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Tetris-Spielen in der Webergasse: Mit frischen Ideen zu einer lebendigeren St.Galler Innenstadt

Zum zweiten Mal in diesem Jahr haben sich Detailhändler und andere Interessenvertreter zu einem Forum «Zukunft St.Galler Innenstadt» getroffen. Auf den Tisch kamen eine Vielfalt an Projekten und auch ein paar konkrete Ideen.
Roger Berhalter
Interaktives Tetris-Spiel: So könnte die heute noch graue Fassade an der Webergasse in Zukunft aussehen. (Visualisierung: PD/Katy Rohner)

Interaktives Tetris-Spiel: So könnte die heute noch graue Fassade an der Webergasse in Zukunft aussehen. (Visualisierung: PD/Katy Rohner)

Das Interesse ist gross. 180 Teilnehmer haben sich an diesem Mittwoch in der Lokremise eingefunden. Der Clubbetreiber und die Stadtparlamentarierin, der Hauseigentümer und die Bankerin, Hoteliers, Gastronomen, Touristiker, Immobilienverwalter, Architekten und viele Detaillisten. Sie alle haben ein gemeinsames Ziel: eine lebendige Innenstadt mit florierenden Geschäften und gut besuchten Restaurants. «Zukunft St.Galler Innenstadt» heisst die Initiative, mit der das Ladensterben beendet und die Innenstadt wieder zum Treffpunkt werden soll. Das Projekt befindet sich mittlerweile in der Umsetzungsphase. «Wir haben versprochen, Ihnen zweimal pro Jahr zu berichten, wo wir stehen. Deshalb sind wir hier», sagt Stadtpräsident Thomas Scheitlin in seiner Begrüssung der Forumsteilnehmer.

Zehn Handlungsfelder mit vielen Unterprojekten vereint die «Zukunft St.Galler Innenstadt». An einem Abend lässt sich diese Vielfalt nicht vertieft behandeln, vieles wird nur gestreift. Manches ist aber schon konkret, beispielsweise der Velo-Hauslieferdienst, der ab kommendem Frühling Fahrt aufnehmen soll.

Kreiselblumen in der Neugasse

Konkret sind auch die Ideen von Katy Rohner, Cornelia Benz-Fuhrimann und Anja Weiss-Gehrer. Die drei Frauen arbeiten und wohnen teilweise auch in der Innenstadt und präsentieren am Forum ihre Vorschläge, wie man Farbe in die Altstadtgassen bringen könnte. «Es braucht mehr Spielpunkte für Kinder», sagt Katy Rohner. Geht es nach der Geschäftsführerin der Bekleidungsfirma «The Swiss Label», wird die Telefonkabine am Blumenmarkt bald zur Märlistation, wo Kinder Trudi Gerster hören, während die Eltern in Sichtweite im Café sitzen. Neben dem Brunnen in der Neugasse sollen bald bunte Kreiselblumen stehen, am Grüningerplatz ein Kugellabyrinth, in der Webergasse ein Memory-Spiel. Und wieso nicht über die Treppe am Blumenmarkt einen Grasteppich legen? Zusammen mit GBS-Studenten sei man auch dabei, multifunktionale Sitzgelegenheiten zu entwerfen, die schon bald in den Gassen stehen könnten.

Wieso nicht einen Grasteppich über die Treppe am Blumenmarkt legen? (Visualisierung: PD/Katy Rohner)

Wieso nicht einen Grasteppich über die Treppe am Blumenmarkt legen? (Visualisierung: PD/Katy Rohner)

«Es sind alles Ideen, die einfach umzusetzen sind und nicht die Welt kosten», sagt Rohner und ergänzt unbescheiden, man erwarte eine Umsetzung bis nächsten Frühling. «Das kann ich so nicht versprechen», sagt Stadtpräsident Scheitlin. Er zeigt sich aber auch erfreut über die «guten Ideen».

Einfacher zur gewünschten Bewilligung

Ein weiteres Unterprojekt nimmt sich dem Bewilligungswesen an. Transparenter und einfacher soll es werden, dank einer neuen Online-Plattform, auf der Veranstalter ihren Anlass schnell und unkompliziert anmelden können. Ebenso soll das Programm einen Überblick über die zu erwartenden Gebühren liefern. Co-Gruppenleiter Michael Näf stellt den Forumsteilnehmern beispielhaft einige Bildschirmansichten vor. «Es geht darum, bestehende Tools in einer Online-Plattform zu vereinen, damit man sich nicht alles selber zusammensuchen muss.» Ein solches Bewilligungsverfahren wäre laut Näf bürgerfreundlich und würde die städtischen Ämter entlasten. Er betont aber auch, dass sich gewisse «Gebührenszenarien» nach wie vor nur im persönlichen Gespräch klären liessen.

Der Velokurier bringt die Einkäufe nach Hause

Ein neuer Velo-Hauslieferdienst, das war eine der konkretesten Ideen, die am jüngsten Forum zur Zukunft der St.Galler Innenstadt zu hören waren. Die Idee: Die Kundinnen und Kunden der Innenstadt-Geschäfte sollen ihre Einkaufstaschen im Laden stehen lassen können und per App einen Velokurier bestellen. Dieser bringt die Einkäufe dann nach Hause. «Das Projekt ist schon sehr weit fortgeschritten», sagte Isabel Schorer, Leiterin der städtischen Standortförderung, bei der Präsentation in der Lokremise. Ein passendes Konzept habe man zusammen mit dem Velokurier-Unternehmen «Die Fliege» bereits entwickelt. Nun gehe es darum, zu klären, welche Geschäfte sich beteiligen wollen, und die entsprechenden Verträge abzuschliessen. Im Frühling 2019 soll die Pilotphase starten. Finanziert wird der Dienst über eine öffentlich-private Mischrechnung. Für den Kunden soll der Hauskurier fünf Franken kosten, im gleichen Umfang beteiligen sich die Detailhändler, zudem unterstützt die Stadt den Kurierdienst aus dem Energiefonds.

Weiter auf sich warten lässt der City Manager, eine Koordinationsstelle zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Innenstadtbewohnern. «Der City Manager soll ein Kümmerer für die Anliegen der Innenstadt sein», sagt Pro-City-Präsident Ralph Bleuer in seiner Präsentation. Anschliessend holt er von den Forumsteilnehmern an mehreren Stationen im Saal Rückmeldungen ein. Was muss ein City Manager leisten? Soll er bei der Stadtverwaltung, im Tourismusbüro oder anderswo angesiedelt sein? Und wer soll ihn finanzieren? Noch sind längst nicht alle Fragen zur Zukunft der Innenstadt beantwortet.

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