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Evergreen: Zum Meisterspieler dank Stadionverbot

Enzo Todisco stieg von den Junioren des FC St.Gallen bis zur ersten Mannschaft auf – und wurde Teil der legendären Meistermannschaft von 2000. Den Ansporn dazu gab ihm ein selbst auferlegtes Stadionverbot. Das Eigengewächs blühte aber erst woanders richtig auf.
David Gadze
Als Spieler des FC Schaffhausen jubelt Enzo Todisco über seinen Treffer im Cup-Viertelfinal gegen den FC St.Gallen – seinen «richtigen» Arbeitgeber. (Bild: Andy Müller/Freshfocus (Schaffhausen, 30. März 2003))

Als Spieler des FC Schaffhausen jubelt Enzo Todisco über seinen Treffer im Cup-Viertelfinal gegen den FC St.Gallen – seinen «richtigen» Arbeitgeber. (Bild: Andy Müller/Freshfocus (Schaffhausen, 30. März 2003))

Er wächst im Heiligkreuz auf, einen Steinwurf vom Espenmoos entfernt. Und schon als Kind besucht Enzo Todisco die Spiele des FC St.Gallen, für ­dessen Junioren er spielt – und er träumt davon, selber eines Tages auf dem Platz zu stehen. Mit 15 legt sich der Italiener dann aber selbst ein Stadionverbot auf. «Ich habe mir gesagt: Das nächste Mal stehst du in diesem Stadion nicht auf der Tribüne, sondern auf dem Rasen.» Gesagt, getan. In der Saison 1999/2000 kommt der 19-jährige Nachwuchsstürmer zu seinen ersten beiden Teileinsätzen für die erste Mannschaft – und ist ­somit ein Teil jenes legendären Teams, das auf wundersame Weise den Meistertitel erobert.

Es sollten allerdings seine einzigen beiden Meisterschaftsspiele für den FCSG bleiben. Dass es nicht zu mehr Einsätzen bei «seinem» Club gekommen ist, sei zwar schade, mit seiner Karriere sei er dennoch zufrieden. «Und für mich war es eine Ehre, das Trikot des FC St.Gallen im Espenmoos vor so vielen Zuschauern tragen zu dürfen. Dass es ausgerechnet in der Meistersaison war, ist umso schöner.»

Den FC St.Gallen aus dem Cup geschossen

Dabei hätten es durchaus mehr Einsätze werden können. Nach der Meistersaison unterschreibt Todisco beim FCSG einen Dreijahresvertrag als Profi. Um in der Nationalliga B weitere Erfahrungen zu sammeln, schliesst er sich leihweise dem FC Vaduz an. Dort läuft es ihm jedoch nicht wunschgemäss, also wechselt er ein halbes Jahr später zum FC Schaffhausen in die 1. Liga, damals die dritthöchste Spielklasse. Es ist der Beginn einer langen Liaison. Mit dem FCS steigt er sogleich in die Nationalliga B auf. In der ­folgenden Saison kommt er regelmässig zum Einsatz – und lässt seine Qualitäten auch den FCSG spüren: Im März 2003 markiert er im Cup-Viertelfinal den 1:0-Siegtreffer für Schaffhausen gegen seinen «richtigen» Arbeitgeber. Heute sagt er dazu mit einem Lachen:

«Dieser Treffer hat den FC St.Gallen etwa eine halbe Million Franken gekostet.»

Im Sommer holt der FCSG Todisco zurück aufs Espenmoos. Bis auf einen zehnminütigen Einsatz in der ersten Cup-Hauptrunde kommt er jedoch nicht zum Zug. Also löst er im Winter seinen Vertrag auf und kehrt nach Schaffhausen zurück – und bleibt dort die nächsten fünfeinhalb Jahre. Der Verein sei «wie eine Familie» gewesen und habe ihm Wertschätzung und Wärme gegeben. So sei die Frau des kürzlich verstorbenen langjährigen Präsidenten Aniello Fontana mit ihm ins Möbelhaus gefahren, um ihm beim Einrichten seiner ersten eigenen Wohnung zu helfen.

«Ich brauche das Gefühl, willkommen zu sein, um meine Leistung ganz abrufen zu können.»

Beim FCS avanciert der ­Stürmer zum Publikumsliebling. Auch dank seiner Tore hält Schaffhausen zwei Saisons lang die Klasse. Und als der Club 2007 absteigt, hält ihm Todisco die Treue. «Ich fühlte mich dem Verein sehr verbunden und wollte ihm etwas zurückgeben», sagt er.

Irgendwann die Erfahrung als Trainer machen

Enzo Todisco hat im Sommer 2007 seine Karriere beendet und arbeitet heute bei Obi. (Bild: PD)

Enzo Todisco hat im Sommer 2007 seine Karriere beendet und arbeitet heute bei Obi. (Bild: PD)

Im Sommer 2009 zieht es To­disco zurück in die Heimat. Er wechselt zum FC Gossau, der ­damals noch in der Challenge League spielt. «Ich wollte wieder näher bei meiner Familie sein.» Ausserdem beginnt er, die Zeit nach dem Fussball zu planen und im Berufsleben Fuss zu fassen. Neben dem Fussball arbeitet er bei Obi in Winterthur in der Logistik und absolviert eine kaufmännische Ausbildung. 2017 beendet er in Gossau seine Karriere.

Heute ist Enzo Todisco stellvertretender Leiter Logistik in der St.Galler Filiale von Obi. Dem Fussball will der 38-Jährige nicht ganz den Rücken kehren. Die ersten Trainerscheine hat er in der Tasche und kann sich gut vorstellen, dereinst an der Seitenlinie zu stehen: «Irgendwann will ich diese Erfahrung machen.»

FC St.Gallen – FC Thun

heute Samstag, 19.00, Kybunpark;
Matchtipp Enzo Todisco: 2:0

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