Fit wie Ex-Mister Gerry Süess

Der ehemalige Schwinger und Mister Ostschweiz aus dem Jahr 2002 Gerry Süess bringt andere Leute zum Schwitzen. Das Training bietet der 36-Jährige seit gut zwei Jahren an. Er nennt es «Starch mit Gerry».

Marion Loher
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Training mit Ex-Mister und «Eidgenosse» Gerry Süess. (Bild: Marion Loher)

Training mit Ex-Mister und «Eidgenosse» Gerry Süess. (Bild: Marion Loher)

Verschwitzt und ausser Atem stehen die Frauen und Männer auf dem Sportplatz in Oberbüren. Die Wangen glühen. Einige tupfen sich mit dem Handtuch den Schweiss von der Stirn, andere schlürfen den letzten Tropfen Wasser aus der Flasche. Gerry Süess geht von einem zum anderen, schlägt ihnen anerkennend auf die Schultern oder animiert sie zum High Five. «Toller Einsatz», sagt er mit lauter Stimme, «so habt ihr euch euren Feierabend verdient.» Die Frauen und Männer lächeln, zum Reden fehlt ihnen noch der Schnauf. Das Fitness-Training mit Gerry ist erst seit kurzem zu Ende.

Rund eine Stunde dauerte das Work-out unter freiem Himmel mit dem ehemaligen Schwinger und Mister Ostschweiz aus dem Jahr 2002. Dabei forderte der gebürtige Andwiler die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ziemlich. Körperlich und mental. Angefangen mit Aufwärmübungen am Boden, die Bauch, Beine und Po kräftigen, ging’s weiter zum eigentlichen Hauptteil des Programms: einem Intervalltraining. Dabei werden das Herz-Kreislauf-System trainiert, der Muskelaufbau und die Ausdauer verbessert sowie die Fettverbrennung angekurbelt. Acht Übungen à 20 Sekunden – und das mit mehreren Wiederholungen, wenigen Pausen und unter Beobachtung des Trainers. «Schneller», trieb er seine Truppe an. «In der Hüfte stabil bleiben und gut atmen.» So wurde aus dem Stand heraus auf ein Hindernis gesprungen, mit Fünf-Kilo-Hanteln in die Luft geboxt und auf dicken Matten «die Knie bis zum Kinn» gezogen. Auspowern, bis Lunge und Oberschenkel brannten.

Erfolge als Schwinger gefeiert

Gerry Süess weiss, wie es ist, alles zu geben. Er hat es als Schwinger während acht Jahren ebenfalls getan und einige Erfolge feiern können. Der schönste? «Der Kranzgewinn am eidgenössischen Schwingfest 2013 in Burgdorf.»

Andwil empfängt seinen Eidgenossen Gerry Süess. (Bild: Urs Bucher)

Andwil empfängt seinen Eidgenossen Gerry Süess. (Bild: Urs Bucher)

Eine Rückenverletzung zwang ihn ein Jahr später, das Sägemehl für immer zu verlassen. Das Training bietet der 36-Jährige seit gut zwei Jahren an. Er nennt es «Starch mit Gerry». Für ihn ist es ein Hobby, die Möglichkeit, seine Leidenschaft für den Sport weiterzugeben. Der gelernte Metzger arbeitet zu 100 Prozent als Verkaufsleiter bei einer Getränkefirma.

Mittlerweile ist er fast jeden Abend auf Sportplätzen oder in Turnhallen zwischen Abtwil und Wil unterwegs. Da kommen Familie – er ist verheiratet und Vater einer einjährigen Tochter – sowie die eigene Fitness – er macht bei den Trainingseinheiten nicht mit – etwas zu kurz. Obwohl man ihm das überhaupt nicht ansieht. Auf den Mister-Titel von vor 17 Jahren wird er heute kaum noch angesprochen. Wäre es ihm peinlich? «Nein. Der ist ein Teil meines Lebens, warum sollte er mir peinlich sein?»

Bis zu 25 Personen im Training

In seinem Work-out trainieren bis zu 25 Personen mit. Dieses Mal sind es neun Frauen und drei Männer. Ihr Puls hat sich wieder normalisiert. Die Getränkeflaschen sind leer, die Augen strahlen. «Es war toll», sagt Heidi Bolliger aus Mörschwil. «Kurz und heftig. Das passt mir.» Dem kann Martin Maddalena aus Oberuzwil nur zustimmen. «Ich nehme dreimal pro Woche am Training teil und fühle mich super.» Eine junge Frau hat das Geschehen von aussen beobachtet. Ihre Freundin steckt noch mittendrin. «Sie kann das Raclette heute Abend ohne schlechtes Gewissen essen», sagt die junge Frau. «Im Gegensatz zu mir.»