Förderbeiträge für Wärmepumpen und Fotovoltaik: Nicht allen Gemeinden in der Region Rorschach ist Energieförderung gleich wichtig

Rorschacherberg steckt 60000 Franken in die Energieförderung. Andere Gemeinden wie die Stadt Rorschach sind weniger grosszügig.

Joland Riedener
Drucken
Teilen
Auch in Privathaushalten werden Wärmepumpen, ähnlich wie diese des Elektrizitätswerks Zürich, immer gefragter.

Auch in Privathaushalten werden Wärmepumpen, ähnlich wie diese des Elektrizitätswerks Zürich, immer gefragter.

Bild: ky/Patrick B. Kraemer

Der Gemeinderat Rorschacherberg hat seine Energieförderungsrichtlinien festgelegt. Er beantragt der Bürgerschaft fürs laufende Jahr einen Kredit von 60000 Franken – diese entscheidet am 19.April an der Urne über das Budget 2020. Damit sollen neu auch Beiträge an den Ersatz von elektrischen und fossilen Heizungen durch Wärmepumpen und Holzheizungen fliessen. Dass Wärmepumpen stärker gefördert werden sollen, ist ein Wunsch aus der Bevölkerung, heisst es im Mitteilungsblatt «Rundblick». Beat Hirs, Rorschacherbergs Gemeindepräsident, sagt:

«Anregungen dazu gab es auch an der vergangenen Bürgerversammlung.»

Deshalb habe man die Förderbeiträge dieses Jahr von 30000 auf 60000 Franken verdoppelt. Die Bürgerinnen und Bürger entscheiden jährlich, wie hoch die Subventionsbeiträge sind. Die Arbeitsgruppe Energie legt vorab fest, wofür die Fördergelder eingesetzt werden.

Seit 2019 fördert Rorschacherberg bereits Akkuladestationen für Elektroautos sowie die Anschaffung von Elektrorollern (nicht die E-Trottinetts) und sogenannte E-Cargo-Bikes (Elektro-Lastenvelos). «Ziel ist es, dass man mit dem E-Lastenvelo statt mit dem Auto einkaufen geht», sagt Hirs. Für gewöhnliche E-Bikes gibt es hingegen keine finanziellen Anreize mehr. Wer in Rorschacherberg vom Förderbeitrag profitieren will, muss den Kredit bis Ende dieses Jahres einreichen. Ist der für 2020 vorgesehene Beitrag von 60000 Franken ausgeschöpft, werden Gesuche fürs laufende Jahr abgelehnt. Gelder werden nach Eingangsdatum vergeben.

Tübachs Energieförderung findet Anklang

Welche konkreten Energiemassnahmen die einzelnen Gemeinden fördern, unterscheidet sich in der Region stark. Während Rorschach gar keine Beiträge zahlt, sind andere Gemeinden grosszügiger.

Fördermassnahmen im Überblick

Welche Fördermassnahmen die einzelnen Gemeinden unterstützen und einen Fördergeldrechner gibt es auf der Webseite der Energieagentur St.Gallen unter http://efoerderportal.sg.ch

Auch in Tübach wird der Ersatz von fossilen und elektrischen Heizungen durch Wärmepumpen und Holzheizungen bereits erfolgreich gefördert. Die Gemeinde verfügt über einen Energiefonds von jährlich 50000 Franken, Wärmepumpen werden schon einige Jahre mitfinanziert. Laut Präsident Michael Götte will Tübach jenes auf Gemeindeebene subventionieren, was nicht bereits vom Kanton unterstützt werde. Das Angebot werde rege genutzt, im laufenden Jahr seien in der 1423-Einwohner-Gemeinde bereits vier Gesuche für Wärmepumpen eingegangen.

Das älteste Goldacher Haus wird doch noch umgebaut

Ein besonderes Augenmerk auf erneuerbare Energie setzt die Nachbargemeinde Steinach, deren Fördermassnahmen in der Region zu den umfassendsten gehören.

Goldach fördert Warmwasserkollektoren und Fotovoltaikanlagen. Ein neues Instrument, das die Gemeinde lancieren will, ist die Hausanalyse. Sie zeigt das bauliche und wirtschaftliche Potenzial einer Liegenschaft auf, unter anderem auch die künftige Energieversorgung.

Die Gemeinde Goldach führte diese beim Gmünderhaus als Pilotprojekt durch. Es ist das älteste Gebäude in der Gemeinde und untersteht der Schutzverordnung. Gleichzeitig befindet es sich in einem schlechten Zustand. Die Analyse hat ergeben, dass das Gebäude auf seinen ursprünglichen Kern zurückgebaut werden und der später hinzugefügte Anbau abgebrochen werden soll.

An Fotovoltaik scheiden sich die Geister

Thal fördert Massnahmen zur Verbesserung der Wärmeeffizienz von Gebäuden (Minergie). Auch in die effiziente Nutzung elektrischer Energie und in erneuerbare Energiequellen wie Fotovoltaikanlagen investiert die Gemeinde. Eine weitere Massnahme ist ein Wärmeverbund.

Einen solchen plant auch Untereggen. Die Urnenabstimmung darüber erfolgt jedoch erst bei einer ausreichenden Beteiligung der Bevölkerung. Im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten leistet die Gemeinde bisher Fördermassnahmen im Zusammenhang mit der Nutzung von Sonnenenergie.

Biogasanlage in Waldkirch: Mist oder Multitalent?

Hat die Gemeinde Waldkirch das Potenzial für eine oder gar mehrere Biogasanlagen? Dieser Frage sind der Landverein Tannenberg und der Naturschutzverein Waldkirch-Bernhardzell nachgegangen.
Manuela Bruhin