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Feldmühle: Ein Areal mit bewegter Geschichte

Einst war die Feldmühle AG in Rorschach die weltweit grösste Stickereifabrik. Heute soll das Areal überbaut werden und einen neuen Stadtkern bilden. Eine Übersicht der wichtigsten Ereignisse und Eckdaten.
Jolanda Riedener
Kamin auf dem Feldmühle-Areal. (Bild. Archiv Tagblatt)

Kamin auf dem Feldmühle-Areal. (Bild. Archiv Tagblatt)

Der Rorschacher Richard Lehner befasste sich intensiv mit der Geschichte der ehemaligen Stickereifabrik. 2007 erschien sein Werk «Feldmühle», mit dem er das Leben der Menschen würdigt, die in der ehemaligen Stickerei- und Kunstseidenfabrik arbeiteten. Das Buch ermöglicht einen Blick auf ein wichtiges Kapitel der schweizerischen Industriegeschichte. Der folgende geschichtliche Abriss basiert auf dem Buch.

1865: Erste Fabrik mit Handstickmaschinen

In Rorschach wird in der ehemaligen Brauerei Wachsbleiche die erste Fabrik mit Handstickmaschinen eingerichtete. Gegen 50 Arbeiterinnen und Arbeiter sind dort tätig.

1881: Beginn einer neuen Ära

Jacob Loeb und Max Schönfeld erwerben das Grundstück der ehemaligen Teigwaren und Dampfbäckerei von Joseph Faller. Ein Jahr später eröffneten sie die Stickereifabrik Loeb & Schönfeld: Sie starte mit 36 elektrisch betriebenen Schifflistickmaschinen und 20 Handstickmaschinen. 1895 wurde die Firma in Feldmühle AG, Rorschach umgewandelt.

1895: Ein Quartier für die Arbeiterschaft
Das Neustadtquartier im Mai 1994. (Bild: Tagblatt-Archiv)

Das Neustadtquartier im Mai 1994. (Bild: Tagblatt-Archiv)

Die Firma Loeb & Schönfeld plant den Bau des Neuquartiers, einer Arbeitersiedlung, die unmittelbar an das Fabrikgelände angrenzt. 1908 wird das Arbeiterquartier mit 54 Häusern wird fertiggestellt.

1910: Weltgrösste Stickereifabrik

Die Feldmühle AG beschäftigt 2416 Arbeiter in der Fabrik und 309 Personen bei Heimarbeit. Das ist der höchste Bestand aller Zeiten. Die Feldmühle AG mit 625 Stickmaschinen ist die grösste Stickereifabrik der Welt. Die Stadt Rorschach zählt ende 1910 12'707 Einwohner.

1911: Tod von Max Schönfeld

Firmengründer Max Schönfeld stirbt 61-jährig nach kurzer Krankheit im Südtirol.

Auf dem ehemaligen Feldmühle-Areal soll ein neuer Stadtkern entstehen. (Bild: PD)Auf dem ehemaligen Feldmühle-Areal soll ein neuer Stadtkern entstehen. (Bild: PD)
Gassen sollen den Blick auf die Evangelische Kirche freigeben. (Bild: PD)Gassen sollen den Blick auf die Evangelische Kirche freigeben. (Bild: PD)
Die Planer öffneten die Fabrikhallen für die Bevölkerung und zeigten die Überbauungspläne. (Bild: Jolanda Riedener)Die Planer öffneten die Fabrikhallen für die Bevölkerung und zeigten die Überbauungspläne. (Bild: Jolanda Riedener)
Architekt Arno Bruderer erzählt am Stadtapéro, wie die Planer vorgegangen sind. (Bild: Jolanda Riedener)Architekt Arno Bruderer erzählt am Stadtapéro, wie die Planer vorgegangen sind. (Bild: Jolanda Riedener)
Stadtpräsident Thomas Müller(links) und Beat Käser von der Steiner AG präsentierten ihr Vorhaben am Donnerstagabend. (Bild: Jolanda Riedener)Stadtpräsident Thomas Müller(links) und Beat Käser von der Steiner AG präsentierten ihr Vorhaben am Donnerstagabend. (Bild: Jolanda Riedener)
6 Bilder

So soll das Feldmühle-Areal einmal aussehen

1914 bis 1925: Produktionsverlagerung auf Viskose

Mit Beginn des 1. Weltkriegs bricht die Stickereiindustrie endgültig zusammen. Während im Juni 1911 noch für 5,4 Millionen Franken Stickereien in die USA ausgeführt wurden, beträgt die Summe ein Jahr später nur noch 4,2 Millionen Franken. Im Mai 1925 wagt die Feldmühle einen Neuanfang mit der Produktion von Viscocse, so genannter Kunstseide.

1920: Feuer

Eines der Firmengebäude brennt bis zum Parterre nieder.

1930: Theodor Grauer

Theodor Grauer wird Direktor der Feldmühle AG. Er führt die Firma bis zu seinem unfreiwilligen Ausscheiden erfolgreich.

1946: Streik

Der grösste Streik der bisherigen Schweizer Industriegeschichte legt auch die Feldmühle lahm. Während einem Monat streiken 1300 Arbeiter.

1952: Neuorientierung

Unter dem Produktenamen Cellux stellt die Feldmühle AG Klebebänder her, später auch Nylonfasern.

1969: Holländer übernehmen

Der holländische Konzern Enka- Glanzstoffgruppe übernimmt die Feldmühle AG für 30 Millionen Franken.

1979 : Stopp der Produktion in Rorschach

In der Feldmühle AG wird nicht mehr produziert. Die Klebebandabteilung wird an die neu gegründete Cellux AG verkauft. Ein Grossbrand zerstört das Rohstofflager.

1991: Scapa übernimmt

Die Scapa übernimmt die Cellux AG.

2016: Schliessung des Standorts

Die Scapa AG gibt den Produktionsstandort in Rorschach auf. Damit endet das Kapitel der langen Industriegeschichte des Feldmühle-Areals.

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