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Wegen Wespen & Co.: Feuerwehren der Region Rorschach haben alle Hände voll zu tun.

Vom trockenen Wetter in diesem Jahr profitieren Bienen und Wespen. Deshalb sind die Feuerwehren in der Region stark gefordert. Sie vertreiben die Tiere, holen den Imker oder greifen zur Giftkeule.
Martin Rechsteiner
Dieses Jahr sind besonders viele Bienen und Wespen unterwegs. Konflikte mit dem Menschen sind vorprogrammiert. (Bild: KEY/Archiv)

Dieses Jahr sind besonders viele Bienen und Wespen unterwegs. Konflikte mit dem Menschen sind vorprogrammiert. (Bild: KEY/Archiv)

Sie hat vergangene Woche in Medien aller Couleur prominenten Platz gekriegt: die Wespe. Vermehrt war von einer Plage die Rede. Dieses Jahr seien besonders viele der gelb-schwarzen Insekten unterwegs. Dies hat zur Folge, dass die Feuerwehren im ganzen Land vermehrt ausrücken müssen, um Nester und Tiere zu entfernen.

In der Region Rorschach bestätigen die Feuerwehren mehrheitlich, dass sie dieses Jahr besonders viele Wespen-Einsätze haben. Robert Fuchs, Kommandant der Feuerwehr Goldach, sagt: «Ich zähle schon gar nicht mehr. So viele Einsätze wie dieses Jahr waren es noch nie.» Durchschnittlich zweimal pro Tag rücke sein Team derzeit wegen der Insekten aus.

Die Tiere nisten manchmal an ungünstigen, unzugänglichen Orten. «Sie sind gerne in Hausfassaden. Sind diese aus Sagex, hinterlassen die Wespen Schäden, sie bahnen sich dann regelrecht einen Weg hindurch.» Dann helfe nur noch ein Giftspray, der die Tiere vernichte, wie Fuchs sagt.

Ein Mittel, das den Wespen stinkt

Auch die Feuerwehr Rheineck-Thal-Lutzenberg zählt dieses Jahr mehr Einsätze wegen Wespen. Bis Anfang August waren es derer 85 – schon so viele wie im ganzen Jahr 2016. «Und unsere Wespen-Hochsaison, die bis in den September geht, hat gerade erst angefangen», sagt Kommandant Enzo Termine. Seien die Nester gut zugänglich, könne die Feuerwehr die Tiere vertreiben, anstatt sie zu töten. «Wir bringen ein spezielles Mittel am Eingang des Wespennests an. Das mögen die Tiere gar nicht. Nach vier bis fünf Stunden haben es für gewöhnlich alle verlassen, inklusive Königin.» Bereits Ende März sei sein Team dieses Jahr das erste Mal wegen Wespen ausgerückt. «Das ist ausserordentlich früh.»

Auch die Tübacher rufen dieses Jahr wegen der Insekten vermehrt die Feuerwehr. «Normalerweise haben wir wegen Wespen fünf bis zehn Einsätze pro Jahr, 2018 sind es aber bereits um die 25», sagt Kommandant Philipp Stäuble.

Viele Bienen in Rorschach

Anders hingegen sieht es bei der Feuerwehr Rorschach-Rorschacherberg aus. «Wir hatten bis anhin nicht speziell viele Wespen-Einsätze diesen Sommer», sagt der stellvertretende Kommandant Marco Todeschini. Allerdings werde die Feuerwehr öfter wegen Bienenschwärmen gerufen. «Normalerweise finden diese Einsätze im Frühling statt. Dieses Jahr sind wir vermehrt auch im Juli und August wegen Bienen ausgerückt.» In solchen Fällen bieten die Feuerwehren meist einen Imker auf, der sich um die Tiere kümmert. Das gleiche gilt bei Hornissen.

«Wespen und Bienen gehören zu den Profiteuren des aussergewöhnlich trockenen Wetters in diesem Jahr», sagt Jonas Barandun, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Naturmuseums St. Gallen. Sie hätten sich schon im Frühling gut entwickelt. «Obwohl die Tiere für uns manchmal lästig sind, sind sie sehr nützlich», betont der Experte. «Gerade die Wespen, die uns manchmal besonders penetrant erscheinen mögen, machen zum Beispiel Jagd auf Stechmücken und auf Pflanzenschädlinge.»

Tierschützer bitten um Toleranz

In einem Merkblatt ruft der Schweizer Tierschutz (STS) Hausbesitzer dazu auf, Nester von Wespen, Bienen und Hornissen wenn immer möglich zu belassen. Er verweist dabei auf die Nützlichkeit der Insekten. Mit Ausnahme der Honigbiene nisten die Tiere nur einen Sommer lang an einem Ort, betonen die Tierschützer. Der Verein empfiehlt präventive Massnahmen wie das Verschliessen von Einfluglöchern sowie das Belassen alter Nester – damit neue Königinnen im Frühjahr nicht wieder diesen Platz wählen. Müssten ein Nest und seine Tiere dennoch weg, empfiehlt der STS, es von einem Spezialisten umsiedeln zu lassen. Nur wenn es nicht anders gehe, soll zu einem Biogift gegriffen werden. (mre)

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