Nachfolge von Thomas Müller: FDP bringt Fahrt in den Wahlkampf um das Rorschacher Stadtpräsidium

Mit der Präsentation von Robert Raths als Kandidat für das Stadtpräsidium Rorschach hat die FDP die anderen Parteien aus dem Dornröschenschlaf geholt. Noch bleiben aber viele Fragen offen und auch die Statements möglicher Kandidaten von CVP und SP bleiben vage. 

Rudolf Hirtl
Drucken
Teilen
Wer zieht als Nachfolger von Thomas Müller ins Rorschacher Rathaus ein? Aktuell ist mit Robert Raths (FDP), Thal, erst ein Kandidat für die Ersatzwahl des Stadtpräsidenten bekannt. (Bild: Vivien Huber)

Wer zieht als Nachfolger von Thomas Müller ins Rorschacher Rathaus ein? Aktuell ist mit Robert Raths (FDP), Thal, erst ein Kandidat für die Ersatzwahl des Stadtpräsidenten bekannt. (Bild: Vivien Huber)

Noch ehe der angekündigte runde Tisch der Mitte-Parteien stattfand, hat der 57-jährige Thaler FDP-Gemeindepräsident Robert Raths seine Kandidatur für die Ersatzwahl des Stadtpräsidenten in Rorschach bekannt gegeben. Laut FDP-Kantonsrat Andres Hartmann, der Raths von einer Kandidatur überzeugte, wurde die Nomination von der Ortspartei einstimmig beschlossen. Raths hatte im Vorfeld wegen seines Alters noch abgewinkt, zeigt sich nun aber motiviert, die Aufgabe anzugehen.

Nach dem Vorpreschen von Raths/Hartmann ist die Stimmung zwischen den Mitte-Parteien zumindest nicht ganz entspannt. «Es hat kurz etwas Hektik gegeben, doch mittlerweile ist alles wieder in geordneten Bahnen», räumt Marcel Müller, Präsident der FDP Rorschach, ein.

Die CVP-Ortspartei schlägt die Türe nicht zu

Seiner Meinung nach wäre es gut, wenn sich die Bürgerlichen auf einen starken Kandidaten beschränken würden, um sich nicht gegenseitig die Stimmen wegzunehmen. Die FDP werde deshalb weiterhin das Gespräch mit den anderen Parteien suchen. «Wir sind vom Vorgehen der FDP überrascht», sagt Ruth Belz, Präsidentin der CVP Rorschach. An ihrem Anliegen, eine gemeinsame Lösung zu finden, die der Stadt Rorschach den grösstmöglichen Nutzen bringt, habe sich nichts geändert. Die Partei werde nun nicht überstürzt handeln und sich beraten, wie es weitergeht. Klar sei, dass sie die Türe trotzdem nicht zuschlage. «Wir werden weiterhin fair und transparent vorgehen. Das ist ein grosses Anliegen von mit.»

Nachdem die Kandidatur von Robert Raths aus dem Sack ist, könnte man glauben, dass sich nun weitere mögliche Nachfolger endlich etwas konkreter dazu äussern, ob sie in die Fussstapfen von Thomas Müller treten wollen. «Ich nehme die Kandidatur von Röbi Raths zur Kenntnis», sagt CVP-Stadtrat und Gewerbevereinspräsident Stefan Meier unaufgeregt. Ein klares Bekenntnis dazu, ob er das Amt des Stadtpräsidenten überhaupt anstrebt, ist ihm weiterhin nicht zu entlocken.

«Wir haben die Nominationsversammlung auf den 16. November angesetzt. Bis dahin können Frauen und Männer ihr Interesse bekanntgeben.» (Peter Buschor,  Präsident der SP Wahlkreis Rorschach)

Aussichtsreiche Kandidaten aus den Reihen der SP sind Stadtrat Guido Etterlin und der ehemalige Kantonsrat Felix Gemperle. Etterlin, der zuletzt noch den offiziellen Rücktritt von Stadtpräsident Thomas Müller abwarten wollte, wird nun ein wenig konkreter. «Ich überlege mir ernsthaft eine Kandidatur», räumt der amtierende Schulratspräsident ein. Die SP-Regionalpartei werde sich besprechen und ihren Fahrplan in der kommenden Woche bekannt geben.

Die SVP unterstützt den FDP-Kandidaten

Auf Seiten der SVP kann man mit dem FDP-Kandidaten Robert Raths gut leben. «Für uns ist es wichtig, dass ein starker Bürgerlicher kandidiert. Wir wollen auf keinen Fall einen linken Stadtpräsidenten in Rorschach», sagt Sabina Revoli, Präsidentin der Kreispartei Rorschach. Die SVP wäre in Rorschach nur mit einem Spitzenkandidaten wie Michael Götte selber angetreten. Dieses Thema habe sich nun aber erledigt und die Partei werde Robert Raths unterstützen. «Ich favorisiere klar, dass die Bürgerlichen zusammenspannen und gemeinsam nur einen starken Kandidaten stellen. Ich hoffe, dass der runde Tisch nun doch noch stattfindet, damit wir unsere Kräfte bündeln können.»

Tübachs SVP-Gemeindepräsident Michael Götte sagt: «Mich persönlich macht die Kandidatur von Robert Raths völlig happy. Er ist ein guter, starker Kandidat und Gewähr dafür, dass die erfolgreiche bürgerliche Politik in Rorschach weitergeführt wird.» Er müsse sich nun selbst keine Gedanken mehr um eine gute Lösung für Rorschach machen.