Es weihnachtet in der St.Galler Gassenküche: Ein Festessen spendiert, zubereitet und serviert von prominenten Freiwilligen

Die Gassenküche im St.Galler Linsebühl hat gerade in der nasskalten Jahreszeit im Alltag vieler Randständiger eine grosse Bedeutung. Am Montag wurd hier auf ganz spezielle Art und Weise gekocht.

Laura Widmer
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Gourmetkoch Wolfgang Kuchler, Marisa Hauser und Ex-FCSG-Präsident Dölf Früh stehen am Montag in der St.Galler Gassenküche hinter den Kochtöpfen.

Gourmetkoch Wolfgang Kuchler, Marisa Hauser und Ex-FCSG-Präsident Dölf Früh stehen am Montag in der St.Galler Gassenküche hinter den Kochtöpfen.

Bild: Hanspeter Schiess

Dass in der Gassenküche im Linsebühl nicht alles so ist wie immer, merkt der Stammgast am Montagmittag spätestens beim Studium des Menus auf der Schiefertafel hinter dem Buffet: Puy-Linsensuppe, Kalbsragout mit Kartoffelpüree und Brioche-Limonengras-Pudding mit Sauerrahm­eis. «Wo sind wir denn hier? Das schmeckt viel besser als sonst!», wird einer später feststellen.

Der Grund fürs ungewöhnliche Menu ist rasch erklärt: In der Gassenküche gab’s am Montagmittag ein erstes Weihnachtsessen. Und zwar zubereitet und serviert von Dölf Früh, dem ehemaligem Präsidenten des FC St.Gallen, und Spitzenkoch Wolfgang Kuchler, der jahrelang die «Taverne zum Schäfli» in Wigoltingen führte und sich dort 18 Gault- Millau-Punkte und einen Michelin-Stern erkochte.

Normalerweise drei Franken, am Montag gratis

Normalerweise kostet ein Mittagessen in der Gassenküche der Stiftung Suchthilfe drei Franken, am Montag wird es von Früh und Kuchler offeriert. Bereits vor fünf Jahren kochten die beiden für die Gäste der Gassenküche. Gut möglich, dass es auch nicht das letzte Mal ist. Sie sind sich nämlich einig: «Es wäre schön, wenn man solche Anlässe häufiger durchführen könnte.»

Zeit zum Innehalten gibt es über Mittag kaum. Es herrscht ein Kommen und Gehen. Stühle werden gerückt, manch einer geht im Fumoir eine Zigarette rauchen oder spielt eine Partie am «Töggelikasten». Rund 60 Gäste werden verköstigt. Das seien mehr als sonst, sagt Jürg Niggli, Leiter der Stiftung Suchthilfe. «Der Anlass hat sich in den letzten Tagen natürlich herumgesprochen.»

Jazzige Weihnachtsmusik von Dani Felber

Ein weiteres Highlight gibt’s nach dem Hauptgang: Trompeter und Komponist Dani Felber spielt jazzige Weihnachtsmusik. Die Begleitung dazu kommt über die Lautsprecher: «Die Big Band habe ich heute zu Hause gelassen», lacht Felber. Für den Thurgauer ist der Auftritt in der Gassenküche ein Szenenwechsel: Im Dezember vor zwei Jahren spielte er in der ZDF-Weihnachtssendung aus der Geburtskirche in Bethlehem.

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