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Der Unteregger Gemeindepräsident zieht Bilanz - einen Wermutstropfen gibt es

Schulhaus, Fernwärme und Brücken: Norbert Rüttimann hat einige Baustellen. Dennoch ist er zufrieden, wie es um sein Dorf steht. Im Herbst schaut er aber gebannt nach Wittenbach.
Martin Rechsteiner
Norbert Rüttimann ist gerne in seinem Dorf unterwegs. (Bild: Martin Rechsteiner)

Norbert Rüttimann ist gerne in seinem Dorf unterwegs. (Bild: Martin Rechsteiner)

Der Unteregger Gemeindepräsident Norbert Rüttimann ist gerne in seiner Gemeinde unterwegs. «Wenn ich einmal abschalten will, gehe ich am liebsten den Berg hoch in Richtung Eggersriet oder runter in die Lochmüli an die Goldach», sagt er.

Dort befindet sich gleich auch eine der Baustellen der Gemeinde. Ein Unwetter hat vergangenes Jahr die Brücke unterspült und teilweise weggeschwemmt, die direkte Verbindung nach Mörschwil ist somit gekappt. Jetzt soll eine neue Brücke her, über die Fussgänger und Velofahrer wieder trockenen Fusses über die Goldach gelangen. «Laut der Schweizer Armee, die in das Projekt involviert ist, kommt die Brücke zu 99 Prozent noch dieses Jahr», sagt Rüttimann.

Auf starke Verwaltung angewiesen

Heute entscheidet sich Norbert Rüttimann für einen etwas kürzeren Spaziergang. Es liegt noch viel Arbeit an im Gemeindehaus. Als Gemeindepräsident mit Teilzeitpensum muss er seine Zeit gut einteilen. Deshalb gibt es einen kurzen Rundgang über die Zielstrasse, vorbei an den malerischen Apfelplantagen. «Dadurch, dass ich nicht jeden Tag im Gemeindehaus bin, brauche ich eine umso stärkere Verwaltung und Leute, die während meiner Abwesenheit den Gemeindebetrieb aufrechterhalten.» Das sei derzeit der Fall. «Doch es gibt einen Wermutstropfen.» Denn unlängst hat Gemeindeschreiber Norbert Näf seine Kandidatur für das Gemeindepräsidium von Wittenbach bekanntgegeben.

«Wenn er gewählt wird, müssen wir ihn natürlich gehen lassen», sagt Rüttimann. Er macht keinen Hehl daraus, dass er damit nicht glücklich wäre. «Natürlich, für Norbert Näf persönlich wäre es ein guter Schritt, den wir ihm gönnen mögen. Wir wollen ihm nicht im Wege stehen.» Jedoch sei der Gemeindeschreiber in Untereggen, gerade wegen der Teilzeit-Anwesenheit des Präsidenten, eine Schlüsselfigur. «Einen Ersatz zu finden ist sehr schwierig. Zudem funktioniert die Verwaltung als Team derzeit sehr gut.» Im Herbst sind die Wahlen, bis dahin will Rüttimann abwarten. Über eine Nachfolge von Näf habe er sich deshalb noch keine Gedanken gemacht.

Schulhaus bewegt die Bürger

Derzeit laufen in Untereggen Umfragen. So will die Gemeinde von der Bevölkerung wissen, wie sie sich die Zukunft des Schulhauses vorstellt. «Die Bürger sollen uns mitteilen, welche Idee sie befürworten: eine Sanierung mit Ausbau, ein Neubau an Ort und Stelle oder ein Neubau an einem anderen Ort», sagt Rüttimann. Es sei zufriedenstellend, wie die Umfrage laufe. «Wir haben schon rund 200 Antworten beisammen. Teils von einzelnen Personen, teils von Familien gemeinsam ausgefüllt. Die Zahl zeigt, dass das Thema bewegt.» Ausgewertet seien die Fragebögen jedoch noch nicht. «Damit beginnen wir nach den Sommerferien, die Ergebnisse präsentieren wir anschliessend.» Welchen Vorschlag die Gemeinde als den besten erachtet, hat sie bereits an der Bürgerversammlung im März kundgetan: den Neubau am gleichen Ort für knapp zehn Millionen Franken. Die Variante des Neubaus an einem neuen Ort für rund 17 Millionen Franken bezeichnet Rüttimann als derzeit unrealistisch. «Aus Transparenzgründen zeigen wir sie trotzdem auf.» Aus den Umfrageergebnissen gehe vielleicht auch eine Kombination der Varianten hervor. «Dass ein altes Gebäude saniert wird und an dem Ort trotzdem auch ein Neubau entsteht, ist nicht ausgeschlossen, wenn die Bürger das wünschen», sagt Rüttimann.

Fernwärme-Verträge kommen 2019

Eine weitere Umfrage, welche die Gemeinde im Dorf kursieren lässt, dreht sich um den Bau eines Fernwärmenetzes. «Daraus soll herausgehen, ob es genügend Interessenten gibt», sagt Rüttimann. «Die Antwortquote ist noch nicht so hoch, deshalb haben wir die Frist noch etwas verlängert.» Er befürwortet das Projekt und glaubt, dass es in Untereggen genügend Leute gibt, die Interesse an einem Anschluss haben. Für alle, die sich beteiligen wollen, gebe es gegen Ende Jahr eine Information mit einer konkreten Kostenberechnung. «Und kommendes Jahr sollten die Verträge der SAK bereit sein zum Unterzeichnen.»

Ein weiteres Projekt, das Rüttimann vorantreiben will, ist der Fussgänger- und Veloübergang über die Goldach bei der Martinsbrücke. Der Übergang soll einher gehen mit einem Veloweg in Richtung St. Gallen. Bei der jetzigen Strasse fehlt ein solcher. «So ist der Osten der Stadt per Velo oder gar zu Fuss einfacher und sicherer erreichbar», sagt der Gemeindepräsident. Das Projekt sei aber erst in der Planungsphase. Konkrete Details gebe es noch nicht. «Ein Baustart ist frühestens um 2025 möglich.»

Vorfreude auf das Grümpeli

Jetzt geht Norbert Rüttimann erst einmal in die Ferien. Nach Italien, wie er verrät. «Nur für eine Woche, am 1. August muss ich wieder zurück sein», sagt er. Denn der Gemeindepräsident ist in der Bürgermusik engagiert, die am Nationalfeiertag einen Auftritt hat. «Da will ich natürlich nicht fehlen.» Er freut sich auf den kommenden Monat, denn da findet auch das Grümpeli statt. «Der Anlass ist einer der grössten und beliebtesten in Untereggen.» Es sei ihm wichtig, dass in seiner Gemeinde ab und zu etwas los ist. «Die Gemeinde unterstützt solche Anlässe auch so gut wie möglich», sagt er.

Der Gemeindepräsident ist zufrieden, wie es läuft in seinem Dorf. Nebst dem Sozialen stimme auch das Finanzielle. 3,5 Millionen Franken hat die Gemeinde auf Reserve. «Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass wir geldmässig einmal so gut aufgestellt sind?», fragt er rhetorisch.

Rüttimann muss zurück ins Gemeindehaus, die Arbeit ruft. Er bedankt sich für den Spaziergang. Das nächste Mal geht er aber bestimmt wieder weiter: runter an die Goldach oder hoch in Richtung Eggersriet.

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