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Evergreen: Roberto Rodriguez will seine Geschichte beim FC St.Gallen weiterschreiben

Roberto Rodriguez gehörte zur legendären Mannschaft des FC St.Gallen, die sich 2013 für die Europa League qualifizierte. Seinen Weggang bezeichnet er als Fehler – und würde diesen gerne korrigieren.
David Gadze
Mit dem Tor zum 3:1 gegen Spartak Moskau stösst Roberto Rodriguez die Tür zur Europa League weit auf. (Bild: Urs Bucher/Moskau, 29. August 2013)

Mit dem Tor zum 3:1 gegen Spartak Moskau stösst Roberto Rodriguez die Tür zur Europa League weit auf. (Bild: Urs Bucher/Moskau, 29. August 2013)

Es kommt immer wieder vor, dass zwei Brüder Fussballprofis werden. Dass es aber gleich drei Brüder schaffen, in einer der europäischen Spitzenligen Fuss zu fassen, ist eine Seltenheit. Sollte Adonis Ajeti, der derzeit vom FC St.Gallen an den FC Chiasso ausgeliehen ist, im Sommer zurückkehren und zu seinen ersten Einsätzen in der Super League kommen, gäbe es in der Schweiz sogar zwei solcher Brüdertrios – und beide hätten eine Verbindung zum FC St.Gallen: die Gebrüder Ajeti – Albian (ex-FCSG, jetzt Basel), Arlind (GC) und eben Adonis – sowie die Gebrüder Rodriguez. Während Ricardo längst in der Verteidigung der AC Milan und in der Schweizer Nati gesetzt ist, spielt Francisco beim FC Luzern. Und der Älteste, Roberto, schaffte beim FCSG den Sprung zum Super-League-Profi.

Roberto Rodriguez wächst in bescheidenen Verhältnissen in der Auzelg in Zürich auf. Schon früh infiziert ihn sein Vater, selbst ein ehemaliger Fussballer, mit der Leidenschaft fürs runde Leder. «In jeder freien Minute hat er mit mir und Ricci getschuttet.» Über die Junioren des FC Schwamendingen kommt er in den Nachwuchs der Grasshoppers, wo er in sieben Jahren bis in die U21 aufsteigt. Für die erste Mannschaft reicht es dem Teenager aber nicht. «Spieler wie Steven Zuber oder Izet Hajrovic waren in der Rangordnung vor mir. Mir war klar, dass ich den Weg über die Challenge League gehen muss.» Und diesen Weg geht er erfolgreich: Nach zwei Saisons beim FC Wil reift er bei der AC Bellinzona zu einem dynamischen, passsicheren und torgefährlichen Mittelfeldspieler.

Vom Leistungsträger zum Ergänzungsspieler

So holt ihn im Sommer 2013 der FC St.Gallen. Der damals 23-Jährige fasst schnell Fuss. Im Rückspiel der Europa-League-Playoffs gegen Spartak Moskau bereitet er den Ausgleich vor und schiesst das wegweisende Tor zum 3:1 selbst. In der folgenden Saison sitzt Rodriguez jedoch oft auf der Ersatzbank. Bei seinen Einwechslungen bringt er zwar meist viel Schwung ins Spiel und schiesst wichtige, ja entscheidende Tore, für die Startelf reicht es ihm aber in der Regel nicht. Deshalb wechselt er im Sommer 2015 nach Italien zu Serie-B-Aufsteiger Novara Calcio. Ein Schritt, den er heute bereut: «Ich hätte mehr Geduld haben und mich durchbeissen müssen. Ich wäre sehr gerne geblieben. Ich liebte es, vor diesen fantastischen Fans zu spielen. Aber damals wollte ich unbedingt auf dem Platz stehen.»

Doch bei Novara Calcio läuft es ihm nicht wunschgemäss. In der Rückrunde wird er an Greuter Fürth (2. Bundesliga) verliehen. 2016 kehrt er in die Schweiz zurück: Nach dem Abstieg in die Challenge League, verpflichtet ihn der FC Zürich. Und Rodriguez ist sogleich die gewünschte Verstärkung. Er ist Stammspieler beim sofortigen Wiederaufstieg und in der Europa League und gewinnt mit dem FCZ den Cup.

«Ich hoffe, dass die Tür beim FCSG nochmals aufgeht»

Roberto Rodriguez spielt seit Januar beim KFC Uerdingen in der 3. Liga in Deutschland. (Bild: PD)

Roberto Rodriguez spielt seit Januar beim KFC Uerdingen in der 3. Liga in Deutschland.
(Bild: PD)

In dieser Saison wiederholt sich jedoch die Geschichte: Nachdem seine Einsätze immer weniger werden, teilen die Verantwortlichen Rodriguez in der Winterpause mit, nicht mehr mit ihm zu planen. So schliesst er sich im Januar dem KFC Uerdingen an, der 2018 in die 3. Liga aufgestiegen ist. Dort spielt er an der Seite einiger ehemaliger Bundesliga-Profis – und von Weltmeister Kevin Grosskreutz. Der angestrebte Durchmarsch in die 2. Bundesliga, der auch Rodriguez’ Ziel war, ist nach den jüngsten Turbulenzen zwar in weite Ferne gerückt. Dennoch: An den Abschied denkt Rodriguez nicht. Mit seiner Frau Sara und den beiden 15-monatigen Zwillingsmädchen wohnt er in Meerbusch zwischen Krefeld und Düsseldorf. «Ich bin zufrieden. Und das Wichtigste ist für mich die Familie.»

Im Sommer wird Rodriguez 29 Jahre alt. Deshalb überrascht die Antwort auf die Frage, welche Wünsche er für seine Karriere noch habe. Roberto Rodriguez, Sohn eines Spaniers und einer Chilenin, nennt nicht etwa die Bundesliga oder Spanien als Ziel, sondern sagt, ohne lange zu überlegen: «Ich hoffe, dass für mich die Türe beim FC St. Gallen nochmals aufgeht.» Er habe fast ein schlechtes Gewissen, den Club damals so überstürzt verlassen zu haben. «Ich würde mich freuen, wenn meine Geschichte beim FCSG noch nicht zu Ende geschrieben wäre.»

FC St.Gallen – Grasshoppers

Mittwoch, 20 Uhr, Kybunpark;
Matchtipp Roberto Rodriguez: 2:1

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