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Finanzen und Investitionen: Goldachs Baustellen kommen voran

Die Gemeinde Goldach hat 2,5 Millionen Franken mehr eingenommen als budgetiert. Der Rat will die Steuern trotz bevorstehender Investitionen senken. Auch die Zentrumsüberbauung könnte bald näher rücken.
Jolanda Riedener, Marco Capellari
Dominik Gemperli (links) und Andreas Gehrig präsentieren die Zahlen: Goldachs Verschuldung wollen sie entgegenwirken.Bild: Jolanda Riedener

Dominik Gemperli (links) und Andreas Gehrig präsentieren die Zahlen: Goldachs Verschuldung wollen sie entgegenwirken.Bild: Jolanda Riedener

Tiefere Ausgaben, höhere Einnahmen: In Goldach sehen die Zahlen besser aus als erwartet. «Die Rechnung 2018 schliesst mit einem erfreulichen Ertragsüberschuss von rund 2,5 Millionen Franken», sagt Gemeindepräsident Dominik Gemperli.

Auf allen Positionen gebe es Besserstellungen, ins Gewicht fallen zum Beispiel mehr Erträge aus Einkommens- und Vermögenssteuern. Auch habe die Gemeinde von Sozialhilferückerstattungen profitiert und weniger Einwohner, die Sozialhilfe beziehen mussten. Weiter gab es weniger Aufwände im Bildungsbereich (siehe Box). Einen Einbruch um rund 900000 Franken hat es bei den Steuern juristischer Personen gegeben. Gemäss Gemperli sei dieser vor allem auf einen Betrieb zurückzuführen, der im Jahr davor noch einen Spitzenertrag erwirtschaftet hatte.

«Den Überschuss werden wir dem Eigenkapital zuweisen», sagt Gemperli. Das Seniorenzentrum La Vita sei weiterhin selbsttragend und auch die technischen Betriebe sind wirtschaftlich gut aufgestellt.
Im Budget 2019 ist ebenfalls ein Aufwandüberschuss von 1,39 Millionen Franken vorgesehen. Die Gemeinde will eine erneute Reduktion des Steuerfusses um 3 auf 101 Prozent erwirken. Bereits im vergangenen Jahr senkte Goldach den Steuerfuss von 107 auf 104 Prozent, aufgrund eines Antrags aus der Bürgerversammlung und entgegen der Empfehlung des Gemeinderats.

«Es ist nicht auszuschliessen, dass dieses Jahr erneut ähnliche Anträge eingehen»

, sagt Gemperli. Im Hinblick auf bevorstehende Investitionen will der Rat lieber die Verschuldung im Griff behalten.

Weiter ins Gewicht gefallen sei der Bevölkerungszuwachs im vergangenen Jahr. Im laufenden Jahr dagegen werden im Vergleich weniger Zuzüger erwartet.

Gemeinde investiert 13,8 Millionen in Bauprojekte


Mit 3 Millionen Franken liegen die Gemeindeausgaben 2018 unter den Erwartungen. Das hat seine Gründe: «Viele Projekte befinden sich immer noch im Einspracheverfahren oder sind zum Teil jahrelang blockiert», sagt Gemperli. Das wird sich voraussichtlich noch in diesem Jahr ändern.

Das Projekt Zentrumsentwicklung mit der Erschliessung Mühlegut mit dem neuen Bushof ist rechtskräftig. Im Juni fahren die Bagger für die Verlängerung der Mühlegutstrasse auf. Auch fürs Projekt Zentrumsüberbauung erwarte man demnächst einen Entscheid: Der Fall liegt aktuell beim Verwaltungsgericht, das in den kommenden Monaten sein Urteil fällen will. Seit Jahren wehrt sich der Eigentümer gegen die Überbauung im Dorfzentrum, weil dem Projekt zwei Bäume weichen müssten.

