im Osten der Stadt, unweit des heutigen Firmensitzes, quasi «ihr eigenes Heim», wie es Elias Zürcher formuliert. Der Vorsitzende der Geschäftsleitung sagt, in der ersten Juniwoche sei der Spatenstich, das Baubewilligungsverfahren sei bereits abgeschlossen.

Doch was genau ist geplant im Neudorf, wo einst der Jumbo-Markt Schrauben und Werkzeug und bis vor kurzem die Fust AG elektronische Geräte verkauften? Die von der Rorschacher Strasse her sichtbaren Gebäudeteile werden gemäss Elias Zürcher zurückgebaut, um einem Neubau Platz zu machen. Der neue markante, fast kubische Gebäudekörper wird ergänzt durch einen sechsgeschossigen schmalen Neubau, der die Baulücke zur Weinhandlung Martel hin schliessen wird.

Neuer Firmensitz fürs Familienunternehmen

Das bisherige Gebäude mit seinem alten Blechdach vermochte den energetischen Anforderungen nicht mehr zu genügen. Das bewog die Fortimo, gleich noch ein Stockwerk drauf zu setzen. Das oberste Stockwerk mit einer Fläche von gegen 2500 Quadratmetern habe sich ideal als Firmensitz angeboten, sagt Zürcher. Das Neudorf-Center bleibe aber weiterhin ein Gewerbegebäude, mit Potenzial für unterschiedliche Büro- und Verkaufsflächen. Wer letztlich einziehe, will der Fortimo-CEO noch nicht verraten; es seien noch nicht alle Verträge unterschrieben. Sicher ist aber bereits: Im Neudorf-Center wird es auch ein Café oder ein Restaurant geben und ein Fitness-Center. Für die Fust AG, die in ein Provisorium beim Einkaufszentrum Gallusmarkt gezogen ist, sind adäquate Flächen im Neubau vorerst noch reserviert, auch wenn gemäss Zürcher noch offen ist, ob Fust zurückkehrt. Die Fortimo sei mit etlichen Interessenten im Gespräch. Im Internet wird mit der verkehrstechnischen Erschliessung des neuen Geschäftshauses Werbung gemacht: Das Neudorf-Center befindet sich unweit der Autobahneinfahrt St. Gallen-Neudorf mit einer Bus- und Postauto-Haltestelle vor dem Haus. Elias Zürcher sagt, das Neudorf-Center werde mit zeitgemässer Gebäudetechnik ausgestattet. Auf dem Dach des energieautarken Gebäudes werde eine Fotovoltaikanlage installiert. Im geplanten Neudorf-Center entstehen gemäss Website Möglichkeiten für Coworking-Spaces und flexible Büro-Konzepte. Arbeitsplätze mit Business Services und Pay-per-use-Modelle mit nutzungsbasierter Abrechnung seien ebenfalls denkbar, heisst es.

Geplante Bauzeit von 18 Monaten

Die Fortimo Group AG investiert in den Bau des Neudorf-Centers rund 50 Millionen Franken. «Hierbei handelt es sich um die Anlagekosten, also inklusive des Grundstückserwerbs», sagt Zürcher. Wenn nächsten Monat die Bagger auffahren, wird das neue Center spätestens im Frühling 2021 bezugsbereit sein. «Wir rechnen mit einer Bauzeit von gut 18 Monaten», sagt Zürcher.

Fortimo hat im vergangenen Jahr mit 134 Beurkundungen und 62 Reservationen so viele Wohnungen verkauft wie nie zuvor. Die Liegenschaften im Eigenbestand sind mit über 500 Millionen Franken bilanziert.