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«Arsen» zum Jubiläum: Die Festspiele in Hagenwil gehen in die zehnte Runde

Dieses Jahr feiern die Schlossfestspiele in Hagenwil ihr zehnjähriges Bestehen. Aufgeführt wird ab August das Stück «Arsen und Spitzenhäubchen». Erneut werden Profis und Laien auf der Bühne stehen.
Rita Kohn
Im vergangenen Jahr wurde im Wasserschloss in Hagenwil das Stück «Die Affäre Rue de Lourcine» mit Walter Andreas Müller (links) gezeigt. (Bild: Andrea Stalder (8. August 2018))

Im vergangenen Jahr wurde im Wasserschloss in Hagenwil das Stück «Die Affäre Rue de Lourcine» mit Walter Andreas Müller (links) gezeigt. (Bild: Andrea Stalder (8. August 2018))

Von einem totalen Umkrempeln kann zwar nicht die Rede sein, aber die Veränderungen bei den Schlossfestspielen Hagenwil hinter den Kulissen sind dennoch einschneidend. Mit dem Ausscheiden von Roman Bottlang als Vereinspräsident ist ein Vakuum entstanden, das nun mit drei Personen gefüllt wird.

Zum einen übernimmt Karl Spiess das Präsidium, zum anderen sind künftig für die Werbung Christoph Huser und für die Administration Livia Stehrenberger zuständig.

Arsen und Spitzenhäubchen

Abby und Martha sind zwei Tanten, wie sie liebenswerter, grosszügiger und herzlicher nicht sein könnten. Mortimer, ihr Neffe, ist schockiert, als er ein düsteres Geheimnis entdeckt: Mehrere Leichen, vergraben im Keller. Wie sich herausstellt, haben seine beiden Tanten die Angewohnheit, einsame ältere Herren mittels Arsen im Holunderwein zu vergiften, aus Nächstenliebe. Ohne Vorahnung ist Mortimer plötzlich mitten in einer irrwitzigen Familiengeschichte.

Das Stück wurde 1939 von Joseph Otto Kesselring geschrieben, einem US-Amerikaner mit deutschen Wurzeln. Es blieb das einzige erfolgreiche Stück Kesselrings, der ursprünglich Professor für Musik gewesen war. Allerdings bescherte «Arsen und Spitzenhäubchen» Joseph Kesselring beachtlichen Reichtum. Nicht nur die Bühnenaufführungen, auch die Hollywood-Verfilmung, die 1944 in die Kinos kam, erwiesen sich als internationalen Evergreen mit schwarzem Humor.

Für das Publikum hingegen ändert sich wenig. Das machte Regisseur und Produzent Florian Rexer deutlich, der viele bekannte Darsteller verpflichten konnte. Im Jubiläumsjahr – die Schlossfestspiele bereiten sich bereits auf die zehnte Saison vor – werden sowohl Bigna Körner als auch Falk Döhler oder Doris Haudenschild auf der Bühne stehen. Schauspieler, die aus früheren Produktionen bekannt sind.

Ebenfalls bestehen bleibt der Mix von Profis und Laiendarstellern, welcher der Produktion einen eigenen Charakter verleiht.

Darsteller setzen sich mit neuen Rollen auseinander

Mit der diesjährigen Produktion erfüllt sich Florian Rexer ­einen Traum: «Ich wollte schon immer mal ‹Arsen und Spitzenhäubchen› auf die Bühne bringen.» Dass das Stück in der Region zweimal auf dem Programm steht, nimmt er gelassen. «Vielleicht animiert es ja die Menschen, einen Vergleich zu ziehen.»

Beim ersten Treffen in Hagenwil konnten sich Ensemble und Staff ebenso kennenlernen, wie es zur Begegnung mit der neuen Vereinsleitung kam. Nachdem alle Darsteller ihren Text erhalten hatten, machten sie sich sofort daran, sich mit ihrer neuen Rolle auseinanderzusetzen.

Auch «Aschenputtel» wird dieses Jahr gezeigt

Ihre Premiere erlebten die Hagenwiler Schlossfestspiele 2010 mit dem Stück «Cyrano de Bergerac». Seither wurden im Wasserschloss die Stücke «Diener zweier Herren», «Der eingebildete Kranke», «Der zerbrochene Krug», «Romeo & Julia», «Ernst sein ist alles oder Bunbury», «Der Revisor», «Die Physiker» und «Die Affäre Rue de Lourcine» gespielt. Seit 2011 wird neben dem Abendstück jeweils auch ein Kinderstück geboten.

Mit einem kleinen Ensemble setzt Regisseur Florian Rexer Jahr für Jahr ein Grimm-Märchen um. Bis jetzt standen «Der Froschkönig», «Rumpelstilzchen», «Rapunzel», «Das tapfere Schneiderlein», «Der gestiefelte Kater», «Schneewittchen», «Die Bremer Stadtmusikanten» und «Tischlein, deck dich» auf dem Programm. In diesem Jahr wird auf der Bühne im Schlosshof «Aschenputtel» zu sehen sein.

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