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Evergreen: Für Sigi Mauerhofer war der Fussball eine Herzensangelegenheit

Für Sigi Mauerhofer erfüllte sich beim FC St.Gallen ein Bubentraum. Vier Jahre lang spielte der Rheintaler für die Espen. Ein Herzfehler beendete seine Karriere jäh.
David Gadze
Sigi Mauerhofer spielte zwischen 1988 und 1992 insgesamt 49-mal für den FC St.Gallen. (Bild: Rainer Bolliger)

Sigi Mauerhofer spielte zwischen 1988 und 1992 insgesamt 49-mal für den FC St.Gallen. (Bild: Rainer Bolliger)

Sein Herz hatte Siegfried «Sigi» Mauerhofer schon früh an den Fussball verloren. Als Kind sei er regelmässig mit seinem Vater ins Espenmoos gegangen, erzählt er. «Und ich habe mir gesagt: Irgendwann stehst du selbst auf diesem Rasen.» Einige Jahre später erfüllt sich sein «Bubentraum», wie er es selbst nennt. Mauerhofer spielt an der Seite von Spielern wie Ivan Zamorano oder Hugo Rubio und ist Teil der Mannschaft, die in der Saison 1989/90 die Qualifikation als «Wintermeister» abschliesst. Und er mausert sich zum Stammspieler. Der junge Rheintaler plant eine Laufbahn als Fussballprofi. Doch diese endet jäh, kaum hat sie richtig begonnen. Weil er beim Fussball sein Herz zu verlieren droht.

Vom Ergänzungs- zum Stammspieler

Als Jugendlicher arbeitet sich der gross gewachsene Spieler Stufe für Stufe hoch. Mit 15 Jahren spielt er beim FC Rheineck in der 3. Liga, mit 16 beim FC Rorschach in der 1. Liga (damals dritthöchste Spielklasse). Im Sommer 1988 verpflichtet der FC St.Gallen den 20-jährigen Defensivspieler. In den ersten sechs Runden jener Saison kommt er zu den ersten beiden Teileinsätzen. Doch als der FCSG Trainer Markus Frei durch Kurt Jara ersetzt, spielt Mauerhofer in den folgenden eineinhalb Jahren nur noch sporadisch.

Der Rheintaler Sigi Mauerhofer kam als 20-Jähriger zum FC St.Gallen (Bild: PD)

Der Rheintaler Sigi Mauerhofer kam als 20-Jähriger zum FC St.Gallen (Bild: PD)

In der Saison 1990/91 gelingt Mauerhofer – begünstigt durch Sperren und Verletzungen seiner Mitspieler – schliesslich der Durchbruch. Der robuste Spieler, der meist in der Verteidigung oder ab und zu im Mittelfeld aufläuft, ist Stammspieler. In der folgenden Spielzeit muss er jedoch wegen einer Verletzung an der Achillessehne lange zuschauen. Dennoch zieht der FC St.Gallen die Option auf die Verlängerung des Vertrags. Doch gleichzeitig kontaktiert Christian Gross, der mit dem FC Wil kurz vor dem Aufstieg in die Nationalliga B steht, Sigi Mauerhofer. Und dieser liebäugelt mit einem Vereinswechsel.

Zwei schwere Herzinfarkte, ohne es zu merken

Gross rät ihm, sich abchecken zu lassen. Beim Untersuch stellt der Arzt – der heutige St.Galler Regierungsrat Bruno Damann – Unregelmässigkeiten bei den Herzwerten fest. Er glaubt zunächst an einen technischen Defekt, doch ein zweiter Test räumt die Zweifel aus, dass mit Mauerhofers Herz etwas nicht in Ordnung ist. «Man sagte mir, ich hätte bereits zwei schwere Herzinfarkte gehabt, ohne es zu merken.» Einen Tag vor Mauerhofers 24. Geburtstag stellt ein Spezialist eine überdicke Herzwand fest, eine sogenannte hypertrophe Kardiomyopathie, die er von seinem Vater geerbt hat. Der Arzt rät dem Spieler, seine Karriere zu beenden. Ansonsten drohe sein Herz zu versagen. Ein operativer Eingriff ist keine Option. «Heute weiss man, dass das Risiko zu sterben sehr gering ist und ich wohl hätte weiterspielen können.»

Mit dem Fussball für einige Zeit abgeschlossen

Seit seinem Karriereende 1992 arbeitet Sigi Mauerhofer für die Zürich-Versicherungen. (Bild: PD)

Seit seinem Karriereende 1992 arbeitet Sigi Mauerhofer für die Zürich-Versicherungen.
(Bild: PD)

Für Sigi Mauerhofer ist es ein schwerer Schlag. Er hadert mit seinem Schicksal, wünscht sich, nicht beim Arzt gewesen zu sein. Er schliesst mit dem Fussball ab, ignoriert die EM in Schweden, die wenig später beginnt, meidet das Espenmoos. Und er findet schnell eine Anschlusslösung: Bei den Zürich-Versicherungen, wo er bereits während seiner Zeit beim FC St.Gallen in einem kleinen Pensum gearbeitet hat, bekommt er eine Anstellung. Bis heute arbeitet er für das Unternehmen.

Heute wohnt der 51-Jährige mit seiner Frau und den drei Söhnen in Stettfurt. Die Herzanomalie hat er nicht weitervererbt. Mauerhofer besucht auch wieder Spiele des FC St.Gallen – mit seinen Kindern, die jedoch nicht Fussballer werden wollen. Und trotz allem blickt er zufrieden auf seine Karriere zurück. «Ich bin dankbar, dass ich all das erleben durfte. Ich zehre noch heute davon.»

FC St.Gallen - BSC Young Boys

Samstag, 19 Uhr, Kybunpark;
Matchtipp Sigi Meierhofer: 1:0

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