Feuerwehrmuseum St.Gallen eröffnet: Ein Denkmal für die Brandbekämpfer

«Depot 61» heisst es und am Samstag wurde es eröffnet, das neue St.Galler Feuerwehrmuseum. Es wartet in seinen Räumen mit vielen Raritäten und Kuriositäten zur städtischen Feuerwehrgeschichte auf.

Reto Voneschen
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Grosse und kleine Feuerwehrfans bereiten ihre Oldtimer für den Korso über den Bahnhofplatz vor. (Bild: Urs Bucher)

Grosse und kleine Feuerwehrfans bereiten ihre Oldtimer für den Korso über den Bahnhofplatz vor. (Bild: Urs Bucher)

In einer Stadt von der Grösse von St.Gallen wird nicht jeden Tag ein neues Museum eröffnet. Entsprechend zog die Einweihung des neuen Feuerwehrmuseums Depot 61 am Samstag viel Volk an. Am Vormittag blieb die Menschenmenge aufgrund des heftigen Regens überschaubar, die Stimmung familiär. Vor allem eingefleischte Fans und Teilnehmer des Treffens der Feuerwehr-Oldtimer wanderten durch die Räume im ehemaligen Gantamt an der Burgstrasse 61.

Am Nachmittag sei der Zulauf sichtlich gewachsen, zieht Organisator Thomas Meyer am Sonntagnachmittag am Telefon eine positive Schlussbilanz. Zum einen wohl, weil das Wetter dann einige Zeit «geschont» habe, zum anderen wegen des Korsos der alten Feuerwehrautos über den Bahnhofplatz. Er sei dort auch zur Freude jener, die mit ihren Fahrzeugen dabei waren, stark beachtet worden, also beste Werbung für die Museumseröffnung gewesen, vermutet Thomas Meyer.

Ein Höhepunkt der Eröffnung des Feuerwehrmuseums Depot 61 am Samstag war das Treffen der alten Feuerwehrautos vor dem Zeughaus. (Bild: Urs Bucher - 1. September 2018)
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Das Feuerwehrmuseum ist etwas für junge und ältere Feuerwehrfans. (Bild:Urs Bucher - 1. Sepember 2018)
Ein Teilnehmer am Feuerwehr-Oldtimer-Treffen in einer alten Feuerwehruniform, die zu seinem Fahrzeug passt. (Bild: Urs Bucher - 1. September 2018)
Spektakuläre Autos für grosse und kleine Buben: Die auf einem alten Saurer-Lastwagen aufgebaute Drehleiter der Stadtsanktgaller Feuerwehr wird für den Oldtimer-Korso eingezogen. (Bild: Urs Bucher - 1. September 2018)
Ein neuer Bus der VBSG begegnet einem alten Feuerwehrtraktor mit Löschwagen. (Bild: Urs Bucher - 1. September 2018)
Abfahrt der roten Fahrzeugkolonne Richtung Marktplatz. (Bild: Urs Bucher, 1. September 2018)
Ein Erinnerungsbild ans Feuerwehr-Oldtimer-Treffen vor dem Zeughaus. (Bild: Urs Bucher - 1. September 2018)
Die Motorspritze Helene stand von 1909 bis zum Zweiten Weltkrieg bei der Stadtsanktgaller Feuerwehr im Einsatz. Jetzt steht der Oldtimer im «Depot 61». (Bild: Urs Bucher - 1. September 2018)
Die Motorspritze Helene mit Jahrgang 1909 gehört dem Nostalgieverein Feuerwehr St.Gallen. Das Fahrzeug ging von der städtischen Feuerwehr an die Werksfeuerwehr von Saurer und landete schliesslich im Technorama in Winterthur. Von dort kaufte es der St.Galler Verein zurück. (Bild: Urs Bucher - 27. August 2018)
Ausstellungsgegenstände mit einer Geschichte: Der Schlauchwagen stand bis vor einigen Jahren noch bei Gastspielen des Circus Knie auf dem Spelteriniplatz zur Verfügung. Er sollte der dortigen Brandwache erlauben, rasch gegen ein allfälliges Feuer erste Massnahmen zu ergreifen. (Bild: Urs Bucher - 1. September 2018)
Kopfbedeckungen für den Feuerwehrkommandant aus verschiedenen Epochen. Schmuck ist vor allem der Messinghelm mit rotem Haarbusch aus dem 19. Jahrhundert. (Bild: Urs Bucher - 1. September 2018)
Das Rettungscorps St.Gallen im Jahr 1934. Das grosse Organigramm mit den Porträtbildern zog am Samstag viel Aufmerksamkeit auf sich. (Bild: Urs Bucher)
Fahnen, Waffen und ein Bildschirm mit Einsätzen der städtischen Feuerwehr. Die Waffen gehören übrigens tatsächlich in die Feuerwehrausstellung: Früher waren Brandwachen oft mit Gewehren ausgestattet, um Plünderungen verhindern zu können. (Bild: Urs Bucher - 1. September 2018)
Alte Schlauchwagen, Pumpen und ein Hydrant im neuen Feuerwehrmuseum. (Bild: Urs Bucher - 1. September 2018)
Das Gebäude Burgstrasse 61, der Standort des neuen Feuerwehrmuseums, von der Seite der Vonwilstrasse gesehen. (Bild: Michel Canonica - 12. Juli 2018)
Die alte Handspritze im Eingangsbereich des «Depot 61». (Bild: Michel Canonica, 12. Juli 2018)

