Fair Trade
Faire Schoggi schafft neue Arbeitsplätze in Ghana: Der Claro Weltladen in Rorschach feiert sein 40-jähriges Bestehen

Der Claro Weltladen Rorschach feiert diese Woche sein 40-jähriges Jubiläum – am neuen Standort an der Mariabergstrasse. Seine Initiantinnen und Initianten führten die erste Alusammelstelle in Rorschach ein.

Vivien Huber
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Margitta Zierer (links) und Vreni Milt setzen sich für fairen Handel und Nachhaltigkeit ein.

Margitta Zierer (links) und Vreni Milt setzen sich für fairen Handel und Nachhaltigkeit ein.

Bild: Vivien Huber

Der Claro Weltladen Rorschach ist von der Hauptstrasse in die Mariabergstrasse 8 umgezogen. «Mit dem Umzug konnten wir die Ladenfläche erweitern, die jetzt fast doppelt so gross ist wie an der Hauptstrasse», sagt Margitta Zierer, die seit drei Jahren im Präsidium des Vereins in Rorschach mitarbeitet.

Die Erweiterung der Ladenfläche sei nötig gewesen, weil der Claro Weltladen das Sortiment erweitern wollte. «Zudem ist der Standort zentraler, ruhiger und besser mit dem ÖV erreichbar», so Zierer.

Erste Alusammelstelle in Rorschach

Vreni Milt, ebenfalls langjähriges Mitglied des Vereins und im Vorstand tätig, erklärt, wofür der Name steht:

«Der Claro Weltladen heisst so, weil er Transparenz bezüglich der Herkunft seiner fairgehandelten Artikel garantiert, die im Weltsüden produziert werden.»

Der Grundgedanke sei der faire Handel mit Produzenten, welche die Richtlinien von «Claro Fair Trade» einhalten müssen. «Diese sehen eine sozial und ökologisch vertretbare Produktion vor, dafür profitieren die Partner in den Entwicklungsländern von langfristigen Abnahmeverträgen, Vorfinanzierung, Weiterbildung und Förderung in diversen Bereichen», sagt Zierer.

Im neuen Laden ist mehr Platz.

Im neuen Laden ist mehr Platz.

Bild: Vivien Huber

Die Geschichte des Fair-Trade-Ladens in Rorschach gehe vierzig Jahre zurück. Bei der Gründung hiess er noch «Drittweltladen», so Milt. «Die Initiantinnen und Initianten des ‹Drittweltladens› stellten die erste Alusammelstelle in Rorschach zur Verfügung, verkauften Max-Havelaar-Bananen und beteiligten sich an der ‹Jute statt Plastik›-Kampagne», sagt sie.

Die Einhaltung der Fair-Trade-Garantien wird
von internationalen Organisationen überprüft

Eines der neusten Fair-Trade-Produkte sei die «Fairafric»-Schokolade, sagt die Präsidentin. «Nicht nur die Kakao-Bohnen werden in Afrika geerntet und getrocknet, sondern die ganze Schokolade wird direkt in Ghana produziert. So gibt es keinen Zwischenhandel und 80 Prozent der Wertschöpfung der Schokolade verbleibt in Afrika», so Zierer.

Dies schaffe neue Arbeitsplätze für die Bevölkerung vor Ort. «Der Claro Weltladen garantiert den Bauern die Abnahme der Ernte. So können die Produzenten auch bei schlechter Ernte überleben», sagt Zierer.

Die Einhaltung dieser Garantien werde von den Fairhandelsorganisationen von ganz Europa überprüft. Die Claro Fair Trade AG sei Mitglied der European Fair Trade Association (EFTA), so Zierer. Jedes Mitglied habe seine bestimmten Grossprojekte und Cooperativen, für welche es verantwortlich sei. «Jeder Claro Weltladen bezieht ein gewisses Kontingent an Produkten von Claro, verfolgt aber auch eigene Projekte. Im Claro Weltladen Rorschach sind es unter anderem Projekte aus Mali und Togo. Die Näharbeiten werden von Personen überprüft und geleitet, die wir persönlich kennen und die uns auch immer wieder in Rorschach besuchen», so die Präsidentin. Der Umsatz werde in Schulen und Krankenhäuser vor Ort investiert.

Umsatz ist trotz Corona gestiegen

Die Frage, ob ein Umdenken in der Gesellschaft bezüglich Nachhaltigkeit stattfinde, beantwortet Zierer mit einem klaren Ja: «Wir merken es am Umsatz, der trotz Corona ein wenig gestiegen ist, und an der grösser werdenden Nachfrage.»

Der Claro Weltladen befindet sich neu an der Mariabergstrasse 8.

Der Claro Weltladen befindet sich neu an der Mariabergstrasse 8.

Bild: Vivien Huber

Das sei eine positive Entwicklung. «Der Claro Weltladen ist bestrebt, weitere Neuerungen zu realisieren mit noch weniger und ressourcenschonenderen Verpackungen», sagt sie. In Zukunft wolle Claro Biobauern aus der Region unterstützen, welche noch im Aufbau ihrer Produktpalette sind. Zierer sagt:

«Wir setzen vor allem auf Biobauern, streben aber immer mehr auch nach dem Demeter-Standard.»

Mittelfristig sei auch ein Offenverkauf von ökologischen und nachhaltigen Lebensmitteln geplant.

Am kommenden Freitag von 11 bis 18 Uhr und Samstag von 10 bis 17 Uhr feiert der Claro Weltladen in Rorschach das 40-Jahr-Jubiläum mit einem Eröffnungsapéro. Die Mitglieder des Fair-Trade-Ladens seien dankbar für die bisherige Solidarität und Unterstützung. «Es sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Auch weitere ehrenamtliche Mitarbeitende im Verein Claro Weltladen sind immer willkommen», schliessen Zierer und Milt.

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