FCSG
«Sieht aus wie nach den Pferdesporttagen»: Espenmoos-Rasen ist nach U21-Spiel des FCSG verwüstet

Auf Facebook gibt es einen kleinen Shitstorm: Die U21 des FC St.Gallen hat am Mittwoch im Espenmoos ein Spiel ausgetragen - auf tiefem Terrain. Jetzt ist der Rasen kaputt.

Melissa Müller
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In nicht eindeutigen Fällen entscheidet der Schiedsrichter zusammen mit dem Platzwart, ob der Rasen bespielt werden kann.

In nicht eindeutigen Fällen entscheidet der Schiedsrichter zusammen mit dem Platzwart, ob der Rasen bespielt werden kann.

Symbolbild: Imago

Ein Fussballfan hat auf Facebook Bilder des kaputten Rasens im Espenmoos gepostet: Der Grasteppich ist zu einem Sumpf mit braunen Löchern verkommen. «Jetzt hät d U21 ä Spiel gha i dem nasse Wetter, jetzt lueged emol die Bilder a», schreibt der Fan und fragt sich: Warum ist man nicht auf den Kunstrasen ausgewichen? Man habe tatenlos zugeschaut. So sei den Fussballern nichts anderes übrig geblieben, als den Rasen zu verwüsten.

Der Fan erinnert daran, dass extra ein neuer Roboter angeschafft wurde, um den Rasen zu pflegen. Für den Unterhalt ist die städtische Dienststelle Stadtgrün zuständig. «Und wer darf die Instandsetzung des Rasens zahlen?», fragt der Fan und gibt sich die Antwort gleich selbst: «Wir Steuerzahler.»

Der beschädigte Rasen beschäftigt auch andere Nutzer der Facebook-Gruppe «In St.Gallen, um St.Gallen und um St.Gallen herum». «Sieht aus wie nach den Pferdesporttagen», mokiert sich einer. Ein Golfspieler meint angesichts der Schlammlöcher: «Da würde ich ohne Probleme ein Hole-in-One schlagen.» - Der Begriff für das erfolgreiche Einlochen mit einem einzigen Schlag.

Nachfrage beim FCSG: Warum mussten die Spieler auf dem durchnässten Rasen tschutten? Das Spiel am Mittwoch sei ein Nachtragsspiel gewesen, sagt Mediensprecher Andreas Bosshard.

«Wir hatten die Erlaubnis, auf dem Platz zu spielen.»

Ein Ausweichen auf den Kunstrasenplatz im Espenmoos sei nicht in Frage gekommen - weil dieser nicht den Vorgaben entspreche. Er sei zu klein. «Das heisst, es dürfen dort keine Meisterschaftsspiele ausgetragen werden», fasst Bosshard zusammen.

Der Fall war für den Schiedsrichter nicht eindeutig

Der Rasen gehört der Stadt. Warum hat sie den Rasen unter diesen ungünstigen Bedingungen freigegeben? «Es gibt Situationen, in denen sich die Frage nach der Platzfreigabe gar nicht stellt», sagt Martin Bühler von der städtischen Dienststelle Infrastruktur, Bildung und Freizeit. Das sei etwa dann der Fall, wenn das Spielfeld schneebedeckt ist. Dann werde auch frühzeitig über den betroffenen Fussballverband das Spiel abgesagt. «Im vorliegenden Fall war die Sache nicht eindeutig», sagt Bühler.

«Das Terrain war wohl tief, aber das Ballverhalten war ansprechend.»

Der Schiedsrichter schaue jeweils vor dem Spiel, ob der Ball sauber rollt.

In nicht eindeutigen Fällen entscheidet der Schiedsrichter vor Ort zusammen mit dem Platzwart, ob der Rasen bespielt werden kann. «Die Situation ist auch für uns, die wir für den Trainings- und Spielbetrieb verantwortlich sind, sehr unschön», sagt Bühler.

Rasen mindestens zwei Wochen gesperrt

Der Rasen muss nun durch Stadtgrün wieder instand gestellt werden. «Das heisst, dass der Rasen nun für mindestens zwei Wochen gesperrt bleibt, je nach Witterungsbedingungen auch länger», sagt Adrian Stolz, der Leiter von Stadtgrün.

Adrian Stolz, Leiter Stadtgrün St.Gallen

Adrian Stolz, Leiter Stadtgrün St.Gallen

Bild: Raphael Rohner

Die Mitarbeitenden von Stadtgrün hätten grössere Löcher ausgebessert und müssten nun warten, bis der Platz abtrocknet. Anschliessend werde der Platz maschinell aerifiziert. Der Aufwand beträgt ein bis zwei Arbeitstage.

«Das Problem ist, dass der Platz aufgrund des Spiels nun mindestens zwei Wochen total gesperrt ist und im Herbst aller Voraussicht nach deutlich weniger verwendet werden kann. Dies ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass das Wachstum in dieser Jahreszeit bereits reduziert ist», sagt Stolz. Spiele müssen verschoben werden und Trainings abgesagt oder auf andere Plätze verschoben werden.

Fans spekulierten darüber, dass die U21 später auf den Kybunpark ausweichen musste, weil der Rasen im Espenmoos nicht mehr bespielbar war. Das stimme nicht, sagt FCSG-Sprecher Andreas Bosshard. Man habe das Spiel gegen Brühl schon vor Wochen im Kybunpark festgelegt. Jedoch konnte die Frauenmannschaft des FCSG am Freitag nicht wie geplant im Espenmoos spielen, sondern musste ihr Spiel gegen den FC Zürich in Staad austragen. «Einige Spielerinnen freuten sich sogar, dass sie wieder einmal in Staad spielen durften», sagt Bosshard.