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Evergreen: «Ich denke sehr gerne an diese Zeit zurück» – als Patricio Mardones das Chile-Orchester beim FC St.Gallen dirigierte

Patricio Mardones war Teil der legendären Mannschaft, die dank der chilenischen Spieler Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre die Fans des FC St.Gallen verzauberte. Auch er selbst denkt gerne an diese Zeit zurück.
David Gadze
Die Südamerika-Fraktion des FC St. Gallen: Die drei Chilenen Patricio Mardones, Iván Zamorano und Hugo Rubio sowie der Schweiz-Argentinier Daniel Raschle (von links) am 1. August 1989 im Stadion Espenmoos. (Bild: Keystone)

Die Südamerika-Fraktion des FC St. Gallen: Die drei Chilenen Patricio Mardones, Iván Zamorano und Hugo Rubio sowie der Schweiz-Argentinier Daniel Raschle (von links) am 1. August 1989 im Stadion Espenmoos. (Bild: Keystone)

Es waren emotionale Momente, als Patricio Mardones und Iván Zamorano 2008 anlässlich der Eröffnung des Kybunparks (der damals noch AFG-Arena hiess) für ein Legendenspiel nach St.Gallen zurückkehrten. Nicht nur für die Fans, die nochmals in den bis heute unvergessenen Zeiten schwelgen konnten, sondern auch für die beiden Spieler. Für sie ist der FC St.Gallen bis heute weit mehr als nur eine Zwischenstation in ihrer Karriere. Mit Hugo Rubio bildeten sie die legendäre Chile-Fraktion, die in der Saison 1989/90 den FCSG zum «Wintermeister» führte, auch wenn es am Ende nicht für den Titel reichte. Zamorano und Rubio wirbelten die gegnerischen Abwehrreihen durcheinander und schossen die Tore und Mardones dirigierte das Spiel der Mannschaft aus dem Mittelfeld.


Er denke sehr gerne an die Zeit in St.Gallen zurück, sagt Patricio Mardones. Nicht nur aus sportlichen, sondern auch aus privaten Gründen. In St.Gallen kam seine erste Tochter Samanta zur Welt, die Familie habe sich sehr wohl gefühlt. «Und in St.Gallen habe ich mich als Spieler weiterentwickelt. Die neue Fussballkultur hat mich zu einem besseren Spieler gemacht.»

Dabei hatte sich der damals 26-Jährige längst das Prädikat «sehr gut» verdient. In Chile war er mit Universidad Católica aus der Hauptstadt Santiago, wo er seit 1983 spielte, zweimal Meister geworden (1984 und 1987) und hatte 1983 die Copa Chile und die Copa de la República gewonnen. Er stand im Halbfinal der Copa Libertadores – des südamerikanischen Pendants zur Champions League – und war mehrfacher Nationalspieler. Dabei war Mardones ein Spätzünder: Erst mit 15 Jahren habe er mit dem Fussballspielen begonnen, erzählt er.

Unter Tränen den FC St.Gallen verlassen

Iván Zamorano, Hugo Rubio und Patricio Mardones während der gemeinsamen Zeit beim FCSG. (Bild: PD)

Iván Zamorano, Hugo Rubio und Patricio Mardones während der gemeinsamen Zeit beim FCSG. (Bild: PD)

Mardones stösst Anfang 1989 für die Auf-/Abstiegsrunde (mit der Option auf eine weitere Saison) zum FC St.Gallen, ein halbes Jahr nach Zamorano. Schnell zeigt sich, dass er eine Bereicherung für das Spiel der Mannschaft ist. Seine Übersicht und seine Technik sind spitze. Mit dem Zuzug von Hugo Rubio im Sommer 1989 beginnt endgültig der sportliche Höhenflug. Für ihn sei es aber auch persönlich sehr wichtig gewesen, seine beiden Landsleute um sich zu haben, sagt Mardones. Sie seien nicht nur sehr gute Spieler gewesen, sondern auch «grosse Persönlichkeiten». Sie hätten sich immer gegenseitig unterstützt.

Mit dem Abgang von Zamorano im Sommer 1990 verliert der FC St.Gallen seine gefährlichste offensive Waffe. Und als er Anfang 1991 mit Richard Zambrano einen weiteren Chilenen verpflichtet, ist Mardones oft nur noch überzähliger Ausländer. Auch nach dem Trainerwechsel von Kurt Jara zu Heinz Bigler bessert sich seine Situation nicht. So verlässt er den FCSG schliesslich Anfang 1992 mit grossem Bedauern und geht zum FC Brüttisellen.

Patricio Mardones (links) spielte von Januar 1989 bis Ende 1991 beim FC St.Gallen.(Bild: Archiv St.Galler Tagblatt)

Patricio Mardones (links) spielte von Januar 1989 bis Ende 1991 beim FC St.Gallen.
(Bild: Archiv St.Galler Tagblatt)

Der Trainer sammelt Geld für seinen Spieler

In der Mannschaft, die damals gegen den Abstieg aus der Nationalliga B spielt, ist Mardones aufgrund seiner Qualitäten die prägende Figur. Das Geld, um ihn zu bezahlen, ist im finanziell gebeutelten Verein jedoch knapp. Für Mardones organisiert Trainer Hubert Münch eine Art «Tür-zu-Tür-Crowdfunding». «Ich habe bei Bekannten und in Restaurants Geld gesammelt», erinnert er sich. Immerhin sei es um «ein paar tausend Franken» gegangen. Brüttisellen gelingt der Klassenerhalt, doch Mardones entschliesst sich zur Rückkehr in seine Heimat. «Ich wäre gerne in der Schweiz geblieben», sagt er. Doch er habe keine Angebote erhalten.

Ein Elfmeter für die Ewigkeit

So schliesst sich der 30-Jährige CD O’Higgins aus Rancagua an. Nach zwei Saisons wechselt er 1994 zu Universidad de Chile, dem neben Colo-Colo grössten Rivalen seines ersten Clubs Católica. Mit Erfolg: Im letzten Saisonspiel gegen Cobresal verwandelt Mardones den Elfmeter zum 1:1-Schlussresultat – und sichert damit seiner Mannschaft den ersten Meistertitel seit 25 Jahren, mit einem Punkt Vorsprung auf Católica. Im nächsten Jahr verteidigt «La U» den Titel, wieder knapp vor Católica.

Ende 1996 hängt Mardones seine Fussballschuhe an den Nagel. Universidad de Chile ist er jedoch in verschiedenen Funktionen bis heute treu geblieben. So war er im technischen Stab der ersten Mannschaft, sass im Vorstand des Clubs und arbeitet im Nachwuchs. Heute leitet der 57-Jährige den Bereich Talentakquise. Und wenn es nach ihm geht, soll der Besuch in St.Gallen 2008 nicht sein letzter gewesen sein: «Ich möchte gerne mit meiner ganzen Familie zurückkommen, um mich an diese schöne Zeit nochmals zu erinnern.»

Patricio Mardones als Vorstandsmitglied von Universidad de Chile mit seinen beiden Töchtern. (Bild: PD)

Patricio Mardones als Vorstandsmitglied von Universidad de Chile mit seinen beiden Töchtern. (Bild: PD)

FC St.Gallen – FC Basel

Sonntag, 16 Uhr, Kybunpark;
Matchtipp Patricio Mardones: 1:1

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