Jodel, Theater und Besuch eines alten Bekannten: Fast tausend Leute feiern das Jodelchörli Alpsteinblick Abtwil

Der Verein lud gestern Samstag zum 20. Geburtstagsfest in den Fürstenlandsaal Gossau ein.  

Elena Fasoli
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Martin O. bei seinem Gastauftritt, zusammen mit dem Jodelchörli Alpsteinblick Abtwil.

Martin O. bei seinem Gastauftritt, zusammen mit dem Jodelchörli Alpsteinblick Abtwil.

Elena Fasoli

Dunkle Anzüge und Sonnenbrillen: So stellt man sich keine klassischen Jodler vor. Doch genau so stand die Startformation des Jodelchörlis Alpsteinblick Abtwil am Samstag auf der Bühne im Fürstenlandsaal Gossau. Sobald die ersten Jodelklänge ertönten, entledigten sich die 17 Männer der Sonnenbrillen.

Ein Jungtalent auf der Bühne

Die Unterhaltung, die zu Ehren des 20.Geburtstags des Vereins stattfindet, beginnt mit traditionell eidgenössischen Jodelliedern. Die Musikstücke wer- den jeweils von zwei Jodlern mit einem kurzen Sketch angekündigt. So sah einer der Männer als Mike Shiva verkleidet in die Zukunft des Jodelchörlis. Der Verein begrüsste auch einige Gastformationen. Besonders faszinierend war für viele Gäste der Auftritt von Nadine Dörig, der einzigen weiblichen Person auf der Bühne. Die 13-Jährige entzückte mit traditionellem Jodel, aber auch mit englischen Titeln wie «Eight Days A Week» von den Beatles. «Dörig ist noch so jung, aber schon so gross auf der Bühne», sagt Chörli-Präsident Herbert Hollenstein.

Martin O. zusammen mit der 13-jährigen Jung-Jodlerin Nadine Dörig.

Martin O. zusammen mit der 13-jährigen Jung-Jodlerin Nadine Dörig. 

Elena Fasoli

Auftritt eines Weggefährten

Einen weiteren Höhepunkt des Abends bildet die Darbietung von Stimmartist Martin O., dem das Jodelchörli schon seit fast 20 Jahren immer wieder auf der Bühne begegnet. Mit einem «Symphonium-Loopgerät», mit dem er seine Stimme mehrfach aufnehmen und gleichzeitig abspielen kann, begeistert der Abtwiler, der eigentlich Martin Ulrich heisst, das Publikum. Weiter treten das Jodelterzett Dörig-Stricker-Dietrich und das «quartett waschächt» auf, das mit einem Mani-Matter-Medley beeindruckt. Das Jodelchörli reisst die Zuschauer nicht nur mit klassischem Jodel mit, sondern überrascht mit einem humorvollen Stück über den «Partygrill». Das Publikum spart nicht mit Komplimenten: «Abwechslungsreich», «gesanglich genial» und «beeindruckend» sei die Show gewesen.

Auftritte überall auf dem Globus

Nach der Pause zeigt Martin O. die Geschichte des Vereins anhand einer Bildershow. Ehemalige Turner gründeten das Jodelchörli Alpsteinblick im Jahr 2000. Zahlreiche Auftritte hat der Verein seither gehabt, darunter in New York, St.Petersburg oder in der Mongolei.

Fast tausend Gäste fanden sich am Samstagabend im Fürstenlandsaal ein. «Wir hatten Glück, dass es genau 997 Besucher sind», sagt Hollenstein. Denn beinahe hätte die Veranstaltung wegen des Corona-Virus abgesagt werden müssen. «Es ist wirklich unglaublich, dass nun alles wie vorbereitet vor einem überwältigenden Publikum ablaufen konnte.»