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Evergreen: Ralph Steingruber spricht Baseldytsch. Trotzdem erfüllte er sich mit dem Wechsel zum FCSG einen Bubentraum

Als Kind wollte der St.Galler Ralph Steingruber für die «Espen» spielen. Und tatsächlich waren sie eine Station in einer Karriere, wie sie heute nicht mehr möglich wäre.
David Gadze
Ralph Steingruber auf einer Autogrammkarte aus seiner einzigen Saison beim FC St.Gallen. (Bild: PD)

Ralph Steingruber auf einer Autogrammkarte aus seiner einzigen Saison beim FC St.Gallen. (Bild: PD)

Wenn man mit Ralph Steingruber spricht, würde man nicht glauben, es mit einem Ostschweizer zu tun zu haben. In breitem «Baseldytsch» erzählt er von seiner Karriere auf und neben dem Rasen. Dabei ist er in St.Gallen und Goldach aufgewachsen, besuchte als Bub regelmässig die Heimspiele des FC St.Gallen – und wollte selbst im Espenmoos spielen. Als er zehn Jahre alt war, zogen seine Eltern nach Pratteln. «Den Dialekt habe ich innert weniger Wochen gewechselt», erzählt er. Als er fast 20 Jahre später nach St.Gallen zurückkommt, ist er quasi Basler.

Dass Steingrubers Weg in den Profifussball führt, kommt unverhofft – und ist heute eigentlich unvorstellbar. Mit 24 arbeitet er Vollzeit bei einer Versicherung und spielt beim FC Pratteln in der 1. Liga (damals die dritthöchste Spielklasse). «Für mich stimmte es so: Ich hatte einen guten Job und war Captain des Fussballclubs meines Heimatortes.» 1991 fällt er in einem Cup-Spiel gegen den FC Basel, das Pratteln 4:0 gewinnt, dem Trainer von Old Boys Basel auf und schliesst sich dem damaligen B-Ligisten an. Zwei Jahre später wiederholt sich die Geschichte: Bei einem Duell zwischen den Old Boys und dem FC Basel werden die Verantwortlichen des FCB, der in der Nationalliga B spielt, auf den Mittelfeldspieler aufmerksam.

Nur ein Tor, dafür ein ganz wichtiges

1994 feiert Steingruber mit dem FCB nach sechsjähriger Absenz die Rückkehr in die Nationalliga A.

«Das war mein grösstes Erlebnis als Fussballer. Wir kehrten mit einem Flugzeug aus Genf zurück und wurden auf dem Barfüsserplatz von Tausenden Fans empfangen.»

Doch Steingruber kommt nicht wie erhofft zum Zug, spiel meist als Joker. Er sucht sich einen neuen Club – und landet so im Sommer 1995 beim FC St.Gallen. Emotionale Gründe beziehungsweise die Herkunft hätten bei der Rückkehr in die Ostschweiz keine Rolle gespielt, gibt er unumwunden zu: «Ich wählte das Angebot mit den besten sportlichen Perspektiven.»

Der Entscheid entpuppt sich als richtig: In den ersten Spielen wird der damals 28-Jährige zwar noch meist eingewechselt, entwickelt sich aber in der Folge unter Uwe Rapolder zum Stammspieler. «Technisch sehr beschlagen, laufstark und schlägt vor allem gute Flanken», schreibt das «Tagblatt» damals über den Neuzugang. Beim dritten Sieg im dritten Saisonspiel gegen Lausanne-Sports kommt Steingruber eine Hauptrolle zu: Fünf Minuten vor Schluss verhindert er mit einer Abwehr auf der Torlinie das 1:2, ehe er in der Nachspielzeit den Siegtreffer schiesst – sein einziges Tor für die «Espen».

Eine Verletzung setzt ihn jedoch fast die ganze Finalrunde ausser Gefecht. Als er wieder fit ist, heisst der Trainer Roger Hegi, der für Steingruber wie für diverse andere Spieler keine Verwendung mehr hat. So verlässt er den FCSG nach nur einer Saison in Richtung Wil. «Ich wäre gerne geblieben. Mir gefiel es und die Spiele im Espenmoos waren immer ein Erlebnis.» Seine Profikarriere beendet er 1999 in Wil, arbeitet aber noch zehn Jahre lang als Spielertrainer beim FC Hinwil und beim FC Breitenbach. 2009, mit 42, wechselt er von Rasen auf Sand: Er wird Spielertrainer der Beachsoccer-Mannschaft des FC Basel. «Das war nochmals eine ganz neue Erfahrung, was das Fussballspielen angeht.»

Mit Roger Hegi auf Golf- und Tennisplätzen

Ralph Steingruber heute. (Bild: PD)

Ralph Steingruber heute. (Bild: PD)

Noch während seiner Zeit in Wil bewirbt sich Steingruber auf eine Stelle bei der Sport-Toto-Gesellschaft (STG). Heute arbeitet er als Aussendienstverantwortlicher bei Swisslos, das Gelder an die STG weiterleitet. Direktor der STG ist: Roger Hegi. «Wir sind inzwischen privat befreundet und treffen uns regelmässig zum Golfen oder Tennisspielen.»

Den Fussball verfolgt der 52-Jährige, der im Basler Vorort Giebenach wohnt, heute nur am Rande. «Aber meine Sympathien gelten dem FC St.Gallen und dem FC Basel.»

FC St.Gallen – FC Lugano, So, 16 Uhr, Kybunpark. Matchtipp Ralph Steingruber: 3:1

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