Als Meister in St. Gallen gereift: Julio Tejeda ist heute Versicherungsvertreter

Mit dem FC Sion gewann Julio Tejeda 1992 den Meistertitel, doch erst beim FC St. Gallen reifte er zum Nationalliga-A-Spieler. Auch deshalb denkt er gerne an seine Zeit bei den «Espen» zurück.

David Gadze
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Julio Tejeda (zweiter von rechts, hier als Spieler des FC Zürich) absolvierte 50 Spiele für den FC St. Gallen. (Bild: Keystone/Regina Kühne (31. Mai 1997))

Julio Tejeda (zweiter von rechts, hier als Spieler des FC Zürich) absolvierte 50 Spiele für den FC St. Gallen. (Bild: Keystone/Regina Kühne (31. Mai 1997))

Als der FC St. Gallen im Sommer 1994, nach der Rückkehr in die Nationalliga A, in die neue Saison startet, steht ein junger Spieler im Kader, der bei vielen als Hoffnung für die Defensive gilt: Julio Tejeda. Der damals knapp 23-jährige Mittelfeldspieler hat zwar nur wenig Erfahrung auf höchster Ebene, ihm eilt aber ein guter Ruf voraus.

Tejeda wächst in Monthey als Kind spanischer Einwanderer auf. Zum Fussballspielen kommt er über seine ältere Schwester Leocadia, die ebenfalls Fussball spielte. Sein sportlicher Aufstieg setzt schon früh ein. Mit knapp 20 Jahren kommt er 1991 von seinem Stammclub FC Monthey zum FC Sion. Auch andere Vereine interessieren sich für ihn, «aber als Walliser war es für mich ein Traum, für Sion zu spielen», erzählt er. Tejeda kommt zu ersten Einsätzen in der Nationalliga A und feiert mit Sion gleich in seinem ersten Profijahr den Meistertitel. Doch weil ihm der Club, den Christian Constantin kurz zuvor als Präsident übernommen hat, die Meisterprämie nicht bezahlt, endet das Kapitel FC Sion gleich wieder. Tejeda kehrt zum FC Monthey zurück.

Von Uwe Rapolder zum FCSG geholt

Mit Trainer Uwe Rapolder gelingt dem kleinen Verein 1993 der Aufstieg in die Nationalliga B. Und Rapolder erinnert sich an seinen ehemaligen Schützling, nachdem er 1994 den FC St. Gallen zum direkten Wiederaufstieg in die Nationalliga A geführt hat. So erhält Tejeda – wie wenig später Stéphane de Siebenthal, mit dem er bei Monthey gespielt hat – die nächste Chance, sich auf höchster Stufe zu beweisen. Und er packt sie. «Ich war zwar nie besonders schnell», sagt er. Doch dank seiner Kampfbereitschaft, von der diverse Nasenbeinbrüche zeugen, und seiner Fähigkeit, das Spiel zu lesen, spielt er regelmässig. Rückenprobleme setzten ihn in der ersten Saison zwar lange ausser Gefecht, doch in der zweiten, in der sich der FCSG für die Finalrunde qualifiziert, entwickelt er sich zum Stammspieler. Dennoch lassen sich die Verantwortlichen lange Zeit mit einem neuen Vertrag – zu lange. Tejeda unterschreibt beim FC Zürich. Zwei Jahre lang ist er im Mittelfeld des FCZ gesetzt, ehe er sich 1998 dem FC Lugano anschliesst.

Im Tessin geht es für ihn jedoch bergab. Er kämpft mit Verletzungen, und als er sich Anfang 2000 wieder herangekämpft hat, sagt ihm Trainer Roberto Morinini, ohne ihn zu planen. Er geht zu Etoile Carouge, steigt mit den Genfern jedoch in die 1. Liga (damals die dritthöchste Stufe) ab. Über den FC Bex kehrt er 2001 schliesslich als Spielertrainer zum FC Monthey zurück, wo er ein Jahr später mit knapp 32 Jahren seine Karriere beendet. «Mein Knie konnte den Belastungen einfach nicht mehr standhalten», sagt er. Danach trainiert er diverse unterklassige Vereine in der Region.

Dem FC Monthey bis heute verbunden

Julio Tejeda arbeitet heute für die Vaudoise-Versicherungen und beim FC Monthey.Bild: PD

Julio Tejeda arbeitet heute für die Vaudoise-Versicherungen und beim FC Monthey.Bild: PD

Heute arbeitet Tejeda für «seinen» FC Monthey (2. Liga interregional) als Technischer Direktor. Als Trainer an der Seitenlinie zu stehen, komme für ihn neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als Vertreter bei den Vaudoise-Versicherungen nicht in Frage. Zumal der 47-Jährige, der in Ollon wohnt, aus zweiter Ehe eine vierjährige Tochter hat.

An seine Karriere denkt er gerne zurück. Gerade kürzlich habe er Stéphane de Siebenthal getroffen und mit ihm über die gemeinsame Zeit in St. Gallen gesprochen. «Das war ein sehr schöner Abschnitt in meiner Laufbahn. Und ich bin dem Verein bis heute dankbar, dass er mir die Chance gegeben hat für einen Neustart in der höchsten Liga.»

FC St. Gallen – Young Boys Bern

Mittwoch, 20 Uhr, Kybunpark;

Matchtipp Julio Tejeda: 2:0

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