Ewiger Geldsegen für Wittenbach

Die Gemeinde Wittenbach erhält auch nächstes Jahr wieder höhere Beiträge aus dem kantonalen Finanzausgleich.

Michel Burtscher
Drucken
Teilen
Wittenbachs Gemeindepräsident Oliver Gröble an der Bürgerversammlung.

Wittenbachs Gemeindepräsident Oliver Gröble an der Bürgerversammlung.

Benjamin Manser

Beim Finanzausgleich kennt die Kurve für Wittenbach nur eine Richtung: aufwärts. Jahr für Jahr bekommt die Gemeinde höhere Beiträge. Waren es 2014 noch 1,32 Millionen Franken, gab es dieses Jahr bereits 4,98 Millionen Franken aus den Geldtöpfen. Nächstes Jahr dürfte Wittenbach gemäss den provisorischen Zahlen des kantonalen Amtes für Gemeinden sogar 5,43 Millionen Franken aus dem Finanzausgleich erhalten – so viel wie keine andere Gemeinde in der Region.

Und auch für die nachfolgenden Jahre geht die Gemeinde Wittenbach von Beiträgen in der Höhe von ungefähr 5,5 Millionen Franken aus, wie der Finanzplanung zu entnehmen ist. Bei einem Gesamtaufwand von etwa 50 Millionen Franken ist das ein nicht zu vernachlässigender Faktor in der Finanzplanung. Wittenbachs Gemeindepräsident Oliver Gröble sagt denn auch:

«Der Finanzausgleich ist sehr wichtig für uns.»

Die Beiträge daraus seien einer der Gründe, warum die Gemeinde den Steuerfuss in den letzten Jahren habe senken können.

Finanzielle Unterschiede sollen verringert werden

Wittenbach sei ein spezieller Fall, sagt Bruno Schaible. Er ist Leiter Finanzausgleich beim Amt für Gemeinden und hat damit einen Überblick über alle Gemeinden im Kanton. «Eine derartige jährliche Steigerung wie in Wittenbach ist aussergewöhnlich», betont er. Diese Entwicklung sei auf verschiedene Faktoren zurückzuführen: Einerseits steige die Zahl der Schüler pro Einwohner, so Schaible, andererseits sei die Steuerkraft in Wittenbach im Vergleich zum kantonalen Durchschnitt rückläufig.

Auch wenn die Zahlen für das Jahr 2020 noch provisorisch sind, sagt er: «Sie zeigen die Beiträge, die wir an die Gemeinden auszahlen wollen.» Es könne zwar kleinere Abweichungen geben, etwa, wenn eine Gemeinde noch Fehler bei den Basisdaten entdecke. Grundsätzlich seien die Berechnungen aber gemacht. Mitgeteilt wurden sie den Gemeinden im September, ausgezahlt werden sie im kommenden Jahr in vier Raten.

Für Oliver Gröble ist klar, dass Wittenbach die Beiträge zustehen. der Gemeindepräsident betont:

«Aufgrund der Nähe zur Stadt St.Gallen haben wir Zentrumslasten, die andere Gemeinden nicht haben.»

Diese haben dafür andere Lasten, so wie etwa das ländliche Waldkirch, das nächstes Jahr rund fünf Millionen Franken aus dem Finanzausgleich erhält. Sie ist die Gemeinde mit den höchsten Beiträgen pro Kopf: 1430 Franken werden es im Jahr 2020 pro Einwohner sein. Danach folgen in dieser Pro-Kopf-Statistik Muolen, Häggenschwil und Eggersriet – alles ländliche Gemeinden.

Nicht profitieren vom Finanzausgleich können Gaiserwald, Mörschwil und Gossau: Sie werden im kommenden Jahr gemäss den provisorischen Zahlen des Amtes für Gemeinden keinen einzigen Franken aus den Ausgleichstöpfen erhalten.

Aktuelle Nachrichten