Ein Begegnungsort in Wittenbach
will Familien vernetzen

In Wittenbach eröffnet im Herbst ein Familien-Spiel-Café. Es soll Eltern mit Kindern im Vorschulalter die Angebote der Gemeinde leichter zugänglich machen.

Laura Widmer
Drucken
Teilen
Für das Familien-Spiel-Café ist eine fixe Öffnungszeit einmal in der Woche angedacht. (Bild: Getty)

Für das Familien-Spiel-Café ist eine fixe Öffnungszeit einmal in der Woche angedacht. (Bild: Getty)

Die Eröffnung des Familien-Spiel-Cafés in Wittenbach ist für Herbst geplant. Basierend auf dem Kinder- und Jugendleitbild hat der Gemeinderat im Juli 2018 eine zweijährige Projektphase beschlossen, um den Bedarf und die Ausgestaltung für den Begegnungsort zu prüfen. Er soll in Wittenbach zum Treffpunkt für Familien mit Kindern im Vorschulalter werden.

«Es gibt in der Gemeinde schon viele gute Angebote für Familien mit jungen Kindern», sagt Christine Zurgilgen von der Projektgruppe. Dazu gehören etwa das MuKi-Turnen, Kleinkindertreffs und Beratungsangebote. «Mit dem Familien-Spiel-Café wollen wir die Informationen darüber leichter zugänglich machen und die Familien untereinander und mit den Angeboten bekannt machen». Zurgilgen leitet in der Gemeinde die Fachstelle Kind-Jugend-Familie und ist Kontaktperson für Frühe Förderung. Neben ihr gehören ein Mitglied des Gemeinderats und eine Fachperson aus der Kinderbetreuung zur Projektgruppe.

Christine Zurgilgen leitet leitet in der Gemeinde die Fachstelle Kind-Jugend-Familie.

Christine Zurgilgen leitet leitet in der Gemeinde die Fachstelle Kind-Jugend-Familie.

Keine Bündelung der Angebote

In Wittenbach geht es in dieser Phase des Projekts hauptsächlich um die Vernetzung zwischen Eltern und den bestehenden Angeboten. Diese werden in Wittenbach noch nicht unter einem Dach gebündelt, wie das in anderen Gemeinden in sogenannten Familienzentren geschieht. Beispiele dafür gibt es etwa in Buchs, Grabs oder Rapperswil-Jona.

Solche Angebote werden zurzeit vom Kanton St. Gallen gefördert. Auch Wittenbach erhält Unterstützung in Form eines Kredits. In Gossau arbeitet die Stadtverwaltung derzeit an der Verwirklichung eines Familienzentrums (siehe Ausgabe vom Samstag). «Wir haben uns verschiedene solche Möglichkeiten in der Region angeschaut», sagt Christine Zurgilgen. «Interessant war, wie individuell die einzelnen Angebote sind. Jedes ist auf seine Gemeinde zugeschnitten.»

Auf der Suche nach Räumlichkeiten

Obwohl die Eröffnung des Familien-Spiel-Cafés erst für September oder Oktober geplant ist, hat die Gemeinde die Stelle der Treffpunktleitung bereits im Mitteilungsblatt ausgeschrieben. «Wir möchten, dass die künftige Leitung das Café bereits vor der Eröffnung mitplanen- und gestalten kann», sagt Christine Zurgilgen.

Die neue Leiterin oder der neue Leiter des Familien-Spiel-Cafés müsse selbst keine Kinder haben. «Wichtig ist, dass sich die Person in der Gemeinde auskennt und Kontakte knüpfen kann», sagt Zurgilgen. In einem 20-Prozent-Pensum gehört sie danach zur Projektgruppe für das Familien-Spiel-Café. «Es ist eine wichtige Funktion. Die verantwortliche Person ist aktiv bei der Gestaltung dabei, vernetzt mit den bestehenden Angeboten, organisiert Anlässe und betreut das Familien-Spiel-Café ab dem Herbst. Sie ist Ansprechperson vor Ort.»

Angedacht ist eine fixe Öffnungszeit einmal in der Woche, zu einer familienfreundlichen Zeit am Morgen oder Nachmittag. In welchen Räumlichkeiten das Café Platz findet, ist noch offen. Die Wünsche sind in der Projektgruppe definiert worden: Der Raum muss barrierefrei sein, damit er auch mit Kinderwagen gut zugänglich ist, ausserdem müssen sanitäre Einrichtungen und eine kleine Küche vorhanden sein. Neben einem grossen Raum für spielende Kinder und Informationsvermittlung brauche es auch einen abgetrennten Bereich für private Gespräche, sagt Zurgilgen. «Schön wäre natürlich auch ein Aussenbereich, damit die Kinder in den Sommermonaten draussen spielen können.»

Das Familien-Spiel-Café ist nach der Eröffnung zwei Jahre in Betrieb. In dieser Zeit möchte man den weiteren Bedarf der Familien in Wittenbach abklären und Freiwillige finden. 2021 wird entschieden, in welcher Form es weitergeführt wird. «Auch eine Weiterentwicklung zu einem Familienzentrum ist denkbar.»