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Evergreen: Vom Rechtsaussen zur rechten Hand

Als Spieler und als Co-Trainer hat Harald Gämperle mehrmals die Fussballmeisterschaft gewonnen. Zur Ostschweiz hat der Bazenheider inzwischen zwar kaum noch einen Bezug. Doch hier startete seine Karriere.
David Gadze
Das Trikot von Harald Gämperle blieb in über 250 Meisterschaftsspielen – davon fast 100 für den FCSG – selten sauber. (Bild: Hanspeter Schiess)

Das Trikot von Harald Gämperle blieb in über 250 Meisterschaftsspielen – davon fast 100 für den FCSG – selten sauber. (Bild: Hanspeter Schiess)

Als der FC St.Gallen in der Saison 1989/90 mit der Chilenen-Fraktion um Iván Zamorano zum Wintermeistertitel stürmt, gehört neben «Stopper» Beat Rietmann ein weiterer Ostschweizer zu den Teamstützen: Harald Gämperle. Der rechte Aussenverteidiger ist ein unermüdlicher und oft kaum bezwingbarer Kämpfer, der keinen Gegenspieler schont. Dennoch fliegt er in über 250 Spielen in der Nationalliga A nur einmal mit Rot vom Platz – als GC-Spieler ausgerechnet im Espenmoos. «Ich war nie ein feiner Techniker, aber ich hatte einen unbändigen Willen und ein grosses Durchsetzungsvermögen», sagt er über sich selbst.

In St.Gallen zum Nationalspieler gereift

Harry Gämperle kommt 1986 als 18-Jähriger vom FC Kirchberg (2. Liga) zum FC St.Gallen. «Als Kind kannte ich nur den Ball und hegte den Wunsch, Profifussballer zu werden», erzählt er. Dennoch schliesst er im Malergeschäft des Vaters zunächst seine Lehre ab. «Das war die Bedingung, dass ich das Angebot des FCSG annehme.» In seiner zweiten Saison bei den Espen etabliert sich Gämperle als Stammkraft. Mit seiner robusten und zuverlässigen Spielweise reift er in St.Gallen gar zum Nationalspieler. Seine Qualitäten bleiben auch den Grasshoppers nicht verborgen. Schon in der Winterpause der Saison 1989/90 will ihn der Rekordmeister auf den Hardturm lotsen. Der Wechsel geht schliesslich im Sommer über die Bühne. «Für mich erfüllte sich damit ein Bubentraum», sagt Gämperle. Denn obwohl ihn sein Vater, ein FCSG-Anhänger, bereits in jungen Jahren ins Espenmoos mitgenommen habe, sei er von Kindsbeinen an «durch und durch» GC-Fan gewesen. Denn der Rest der Familie drückt den Hoppers die Daumen. «Deshalb war ich als Kind halt öfter im Hardturm als im Espenmoos.»

Bei GC erlebt Gämperle die erfolgreichste Zeit seiner Karriere. In den acht Jahren bei den Zürchern wird er viermal Schweizer Meister, einmal Cupsieger und qualifiziert sich zweimal für die Champions League. Als Roger Hegi im Sommer 1998 das Team verjüngt, wechselt der damals 30-Jährige zu Neuchâtel Xamax. Dort endet seine Karriere abrupt: Im Oktober zieht er sich einen Kreuzbandriss zu – es ist sein letzter Einsatz als Fussballprofi.

«Ich will den Rasen riechen»

Schon bald wechselt Gämperle an die Seitenlinie. «Mir war klar, dass ich weiter im Fussball arbeiten und nicht in den elterlichen Betrieb zurückkehren möchte», sagt er. Der damalige YB-Sportchef Fredy Bickel holt ihn im Sommer 2000 als Assistenztrainer zu den Bernern, mit denen er im folgenden Sommer in die höchste Spielklasse zurückkehrt. Bis heute arbeitet Gämperle als rechte Hand des Cheftrainers: Nach einem Abstecher zum FC Baden kommt er 2004 als Assistent von Lucien Favre zum FC Zürich, wo das Duo in den folgenden drei Jahren den Cup und zweimal die Meisterschaft gewinnt. 2007 wechseln sie gemeinsam in die Bundesliga zu Hertha BSC. Nach Favres Entlassung 2009 verlässt er die «Alte Dame», obwohl ihn der Club behalten will. Schliesslich holt ihn Fredy Bickel 2010 als Assistenztrainer zurück zum FCZ und drei Jahre später in gleicher Funktion wieder zu den Young Boys.

Harry Gämperle arbeitet seit dem Karriereende als Co-Trainer, seit 2013 bei den Young Boys. (Bild: PD)

Harry Gämperle arbeitet seit dem Karriereende als Co-Trainer, seit 2013 bei den Young Boys. (Bild: PD)

Als Uli Forte bei YB 2015 entlassen wird, übernimmt Harald Gämperle interimistisch als Cheftrainer, wie 2012 beim FCZ. Ein paar Wochen später rückt er jedoch wieder ins zweite Glied als Assistent von Adi Hütter, mit dem er die Berner diesen Sommer nach 32 langen Jahren erlöst und ihnen den Meistertitel beschert. Gämperle, der mit seiner Frau und den beiden Söhnen (23 und 13) im luzernischen Rothenburg lebt, geniesst es, die Champions-League-Hymne nun wieder zu hören. Das Gefühl sei einst auf dem Spielfeld zwar ein anderes gewesen als heute an der Seitenlinie. «Aber genau für solche Momente arbeitet man jahrelang.» Deshalb möchte er noch lange im Fussballgeschäft bleiben. In welcher Funktion? «Ich will den Rasen riechen und mit der Mannschaft arbeiten.»

FC St.Gallen – Grasshoppers

Samstag, 19 Uhr, Kybunpark;
Matchtipp Harald Gämperle: 1:1

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