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Feriengäste verhelfen Gossauer Altersheimen zu einer besseren Auslastung

Die Betten der Sana Fürstenland AG sind gut ausgelastet. Das liegt auch an Kurzzeit-Angeboten. Eine bessere und stabilere Auslastung verspricht man sich vom Neubau in der Innenstadt.
Johannes Wey
Idyllisch gelegen aber weit ab vom Schuss und alt: das Altersheim Espel. (Bild: Urs Bucher (6. September 2016))

Idyllisch gelegen aber weit ab vom Schuss und alt: das Altersheim Espel. (Bild: Urs Bucher (6. September 2016))

In Ostschweizer Pflegeheimen gibt es zu viele Betten für die Langzeitpflege. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Credit Suisse, wie die «Ostschweiz am Sonntag» berichtete. Ein wichtiger Grund dafür ist laut dem Autor der Studie, dass heute viele Heimbewohner nur leicht pflegebedürftig sind. Sie sollen in Zukunft vermehrt ambulant, also zu Hause oder im betreuten Wohnen, behandelt werden.

Das St. Galler Amt für Soziales findet aber, dass im Kanton alles im grünen Bereich sei: Die Heime seien zwischen 2011 und 2016 im Schnitt zu 94,5 Prozent ausgelastet gewesen, eine höhere Auslastung könne zu langen Wartelisten führen.

2014 fürchtete sich Stadtrat vor Überangebot

Bei diesem Thema drängt sich ein Blick nach Gossau auf. Hier fochten die Stadt und der private Anbieter Casa Solaris 2014 einen Streit aus. Der Kanton entschied schliesslich für Casa Solaris und setzte 32 Pflegeplätze auf die kantonale Pflegeheimliste. Im Gossauer Rathaus befürchtete man deswegen ein Überangebot.

Dramatisch ist die Situation heute nicht: Die Auslastung der Heime Schwalbe und Espel beträgt sogar schon seit längerem über 96 Prozent, sagt Kathrin Hilber, Präsidentin der Sana Fürstenland AG, welche die beiden regionalen Pflegeheime betreibt. Allerdings sind dabei auch Ferien- und andere Kurzaufenthalte eingerechnet. «Wir haben uns strategisch bewusst auf solche Angebote und eine hohe Betreuungsqualität ausgerichtet, weil unsere in die Jahre gekommenen Liegenschaften wenig attraktiv sind», sagt Hilber.

«Künftige Heimbewohner werden diesen Standard nicht mehr akzeptieren.»

Die Sana Fürstenland will zwar im Herzen Gossaus ein neues Pflegeheim bauen, ist dabei aber noch durch einen Rekurs blockiert. «Der Kanton hat uns zugesichert, dass der Entscheid noch in der ersten Jahreshälfte fällt», sagt Hilber.

Der Zustand der Häuser Schwalbe und Espel sei im Wettbewerb ein Nachteil. Besonders das Espel liegt zwar idyllisch, ist aber von Angehörigen schwer zu erreichen. Zudem gebe es nur Zimmer ohne Nasszellen. «Die heutigen Bewohner sind sich das gewohnt. Künftige Heimbewohner werden diesen Standard nicht mehr akzeptieren.»

Vom neuen Pflegeheim verspricht man sich bei der Sana Fürstenland AG auch eine bessere Planungssicherheit bei der Auslastung. Diese könne aufgrund von Todesfällen stark schwanken. Das neue Heim im Andreaspark wird auch betreutes Wohnen anbieten. «Wir wollen die Leute motivieren, schon früher zu uns zu ziehen, auch wenn sie noch keine intensive Pflege benötigen», sagt Hilber. Erfahrungen in anderen Heimen zeigten, dass dies zu einer stabileren Auslastung führe.

Stadträtin ortet Überangebot

Für Stadträtin Helen Alder Frey ist die Auslastung der Heime der Sana Fürstenland AG nicht übermässig gut, aber zufriedenstellend. «Man muss klar sagen: Unsere Heime sind in die Jahre gekommen», sagt auch sie. Seit kurzem bestimmt der Kanton St. Gallen eine Bandbreite, wie viele Pflegeplätze in einer Gemeinde nötig sind. Ist das Angebot bei der ambulanten Pflege gross, sollte man sich mit der Anzahl Pflegeplätze am unteren Ende der Bandbreite bewegen. Und gerade bei der ambulanten Pflege sei in Gossau zuletzt viel gemacht worden.

«Derzeit haben wir in Gossau effektiv ein leichtes Überangebot.»

Alder zeigt sich aber zuversichtlich, dass das Angebot der Sana Fürstenland AG an Attraktivität gewinnt. «Unser Handicap sind die alten Liegenschaften mit dem abgelegenen Standort Espel.» Für die Betreuung werde man hingegen immer wieder gelobt.

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