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Thomas Müller präsentiert ein letztes Glanzresultat für die Stadt Rorschach

Rorschachs Stadtpräsident Thomas Müller präsentiert seine letzte Jahresrechnung und kann mit guten Zahlen aufwarten. Die Stadt schliesst 1,5 Millionen Franken besser ab als erwartet und senkt den Steuerfuss. Dem Schulrat drohen weitreichende Veränderungen.
Rudolf Hirtl/Jolanda Riedener
Thomas Müller und Guido Etterlin (links) haben gut lachen, sie können einen guten Jahresabschluss bekannt geben. (Bild: Rudolf Hirtl)

Thomas Müller und Guido Etterlin (links) haben gut lachen, sie können einen guten Jahresabschluss bekannt geben. (Bild: Rudolf Hirtl)

Die Stimmung im Stadtratssaal des Rathauses ist gestern Vormittag schon beinahe ausgelassen. Stadtpräsident Thomas Müller und Schulpräsident Guido Etterlin strahlen um die Wette, als sie den Journalisten nicht nur Kaffee und Gipfeli, sondern auch einen Geschäftsbericht mit schwarzen Zahlen servieren.

Es ist die letzte Rechnung, die der Ende Jahr zurücktretende Müller in seiner Eigenschaft als Stadtpräsident erläutert. Und sie schliesst deutlich besser ab als erwartet. 2018 resultiert für die Stadt Rorschach ein Ertragsüberschuss von 529'497 Franken, was rund 1,5 Millionen Franken besser ist als budgetiert.

Industriefirmen und Banken schenken ein

Gemäss Müller haben ein Sonderfall sowie höhere Steuererträge zum besseren Ergebnis geführt. «Ab diesem Jahr müssen auch wir das neue Rechnungsmodell der St. Galler Gemeinden (RMSG) anwenden. Auf dessen Einführung hin hat der Kanton die Auflösung der Rückstellung für das Strassensanierungsprogramm 2006 bis 2019 per Ende 2018 verlangt. Dadurch sind 837'289 Franken in die laufende Rechnung 2018 geflossen.» Besonders erfreulich habe sich der Anteil der Stadt (drei Viertel gehen an den Kanton) bei Steuereinnahmen von juristischen Personen entwickelt, der mit 4,32 Millionen Franken deutlich über dem Budget sei.

«Bei juristischen Personen sind wir mit dem Wert nicht nur deutlich darüber, ich kann mich nicht erinnern, dass diese Position jemals höher war», stellt der Stadtpräsident zufrieden fest. Einkommens- und Vermögenssteuern von natürlichen Personen lagen mit 21,37 Millionen Franken ebenfalls über dem Budget. Der Stadtrat werde der Bürgerversammlung (26. März) beantragen, den Ertragsüberschuss von 529'497 Franken dem Eigenkapital zuzuweisen. Dieses belaufe sich per Ende 2018 auf 4,87 Millionen Franken.

Im Rahmen der Umsetzung des RMSG hat sich der Stadtrat laut Thomas Müller für eine vollständige Neubewertung des bilanzierten Verwaltungsvermögens entschieden. Dies führe zu einer Aufwertungsreserve von 65 Millionen Franken, die über die nächsten 15 Jahre linear aufzulösen sei. Die Regeln zur Aufwertung seien durch das RMSG vorgegeben. Durch die zwingende Aufwertung des Finanzvermögen entsteht eine Aufwertungsreserve von 10,5 Millionen Franken; 7 Millionen werden ins Eigenkapital und 3,5 Millionen Franken in die Reserve Werterhalt Finanzvermögen überführt.

Steuerfuss soll um sieben Prozent sinken

«Mit dem RMSG hat die Stadt die Möglichkeit, die finanzielle Entwicklung zu steuern. Der Stadtrat will die Gestaltungsmöglichkeiten nutzen, vordergründig für einen längerfristig ausgeglichenen Finanzhaushalt, die Finanzierung grosser Projekte und für die Senkung des Steuerfusses», so Müller. Der Steuerfuss wird denn gemäss Budget 2019 auch um sieben auf 139 Prozent reduziert, wenn die Bürgerversammlung zustimmt. Das Defizit von 3,51 Millionen Franken wird durch den Bezug von 4,35 Millionen Franken aus der Aufwertungsreserve mehr als nur gedeckt. Es resultiert 2019 ein Ertragsüberschuss von 836'300 Franken.

Schulrat wird modernisiert

Die Schulgemeinde schliesst beinahe mit einer Punktlandung ab: Die Abweichung zwischen Voranschlag und Rechnung beträgt nur 0,48 Prozent, was 78383 Franken entspricht. Das Budget 2019 kann mit dem neuen Rechnungsmodell hingegen kaum mehr mit dem Vorjahr verglichen werden. Ins Gewicht fallen ein höherer Bedarf für Sozialpädagogische Massnahmen (464500), Schulgelder (18600) und Liegenschaften (70000). Gemäss Schulpräsident Guido Etterlin werden mit dem neuen Modell mehr Konten geführt. Der Schüler-Mittagstisch werde zudem künftig nicht mehr über die Gemeinde- sondern über die Schulrechnung geführt.

Braucht es einen Schulrat in der jetzigen Form noch?

Überdenken will der Schulpräsident die Struktur des Schulrats. Die Auslastung der sieben Mitglieder sei geringer geworden. Gleichzeitig erhielt die Schulleitung mehr Kompetenzen. Statt eines vom Volk gewählten Rats werden Alternativen geprüft. Zum Beispiel eine Behörde, wie es in anderen umliegenden Gemeinden bereits üblich sei. Vor- und Nachteile dieses Systems werden kommende Woche in einer Klausur abgewogen.

Rorschach will weiter die schulergänzenden Tagesstrukturen ausbauen, insbesondere die Betreuung am Morgen, Nachmittag und während den Ferien. Erweitert wird auch das Mittagstisch-Angebot: Statt im Schulhaus Mariaberg gibt es künftig ein Angebot im Schulhaus Pestalozzi und im Schönbrunn. «Das entspricht einem grossen Bedürfnis der Eltern», sagt Etterlin.

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