Weitere Kosten fallen für die letzte Etappe der Sanierung der Blumenstrasse an. Die Landumlegung Thannäcker ist ausserdem rechtskräftig, was heisst, die Gemeinde kommt dort für einen Anteil an Strassenbaukosten, Kanalisation und Amphibiendurchlass auf. Über einen Kredit von rund 1,8 Millionen Franken wird es in diesem Jahr dazu eine Urnenabstimmung geben. Gleichzeitig können die Bürger auch über einen Kredit für die Sanierung der Rietbergstrasse befinden.

Kindergärtler und Erstklässler sind starke Jahrgänge. In der Oberstufe gibt es Platz genug. Doch die Verantwortlichen müssen sich darauf einstellen, dass sich das bald ändern kann. (Bild: Rudolf Hirtl)

Kindergärtler und Erstklässler sind starke Jahrgänge. In der Oberstufe gibt es Platz genug. Doch die Verantwortlichen müssen sich darauf einstellen, dass sich das bald ändern kann. (Bild: Rudolf Hirtl)

Der Raumbedarf für Goldacher Schüler steigt

Digitalisierung, Bevölkerungswachstum und eine Erweiterung der Aufgaben: Seit einem Jahr wirkt Schulpräsident Andreas Gehrig nicht mehr im Teil-, sondern im Vollamt. Verantwortlich dafür macht er unter anderem die zunehmende Bedeutung des Bereichs Gesellschaft, der etwa die Jugend- und Familienberatung, die offene Jugend- und Kinderarbeit und das Thema Integration beinhaltet. Dazu gehört auch der Ausbau des Deutschkursangebots sowie das kürzlich gegründete Interkulturelle Frauencafé, das einmal wöchentlich stattfindet und laut Gehrig grossen Anklang findet.

Im vergangenen Jahr verzeichnete Goldach dennoch einen Minderaufwand zum Budget von 677874 Franken. Einsparungen, die zu einem grossen Teil auf geringere Unterhaltskosten und auf Pensionierungen zurückzuführen sind; wo langjährige Lehrpersonen abtreten, rücken jüngere nach – auf entsprechend tieferem Lohnniveau.
Mit dem Bevölkerungswachstum und der Einschulung von geburtenstarken Jahrgängen steigen die Anforderungen an die Gemeinde. Aus diesem Grund wird die Stelle eines Medienpädagogen im 60-Prozent-Pensum geschaffen, der die Lehrpersonen im Bereich Medien und Informatik unterstützen soll.

Noch gibt es genug Klassenzimmer

Ausserdem wird im Schuljahr 2019/20 eine fünfte 1.-Klasse eingeführt. Zwar würden die Kinderzahlen kurzfristig wieder sinken, mit dem absehbaren Anstieg der Schülerzahlen müsse aber spätestens ab August 2023 mit fünf Parallelklassen geplant werden. Deshalb zeichnet sich ein erhöhter Bedarf an Schulraum ab. Gehrig schätzt, mit den bestehenden vier Schulhäusern über 2026 hinaus genügend Unterrichtsraum zur Verfügung zu haben, der zusätzliche Raumbedarf müsse aber rechtzeitig geplant und bereitgestellt werden. Eine Möglichkeit sei eine Aufstockung des Schulhauses Wartegg um eine Etage.

Im Bereich Gesellschaft sei ein Schwerpunkt für die Zukunft die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, beispielsweise durch die Einführung einer Tagesschule. Ein Angebot, das kostet. «Noch können wir nichts beziffern. Ob und in welcher Form es eine Tagesschule geben wird, muss erst noch in der Bildungskommission und im Gemeinderat diskutiert werden», sagt Gehrig.

Für das laufende Jahr erhöht sich das Budget gegenüber der Vorjahresrechnung um 1,1 Millionen auf 17,23 Millionen Franken. Darin enthalten sind die Kosten für die erwähnte Einführung einer neuen 1.-Klasse sowie für die Stelle des Medienpädagogen per August. 670000 Franken entfallen auf Abschreibungen für Gebäude und Informatik-Infrastruktur.

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