Fasnachtscliquen kämpfen ums Überleben: Ein Zusammenschluss ist die Lösung

Die Sprücheklopfer von Rorschach und Goldach organisieren im Februar erstmals ihre Auftritte gemeinsam.

Sina Walser
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Die Fasnachtsclique Äffzeh hat Anfangs Jahr im Pfarreiheim Goldach trotzdem ein paar Gäste angelockt.

Die Fasnachtsclique Äffzeh hat Anfangs Jahr im Pfarreiheim Goldach trotzdem ein paar Gäste angelockt.

Bild: Martin Rechsteiner

Eine Lösung, die schon viele Vereine, Gruppen oder Parteien vor dem Aus gerettet hat; der Zusammenschluss mit Gleichgesinnten. Diesen Schritt haben nun auch die Cliquenfasnachten von Rorschach und Goldach gewagt. Am 22.Februar 2020 werden die Sprücheklopfer und Musikanten aus Rorschach und Goldach vereinigt in Lokalen in den beiden Gemeinden auftreten.

Marcel Hollenstein und Philipp Engel haben sich erst Anfang dieses Jahres für die Cliquenfasnacht Goldach/Untereggen «Chum lach mit» eingesetzt und die Organisation übernommen. Die Goldacher sind beides Mitglieder der Fasnachtsclique Äffzeh und haben eine enge Verbindung zum Anlass. Da das ursprüngliche Organisationskomitee zurücktrat, retteten sie die traditionelle Veranstaltung und wollten frischen Wind in den Anlass bringen.

«Leider waren in einigen Lokalen in Goldach dieses Jahr nur sehr wenig Gäste. So hätte sich die eigenständige Fasnacht für Goldach nicht mehr gelohnt», sagt Reto Kaelli, Organisator der Cliquenfasnacht Rorschach. Er selbst ist seit neun Jahren Mitglied der Rorschacher Clique die (R)an(d)ständigen.

Zukunft der traditionellen Cliquenfasnacht ist gesichert

In der Stadt Rorschach haben ebenfalls einige Fasnachtscliquen nach der Fasnacht ihren Rücktritt gegeben. «Es ist sehr schwierig, neue Cliquen oder auch Nachwuchs zu finden», sagt Reto Kaelli. Einige Gruppen signalisierten zwar, dass sie 2020 an der Cliquenfasnacht teilnehmen wollen, doch schliesslich konnte sich keine neue Gruppe dazu überwinden, sagt er. Als dann Hollenstein und Engel auf ihn zugekommen sind und den Vorschlag einer Fusion gemacht haben, kam das Kaelli sehr entgegen.

«Wir freuen uns, mit diesem gemeinsamen Weg die Zukunft der traditionellen Cliquenfasnacht in beiden Gemeinden gesichert zu haben.»

Der ehemalige Goldacher Gemeindepräsident Thomas Würth sieht im Zusammenschluss der Cliquen einen Neuanfang. «In den letzten Jahren kamen immer weniger Besucher und die Qualität der Auftritte hat leider abgenommen. Doch diese ist genau massgebend für einen guten Auftritt», sagt er. Deshalb bringe die Fusionierung sicher frischen Wind in die Cliquenfasnacht.

Thomas Würth stand bis vor acht Jahren noch selbst auf der Bühne an der Cliquenfasnacht «Chum lach mit». Mit dem Namen «Tagesschau» trug er Verse zum Tagesgeschehen vor und zeigte dazu selbst geschossene Fotos. «Die Vorbereitungen für den Auftritt waren immer eine Riesenarbeit», sagt Würth. Doch die investierte Arbeit wurde stets durch ein zufriedenes Publikum belohnt.

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