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FHS St.Gallen kooperiert mit ausländischer Universität: St.Galler lernen von Ukrainern

Studierende der FHS St. Gallen und der ukrainischen Universität Chernihiv tauschen Wissen aus. Mit einem grossen Ziel: Soziale Arbeit in beiden Ländern wieter bringen.
Christoph Renn
Studierende aus der Ukraine und der Schweiz an einem Workshop an der FHS St. Gallen.Bild: Adriana Ortiz Cardozo

Studierende aus der Ukraine und der Schweiz an einem Workshop an der FHS St. Gallen.Bild: Adriana Ortiz Cardozo

«Ich bin fasziniert von den hydraulischen Bussen in der Stadt St. Gallen», sagt Serećik Tykhtonov. «Diese Hilfe für Menschen, die zu Fuss nicht mehr so gut unterwegs sind, gibt es bei uns nicht.» Es sind unter anderem solche Kleinigkeiten, um die es beim gemeinsamen Projekt der FHS St. Gallen und der Universität Chernihiv geht. Dozierende, Wissenschaftler und Studierende beider Bildungsinstitutionen pflegen seit rund einem Jahr einen regen Austausch. Serećik Tykhtonov ist einer von zehn Studierenden aus der Ukraine, die in St. Gallen zu Besuch sind. Begleitet werden sie von Dozenten, unter anderem zwei von der Universität Gomel aus Weissrussland.

Im Januar haben zwölf Studierende der FHS eine einwöchige Studienreise zur Universität Chernihiv unternommen. Eines haben alle involvierten Personen gemein: Sie dozieren, untersuchen oder studieren Soziale Arbeit. An mehreren Workshops behandeln die sie Themen wie Familie, Jugend, Identität, Armut, Working Poor und Migration. Dabei zeigt sich, dass sich die beiden Länder in einigen Punkten stark unterschieden, in anderen aber sehr ähnlich sind.

Die Stadt, die Universität und das Land verbessern

Diese Unterschiede und Gemeinsamkeiten zeigt sich auch in den Aufgaben der Sozialarbeiter. «In beiden Länder gelten sie als eine Art Seismograf der Gesellschaft, des ganzen Landes», sagt Livia Jäger, Studentin an der FHS. Im Gegensatz zur Schweiz müssten die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter in der Ukraine jedoch um ihr Ansehen im eigenen Land kämpfen.

«Es ist interessant zu sehen, wie das Schaffen der Sozialarbeiter in der Schweiz geschätzt werden», sagt hingegen die ukrainische Studentin Svitlana Hrytsai. Die Studierenden aus der Ukraine legen eine spürbare Motivation an den Tag. «Es ist eine riesige Ehre, St. Gallen zu besuchen», sagt Svitlana Hrytsai. Durch die Möglichkeit, Soziale Arbeit in der Schweiz zu erleben, erhoffe sie sich, ihre Stadt, das Land und die Universität weiterzubringen.

Serećik Tykhtonov formuliert es so: «Wir hoffen, dass wir für die kommenden Generationen etwas leisten können.» Dieser Wille und die starke Mentalität ist auch das, was die Schweizer Studentin beim Austausch fasziniert: «Über die Ukraine habe ich wegen des Kriegs in den vergangenen Jahren eigentlich nur in den Zeitungen etwas erfahren», sagt Livia Jäger. Beim Besuch der Universität Chernihiv im Januar habe sie aber ein völlig neues Bild des Landes erlebt. «Die Menschen verfügen über sehr viel Energie und wollen ihr Land vorwärtsbringen.» Die Zusammenarbeit verschiedener Länder ist für Thiago Garane, brasilianischer Student an der FHS St. Gallen, zentral. Denn nur so könne sich die Wissenschaft der Sozialen Arbeit weitergebracht werden, aber auch praktische Lösungen entwickelt werden.

Gute Ausbildung
in der Ukraine

Für die beiden Dozierenden Hanna Dyvnych aus der Ukraine und Stephan Schlenker von der FHS geht es im internationalen Projekt primär darum, den Studierenden einen Perspektivenwechsel zu ermöglichen. «Wie funktioniert soziale Arbeit in der Ukraine? Was unterscheidet sie von der Arbeit in der Schweiz?» Der Vorteil für die Schweizer: «In der Ukraine gibt es sehr gut ausgebildete Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter.»

Für Dozentin Hanna Dyvnych ist ein weiterer Punkt wichtig: «Wir wollen den Studiengang Soziale Arbeit vorantreiben.» Die Internationalisierung sei deshalb sehr wichtig für die Universität.

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