Finanzierung für Lofts in der Fahnenfabrik fast gesichert

Die Genossenschaft Segewo will Alterswohnungen bauen. Für den nächsten Schritt fehlen nur wenige Mitglieder.

Laura Widmer
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Die Genossenschaft Segewo plant in der Fahnenfabrik an der Lindenstrasse 20 bis 24 Loft-Wohnungen. Bild: Urs Bucher

Die Genossenschaft Segewo plant in der Fahnenfabrik an der Lindenstrasse 20 bis 24 Loft-Wohnungen. Bild: Urs Bucher

Die Wohnbaugenossenschaft Segewo plant den Bau von 20 bis 24 Loft-Wohnungen in der ehemaligen Fahnenfabrik an der Lindenstrasse. Ihr erstes Ziel hat sie fast erreicht: Mittlerweile haben schon 38 Personen Anteilsscheine zu je 50000 Franken unterzeichnet. Über 100 Interessenten haben sich bei Christoph Posselt, dem Initianten des Projekts, gemeldet. «Alterswohnungen sind ein extremes Bedürfnis in der Stadt St.Gallen», sagt er.

Auch Stadträtin Sonja Lüthi lobte das Projekt in einem Statement: «Der Bau eines Gemeinschaftswohnhauses, welches die Segewo plant, ist sehr interessant und unterstützungswürdig.» Gemeinschaftliche Wohnprojekte, insbesondere solche für die ältere Bevölkerung, seien in der Stadt St.Gallen rar gesät, sagt sie.

Nächste öffentliche Begehung im August

Die Segewo führte in den vergangenen Monaten zwei Begehungen der Fahnenfabrik durch. Viele Interessierte seien anschliessend Genossenschafter geworden, sagt Posselt. Die Personen, die bereits unterzeichnet haben, kommen aus unterschiedlichen Berufen. Es gebe einen Arzt, eine Lehrerin, eine Sozialarbeiterin, einen Akademiker – «Es ist eine bunt gemischte Gruppe», fasst Posselt zusammen. Alle Genossenschafter sind mietberechtigt. Viele seien aber noch nicht im Alter, in dem Seniorenwohnungen aktuell werden.

Die konzipierten Lofts sollen völlig autark funktioniert, mit zusätzlichen Räumen wie dem Garten, der Bibliothek oder dem Fitnessraum für das gemeinschaftliche Miteinander. Doch das Alter und die damit einhergehenden Probleme machen nicht Halt. Die Segewo hat deshalb Kooperationsgespräche mit dem Alters- und Pflegeheim Lindenhof aufgenommen. «Die ersten Kontakte sind ermutigend und sehr positiv», sagt Posselt. Zudem habe der Verein Kontakt mit der Spitex der Stadt St.Gallen aufgenommen, um eine mögliche Zusammenarbeit zu planen.

Die nächste öffentliche Begehung findet am 20. August statt. Am 22. August trifft sich die Genossenschaft zur ersten Generalversammlung. Dann soll die Segewo als gemeinnützige Organisation registriert werden. «Dafür sind noch einige Statutenänderungen nötig», sagt Posselt. Diese müssen von der Generalversammlung abgesegnet werden.

Es braucht nur noch zwei Genossenschafter

Der Leiter der Genossenschaft hat grosse Pläne. Posselt erzählt etwa von einem Kühlschrank mit eingebautem Sensor, der Alarm auslöst, wenn er seit mehreren Tagen nicht geöffnet wurde. Solche Assistenzsysteme könnten Senioren dabei unterstützen, länger in ihrer vertrauten Wohnumgebung zu bleiben. An der Fachhochschule St.Gallen wird im «Age Lab» an der Entwicklung von solchen Methoden zur Unterstützung älterer Menschen im Alltag geforscht. «Diese Forschung eröffnet natürlich spannende Möglichkeiten», sagt er.

Auch architektonisch ist in der Fahnenfabrik viel möglich. «Mit einer Raumhöhe von 4.20 Metern wirken die Räume sehr speziell.» Noch ist nicht abschliessend geklärt, wie die Räumlichkeiten aussehen werden. Auch bei der Innenausstattung können noch verschiedene Wünsche erfüllt werden.

Viele der Pläne sind bisher Wunschträume, und auch die Finanzierung des Projekts ist nicht gesichert. Es fehlt aber nur wenig: Ab 40 gezeichneten Anteilsscheinen geht das Projekt in die nächste Phase.