Ein Höhepunkt der Eröffnung des Feuerwehrmuseums Depot 61 am Samstag war das Treffen der alten Feuerwehrautos vor dem Zeughaus. (Bild: Urs Bucher - 1. September 2018)

Am Samstag wurden Rundgänge durch das neue Feuerwehrmuseum angeboten. Auf viel Interesse stiessen aber auch drei Dutzend Feuerwehr-Oldtimer aus der weiteren Region, die vor dem Zeughaus aufgefahren waren. Zudem gab’s einen Parcours mit spielerischen Feuerwehr-Aufgaben, der vor allem Kinder anzog.

Kurioses aus den Depots der Stadtfeuerwehr

Die Raritäten und Kuriositäten im Feuerwehrmuseums stammen zu einem schönen Teil aus dem Fundus der Stadtsanktgaller Berufs- und Milizfeuerwehr. Vieles davon wurde, nachdem man es ausgemustert hatte, nicht einfach fortgeworfen, sondern in einer von diversen «Rumpelkammern» und Kellern eingelagert.

Dabei habe sicher der Gedanke mitgespielt, dass solche Stücke einst in einer öffentlichen Sammlung landen könnten. Zum andern habe der Respekt vor Artefakten mitgespielt, die bei der Sicherheit der Stadt eine Rolle gespielt hätten, vermutet Christian Isler, der aktuelle Chef von Feuerwehr und Zivilschutz in der Stadt St.Gallen, auf einem Rundgang durchs neue Museum.

Aktive zollen Respekt

Die Eröffnung des Feuerwehrmuseums vom Samstag bezeichnete Isler als erfreulichen Meilenstein, dem hoffentlich noch viele weitere folgen würden. Freiwillige leisteten für dieses Museumsprojekt ehrenamtlich und ohne Entschädigung sehr viel Arbeit. Jene, die derzeit in der Berufs- und Milizfeuerwehr aktiv seien, zollten ihnen dafür grossen Respekt.

www.nfsg.ch/depot61

Bald mit fixen Öffnungszeiten

Mit der Eröffnung ist der Aufbau des St.Galler Feuerwehrmuseums nicht abgeschlossen. Im Gegenteil. Das «Depot 61» soll gemäss Thomas Meyer in den nächsten Jahren weiter wachsen.

Für die ständige Schau wie für Sonderausstellungen hat es an der Burgstrasse 61 genügend freie Räume. Auch an Ausstellungsstücken und Forschungsobjekten herrscht kein Mangel.

Im nächsten Schritt werden jetzt regelmässige Öffnungszeiten eingeführt: Ab Oktober soll das Feuerwehrmuseum fürs Publikum jeweils immer am Mittwoch- und Samstagnachmittag offen stehen. Ein weiteres Projekt ist der Aufbau eines Bereichesüber «Brandschutz und Brandprävention», der ab kommendem Frühling vor allem auch Schulklassen ansprechen soll. (vre)

Gantamt wird Museum

ST.GALLEN. Das geplante Feuerwehrmuseum im ehemaligen Gantamt der Stadt St.Gallen an der Burgstrasse hat eine Sprosse auf der Steigleiter genommen. Es gibt Geld aus dem Lotteriefonds.
Daniel Wirth

«Ein Meilenstein fürs Museum»

Das Stadtparlament hat dem Nostalgieverein Feuerwehr St. Gallen (NFSG) am Mittwochabend ein Darlehen gewährt für den Aufbau eines Feuerwehrmuseums im ehemaligen Gantlokal der Stadt. Thomas Meyer, Präsident des NFSG, über die Bedeutung des städtischen Zustupfs.