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Evergreen: Früher Aufstieg, schnelles Ende: Die kurze Blütezeit des Armin Bischofberger beim FC St.Gallen

Mit 18 war Armin Bischofberger Stammspieler beim FC St.Gallen. Mit 23 beendete er die Karriere.
David Gadze
Armin Bischofberger lief in 55 Meisterschaftsspielen für den FC St.Gallen auf. (Bild: Archiv «St.Galler Tagblatt»)

Armin Bischofberger lief in 55 Meisterschaftsspielen für den FC St.Gallen auf. (Bild: Archiv «St.Galler Tagblatt»)

Viele junge Fussballspieler gelten als grosses Talent, schaffen den Durchbruch aber nicht oder setzten sich nicht langfristig auf höchstem Niveau durch. Armin Bischofberger ging es ähnlich. Dabei startete seine Karriere früh und rasant. Sie fand aber auch ein frühes Ende. «Mir fehlte vermutlich der letzte Biss, um mich auf höchster Stufe durchzusetzen», erzählt der ehemalige Aussenverteidiger des FC St.Gallen. Dennoch kann sich seine Karriere sehen lassen.

Armin Bischofberger. (Bild: PD)

Armin Bischofberger. (Bild: PD)

Bereits mit 14 Jahren spielt Bischofberger in der ersten Mannschaft seines Heimatvereins FC Rebstein in der 2. Liga, mit 16 beim FC Altsätten in der 1. Liga (damals die dritthöchste Spielklasse). Er läuft auch in der Ostschweizer Juniorenauswahl auf und führt diese als Kapitän zum Schweizer Meistertitel. Der junge Rheintaler gerät so in den Fokus von Nationalliga-A-Vereinen. Der FC Zürich sei kurz davor gewesen, ihn zu verpflichten, erzählt Bischofberger. «Ich war aber noch an der Kanti Heebrugg und wollte meine Matura absolvieren, deshalb habe ich mich gegen den Wechsel entschieden.» Stattdessen kommt der knapp 18-Jährige im Sommer 1981 zum FC St.Gallen. «Fürs Training bin ich jeweils mit dem Töffli von der Kanti nach St.Margrethen gefahren, wo mich die beiden Grenzgänger Martin Gisinger und Gerhard Ritter aufgeladen haben.»

In der Rekrutenschule den Stammplatz verloren

Bischofberger setzt sich auf Anhieb durch. In der dritten Runde, beim 5:3-Heimsieg über Vevey, spielt er erstmals für den FCSG, steht über die volle Distanz auf dem Platz – und avanciert sogleich zum Stammspieler. In den folgenden eineinhalb Jahren fehlt er in keinem einzigen Meisterschaftsspiel. Helmuth Johannsen hält auch dann an ihm fest, als Bischofbergers Leistungen schwanken – unter anderem wegen der Maturaprüfungen. Dieser dankt es dem Trainer mit grossem Einsatz. «Ich war klein und weder besonders kopfballstark noch sehr schnell, aber zweikampfstark und taktisch versiert», sagt er über sich selbst. Und er kann auf verschiedenen Positionen spielen, hilft auch mal im Mittelfeld oder im Sturm aus.

Anfang 1983 wirft die Rekrutenschule Bischofberger jedoch sportlich zurück. Er verliert seinen Stammplatz, und nach der RS kommt er immer seltener zum Einsatz. Dennoch trägt er seinen Teil dazu bei, dass die Mannschaft in der Saison 1982/1983 den dritten Platz erreicht und sich für den Uefa-Cup (die heutige Europa League) qualifiziert. Bei den beiden Niederlagen in der ersten Runde gegen Radnički Niš kommt Bischofberger jedoch nicht zum Einsatz. Dennoch sei das ein tolles Erlebnis gewesen, sagt er. Ebenso die Duelle gegen Ottmar Hitzfeld oder Jure Jerković, der sein Idol gewesen sei.

Für ihn sei jedoch von Anfang an klar gewesen, dass er seine berufliche Karriere vorantreiben möchte. «Der Fussball allein gab mir keine Erfüllung. Und ich wusste, dass ich es als Fussballer nie ganz an die Spitze schaffen würde.» Er beginnt ein Jus-Studium an der Universität St.Gallen, das er nach zwei Jahren abbricht. Und obwohl er weiss, dass er nicht auf die Karte Fussball setzen möchte, verlängert er im März 1984 seinen Vertrag nochmals um ein Jahr.

Als Johannsen nach der Saison 1984/85 (vorübergehend) in Rente geht, hofft Bischofberger, unter dem neuen Trainer Werner Olk eine neue Chance zu erhalten. Vergeblich. «Vielleicht war auch die Erwartungshaltung an mich zu hoch, weil ich schon so jung im Eins gespielt hatte. Meine fussballerische Entwicklung stagnierte irgendwann.»

Vom Fussball viel fürs Leben gelernt

Anfang 1986 wechselt Bischofberger zum FC Winterthur in die Nationalliga B. Schon damals steht fest, dass er im Sommer bei der Schweizerischen Bankgesellschaft – der heutigen UBS – in Zürich die Bankausbildung in Angriff nimmt. Nach eineinhalb Saisons, im Sommer 1987, beendet er im Alter von 23 Jahren seine Karriere. Der Spagat zwischen Beruf und Sport sei ihm schlicht zu schwierig geworden. «Und für mich stand ausser Frage, dass ich auf die berufliche Karriere setzen möchte.» Mit Erfolg: Bei der SBG wird er Börsenhändler, arbeitet drei Jahre lang in London, ehe er in die Schweiz zurückkehrt.

Nach einer langen Karriere bei der UBS ist Armin Bischofberger, der kommende Woche 56 Jahre alt wird, seit 2015 im Asset Management der Credit Suisse tätig. Mit seiner Frau und den beiden Töchtern (10 und 16 Jahre alt) wohnt er in Männedorf. Ab und zu besucht er Spiele des FC St.Gallen, zuletzt Ende Juli beim Freundschaftsspiel gegen Borussia Dortmund. Und er reist regelmässig an Heimspiele des FC Liverpool, für den sein Herz seit der Jugend schlägt, und an Spiele der Nationalmannschaft an grossen Turnieren. Obwohl seine eigene Fussballerkarriere nur kurz dauerte, blickt er zufrieden darauf zurück. Er habe eine schöne Zeit gehabt und viele Dinge fürs Leben gelernt: Disziplin, Ausdauer, Durchsetzungsvermögen, den Teamgedanken. «Ich möchte diese Zeit nicht missen.»

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